Aktuelle Hinweise des Auswärtigen Amtes

Coronavirus: Zweite Welle rollt über Europa – das sind die aktuellen Risikogebiete

Das Robert Koch-Institut definiert während der Corona-Pandemie Risikogebiete. (Datenstand in der Grafik: 16.09.2020)
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Das Robert Koch-Institut definiert während der Corona-Pandemie Risikogebiete. (Datenstand in der Grafik: 16.09.2020)

Mit den neuen Entscheidungen der Bundesregierung kommen alle Grenzgebiete zu Deutschland außer die in Dänemark auf die Risikoliste. In Österreich ist nur noch das südliche Bundesland Kärnten ausgenommen.

Wien/Rom/Prag (dpa) - Die zweite Corona-Welle rollt gnadenlos über Europa hinweg. Deutschland ist nun fast ganz umzingelt von Corona-Risikogebieten: Die Nachbarländer Polen und Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens sind mit Wirkung ab dem 24. Oktober ebenfalls Corona-Risikogebiete.

Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am 22. Oktober auf seiner Internetseite mitteilte. Auch Großbritannien bis auf die Kanalinseln und Überseegebiete, ganz Irland und Liechtenstein gelten ab dem 24. Oktober als Risikogebiete. Hinzu kommen einzelne Regionen in Bulgarien, Estland, Kroatien, Schweden, Slowenien und Ungarn.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für den Urlauber: Er kann eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn sein Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test davon vorzeitig befreien lassen.

Es bleiben nur noch einzelne Länder, die noch frei von Risikogebieten sind und für die auch nicht von Reisen abgeraten wird. Dazu zählen Griechenland und Zypern.

In den Nachbarländern ist die Lage teilweise noch viel verheerender als in Deutschland und in Bayern. In Tschechien sind die Infektionszahlen im Vergleich zur Bevölkerungszahl 11 Mal so hoch wie in Deutschland, in Belgien 9 Mal so hoch. Alle europäischen Länder versuchen mit Maßnahmen gegenzusteuern - die einen mehr, die anderen weniger entschlossen. Ein Überblick:

Die Corona-Lage in ÖSTERREICH

Aktuelle Hinweise des Auswärtigen Amtes für Österreich

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Bundesländer Wien, Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz) und Vorarlberg (mit Ausnahme des Kleinwalsertals/der Gemeinde Mittelberg) wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt. Dies gilt ab dem 24. Oktober 2020 auch für die Bundesländer Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark.

Mit der 7000-Einwohner-Gemeinde Kuchl im Salzburger Land steht erstmals seit Monaten wieder ein Ort in Österreich unter Quarantäne. Die Ein- und Ausreise ist – abgesehen von Ausnahmen – bis 1. November nicht mehr erlaubt. Der Ort und die Region haben Spitzenwerte bei den Corona-Neuinfektionen in Österreich.

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In Österreich gilt verbreitet eine Maskenpflicht, Sperrstunden sind teils auf 22 Uhr vorverlegt. Bei privaten Veranstaltungen ohne zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze sind nur mehr zehn Personen statt bisher 50 erlaubt.

Die Corona-Lage in ITALIEN

Aktuelle Hinweise des Auswärtigen Amtes für Italien

Das Mittelmeerland, das früher als andere Staaten Europas von der ersten Corona-Welle erfasst wurde, erließ von Anfang an strikte und harte Gegenmaßnahmen. Angesichts der zweiten Welle sind viele Regeln ebenfalls strenger als in Deutschland. Es gilt eine generelle Maskenpflicht – drinnen und draußen. In den eigenen vier Wänden ist das zwar nicht geboten. Doch die Regierung riet allen, bei Besuch trotzdem den Mund-Nasen-Schutz aufzuziehen. Wer draußen ohne erwischt wird, muss bis zu 1000 Euro Bußgeld zahlen.

Von einer Ausweisung als Risikogebiet sind in Italien mehrere Touristenziele betroffen, unter anderem Rom, Mailand, Venedig, die Toskana und Sardinien. Deutsche Urlauber, die dort in den Herbstferien sind, müssen nun bei Rückkehr in Quarantäne oder sich «freitesten» lassen - es sei denn, sie fahren oder fliegen noch vor Samstag nach Hause.

