Abschied vom prächtigen Winterhimmel

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Jupiter, der Gigant unseres Sonnensystems, ist im Februar ein Höhepunkt am Nachthimmel. Mars wird im Laufe des Monats immer heller. Und Venus zeigt sich am Morgenhimmel.

STERNE IM FEBRUAR

Jupiter, der Gigant unseres Sonnensystems, ist im Februar ein Höhepunkt am Nachthimmel. Mars wird im Laufe des Monats immer heller. Und Venus zeigt sich am Morgenhimmel.

VON HANS-ULRICH KELLER (DPA)

Glanzpunkt des winterlichen Nachthimmels im Februar ist der Riesenplanet Jupiter. Mit Einbruch der Dunkelheit sieht man ihn schon hoch im Osten leuchten. Nach Venus, die erst am Morgenhimmel in der Dämmerung erscheint, ist Jupiter das hellste Gestirn am Nachthimmel. Zurzeit hält er sich in den nördlichsten Gefilden des Tierkreises auf, nämlich im Sternbild der Zwillinge. In der Nacht vom 10. auf 12. Februar pirscht sich der zunehmende Mond an den Riesenplaneten heran. Vom Morgenhimmel zieht sich Jupiter langsam zurück.

Schon mit einem Fernglas sind die vier großen Jupitermonde zu sehen. Sie wurden vor 400 Jahren von Galileo Galilei entdeckt. Vergessen wird oft, dass auch Simon Mayr – genannt Marius – aus Gunzenhausen in Franken und Thomas Harriot in England unabhängig die Jupitermonde gefunden haben. Marius veröffentlichte im Jahre 1614 sein Buch „Mundus lovialis“ (Die Welt des Jupiters). Mit Galilei kam es zum Streit, wer als erster mit dem kurz zuvor entdeckten Fernrohr die Jupitermonde gesehen habe. Galilei selbst nannte sie die Mediceischen Gestirne nach seinem Gönner. Johannes Kepler jedoch schlug vor, sie nach den Gespielinnen des Göttervaters zu benennen. Daher heißen sie heute Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

Jupiter ist etwa 320 mal so schwer wie die Erde und damit der größte und massereichste Planet in unserem Sonnensystem. Rund 1300 Erdkugeln würden in ihn hineinpassen. Bereits mit einem kleinen Teleskop erkennt man die ovale Form des Planetenscheibchens. Infolge seiner raschen Rotation ist er stark abgeplattet. Der Poldurchmesser ist mit 134 000 Kilometer deutlich kleiner als der Äquatordurchmesser mit 143 000 Kilometer. Ein Jupitertag dauert knapp zehn Stunden. Fast zwölf Jahre braucht er für seine Reise um die Sonne. Von dieser ist der Riesenplanet fünfmal so weit entfernt wie die Erde.

Auffällig leuchtet ebenfalls Mars im Sternbild Jungfrau am Nachthimmel. Der Rote Planet geht nun immer früher auf – Anfang Februar eine halbe Stunde vor Mitternacht, Ende des Monats bereits kurz nach zehn Uhr abends. Seine Helligkeit nimmt im Laufe des Februars deutlich zu – die Erde beginnt ihn einzuholen. Der Blick zum Nachthimmel lohnt sich dann vor allem auch am 19., wenn sich gegen Mitternacht knapp über dem Osthorizont der abnehmende Mond zum Roten Planeten und dem bläulichen Hauptstern der Jungfrau, Spica, gesellt.

Die helle Venus zeigt sich am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang. Am 15. Februar strahlt der Morgenstern in maximalem Glanz. Am 26. kommt es zu einer engen Begegnung mit der schmalen Sichel des abnehmenden Mondes – ein schöner Anblick gegen 6 Uhr morgens tief am Südosthimmel. Am 26. zieht die schmale Sichel des abnehmenden Mondes an Venus vorbei.

Saturn im Sternbild Waage ist in der zweiten Nachthälfte am Südosthimmel sichtbar. Der ringgeschmückte Planeten geht dabei jeden Tag früher auf. Zu Monatsbeginn erscheint Saturn gegen 2.30 Uhr über dem Südosthorizont. Ende Februar erfolgt sein Aufgang bereits eine halbe Stunde nach Mitternacht.

Der selten und schwierig zu beobachtende Merkur zeigt sich in den ersten Februartagen am Abendhimmel knapp über dem Westhorizont. Gegen 18 Uhr ist es dunkel genug, um ihn zu erkennen. Ein Fernglas kann hilfreich sein, den sonnennächsten Planeten zu finden. Gegen 18.30 Uhr wird Merkur in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar. Zum letzten Mal kann man ihn am 6. in der Abenddämmerung sehen.

Am 12. steht der Mond mit 406 230 Kilometer in Erdferne. Vollmond ist am 15. um 0.53 Uhr. Der Erdtrabant steht dabei im Sternbild Löwe nahe dem Stern Regulus. In Erdnähe kommt der Mond am 27., wobei ihn 360 440 Kilometer von uns trennen. In diesem Februar gibt es keinen Neumond. Dies ist möglich, weil der Februar 28 Tage hat, die Zeitspanne zwischen zwei Neumondterminen aber im Schnitt 29,5 Tage beträgt.

Abends ist noch der prächtige Winterhimmel zu bewundern. Hoch im Süden stehen die Zwillinge mit Kastor und Pollux. Fast im Zenit erblickt man die gelbliche Kapella im Fuhrmann. Orion hat den Meridian schon überschritten und nimmt seinen Platz im Südwesten ein. Hoch im Westen ist der Stier mit seinem orangefarbenen Stern Aldebaran und den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden zu sehen. Tief am Südhimmel flackert in bläulich-weißem Licht Sirius im Großen Hund. Er ist der hellste Stern am irdischen Firmament und wird nur von den Planeten Venus, Jupiter und selten auch von Mars an Helligkeit übertroffen. Knapp neun Jahre ist sein Licht zur Erde unterwegs. Am Osthimmel ist bereits das Sternbild Löwe mit Regulus aufgegangen und kündigt den Frühling an.

Die Sonne wandert am aufsteigenden Ast ihrer Jahresbahn und nähert sich dem Himmelsäquator. Dadurch nimmt die Tageslänge im Februar um etwa eineinhalb Stunden zu. Die Mittagshöhe der Sonne steigert sich um gut neun Grad. Am 16. verlässt die Sonne mittags das Sternbild Steinbock und wechselt in den Wassermann, in dem sie bis 12. März bleibt. Am 18. tritt sie in das Tier-Kreiszeichen Fische, das nicht mit dem gleichnamigen Sternbild zu verwechseln ist.

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