Für alles ist ein Kraut gewachsen

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Die Natur schenkt uns eine Fülle an Heilpflanzen. Sie sind nicht nur gesund, sie schmecken auch hervorragend. Und: Sie wachsen umsonst am Wegesrand, man muss sie nur ernten. Astrid Süßmuth (45) aus Gauting zeigt uns, was man im Umgang mit den Heilkräutern alles beachten muss.

mein Küchengeheimnis

von STephanie Ebner

Schnecken sind das Gräuel jeden Hobbygärtners. Sie fressen alles, was man über Wochen liebevoll gesät, großgezogen und gepflanzt hat. Nur Wildkräuter mögen Schnecken scheinbar nicht. „Um die machen sie einen großen Bogen“, sagt Astrid Süßmuth. Und so wachsen im Garten der Gautingerin überwiegend Wildkräuter und alte Rosensorten. „Alles andere habe ich der Schnecken wegen nach und nach aufgegeben.“

Resigniert hört sich der Satz dennoch nicht an. Wildkräuter statt Zierpflanzen, das passt einfach zu der dreifachen Mutter. Denn: „Kräuter sind mein Leben. Schon von Klein auf.“

Der Großvater war Imker und sammelte Kräuter. „Das war für uns Kinder ganz normal und nichts Besonders.“ So wie Tatsache beispielsweise heute, dass im Winter Salz auf die Straßen gestreut werde.

Astrid Süßmuth wuchs in Fürstenried auf. Nach dem Abitur studierte sie Altphilologie, „doch mit Baby war das kein Beruf mit Zukunft“. Sie studierte daraufhin Vertriebsingenieurin („das war nebenberuflich mithilfe mit Hilfe der Großeltern möglich“).

Ihre eigentliche Berufung fand die gebürtige Münchnerin aber erst, als alle drei Kinder da waren: Sie ließ sich zur Heilpraktikerin, mit dem Schwerpunkt Kräuterheilkunde, ausbilden. „Mit Pflanzen habe ich mich ja schon immer beschäftigt, das war eigentlich nichts Neues.“

Wilde Blumen und hohe Berge, das liebt die 45-Jährige, die nebenbei noch als Wanderleiterin beim Deutschen Alpenverein arbeitet. Am liebsten ist sie im Wettersteingebirge unterwegs. „Die Berge sind meine Leidenschaft.“

Doch heute ist sie erst einmal in ihrem Garten unterwegs, ein verwunschener Ort mit vielen Ecken und Winkeln, dunkles Grün, wohin man auch schaut. „Grün ist die Farbe des Lebens, es beruhigt und entspannt, es gibt uns Kraft.“ Astrid Süßmuth zitiert Hildegard von Bingens Farbenlehre. Erst langsam besinne sich die Gesellschaft auf die Jahrhunderte alten Weisheiten. Ein Leben im Einklang mit der Natur, das ist Astrid Süßmuth.

Ein Brunnen plätschert im Garten, über dem Eingang rankt eine alte Rosensorte. „Schaurosen wirken nicht, mal ganz davon abgesehen, dass sie auch keinen umwerfenden Duft verströmen.“ Astrid Süßmuth schnuppert an ihrer „Alba Maxima“ und sagt: „Ich sammle alte Rosensorten.“

Dann geht sie in die Küche und zeigt, dass die Heilpflanzen, die sie gerade geerntet hat, auch noch gut schmecken. Nachmachen lohnt.

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