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Um ein Zeichen zu setzen, hat Rom Mitte Oktober zudem private Partys strikt verboten. Nur Familientreffen wie Hochzeiten und Beerdigungen sind erlaubt, müssen aber auf 30 Teilnehmer beschränkt werden. Außerdem rät die Regierung von Giuseppe Conte den rund 60 Millionen Bürgern dringend, daheim auf gesellige Abendrunden mit mehr als sechs eingeladenen Gästen zu verzichten.

Die Corona-Lage in TSCHECHIEN

Aktuelle Hinweise des Auswärtigen Amtes für Tschechien

Mit dem erstmaligen Überschreiten der 10.000er-Marke an einem Tag hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Tschechien Mitte Oktober einen Rekordwert erreicht. In dem EU-Land wurden am Freitag (16. Oktober) 11.105 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Das war der bisher höchste registrierte Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie.

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Insgesamt verzeichnete das 10,7-Millionen-Einwohner-Land bisher 160.112 bestätigte Infektionen, und 1283 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Der tschechische Präsident Milos Zeman rief die Bürger in einer Fernsehansprache am Freitagabend zu mehr Disziplin beim Maskentragen auf. «Uns steht nur eine Waffe zur Verfügung, solange es keine Impfung gibt: Diese Waffe ist ein kleines Stück Stoff», mahnte der 76-Jährige.

Die Corona-Lage in der SCHWEIZ

Aktuelle Hinweise des Auswärtigen Amtes für die Schweiz

Die Schweiz ist vom Robert Koch Institut mit Wirkung ab dem 24. Oktober ebenfalls zum Corona-Risikogebiete erklärt worden.

Zur Eindämmung des Coronavirus hat die Schweiz die Sicherheitsauflagen verschärft. Von Montag (19. Oktober) an seien Versammlungen mit mehr als 15 Menschen im öffentlichen Raum verboten, teilte die Regierung am Sonntag mit. Die Schweizer wurden dazu aufgerufen, private Treffen insgesamt einzuschränken.

Auch die Maskenpflicht wurde verschärft. Sie galt bisher in öffentlichen Verkehrsmitteln und wurde nun auf öffentlich zugängliche Räume wie Geschäfte, Restaurants und Museen ausgeweitet. Auch an Bahnhöfen, Flughäfen und Haltestellen müssen Schweizer künftig Mund und Nase bedecken. Darüber hinaus legte die Regierung Unternehmen nahe, Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten zu lassen.

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Die Corona-Lage in FRANKREICH

Aktuelle Hinweise des Auswärtigen Amtes für Frankreich

Für das gesamte Staatsgebiet Frankreichs in Europa gilt ab Samstag (17. Oktober) eine Reisewarnung der Bundesregierung für touristische Reisen. Nur einzelne französische Überseegebiete wie die Insel Mayotte im Indischen Ozean gelten noch nicht als Risikogebiete.

Die Regierung in Paris versucht mit nächtlichen Ausgangssperren in großen Städten die Ausbreitung des Virus einzudämmen. In Paris, Lyon oder Marseille gilt sie ab Samstag zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Zu dieser Zeit dürfen sich dort nur Menschen auf der Straße aufhalten, die einen triftigen Grund haben – also etwa auf dem Weg zur Arbeit sind.

Die Corona-Lage in SPANIEN

Aktuelle Hinweise des Auswärtigen Amtes für Spanien

Die Kanarischen Inseln werden von der Risikoliste des RKI gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am 22. Oktober auf seiner Internetseite mitteilte.

Spanien wurde von der zweiten Welle als eins der ersten Länder Europa schon ab Mitte August erwischt. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sind viel strenger als in Deutschland. Aber einen Flickenteppich gibt es dort auch, weil die Kompetenz für die Bekämpfung des Coronavirus bei den Regionen liegt.

Hier finden Sie weitere Hinweise des Auswärtiges Amtes für Europa und die Welt.

Landesweit besteht in Spanien schon seit Anfang August eine generelle Maskenpflicht außerhalb der eigenen vier Wände. Seither gilt auch ein weitreichendes Rauchverbot in der Öffentlichkeit. In mehr als 700 Gemeinden gibt es weitergehende Einschränkungen. Teilweise abgeriegelt sind landesweit 46 Gemeinden mit insgesamt 5,7 Millionen Einwohnern. Sie dürfen nur aus triftigem Grund verlassen oder betreten werden.

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