7,8 Millionen für "Kraftquelle"

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Lila Luftballons ließen Kinder beim Hoffest in den Himmel steigen. Fotos Dorp

"Der Irmengard-Hof der Björn-Schulz-Stiftung ist eine echte Kraftquelle", sagte Schirmherrin Karin Seehofer bei der Einweihung des Hauses am Samstag in Gstadt. In fünfjähriger Um- und Ausbauzeit war mit einem Kostenaufwand von 7,8 Millionen Euro aus dem nahezu baufälligen historischen Dreiseithof der Frauenwörther Benediktinerinnen ein modernes Erholungszentrum entstanden.

Die Eröffnung des größtenteils aus Spenden finanzierten Hauses wurde im Beisein der "Botschafter" und der Sportstars Magdalena Neuner und Tobias Angerer mit einem bunten Hoffest gefeiert.

Gstadt - "Endlich ist alles geschafft." Das war der Tenor aller Festreden vor gut 200 Gästen im vollbesetzten Festzelt. Wie lang der Weg bis zur jetzigen Nutzung war, verdeutlichte Äbtissin Johanna Mayer vom Kloster Frauenwörth in ihrem Rückblick auf die Geschichte. Vor gut 100 Jahren hatte Freiherr Theodor von Cramer Klett aus Hohenaschau das Anwesen mit seinen drei Gebäuden den Klosterschwestern zur Bewirtschaftung überlassen, das der Konvent dann 1930 kaufte. Jahrzehntelang lieferten bis zu 30 Schwestern die landwirtschaftlichen Erträge an das Inselkloster. Doch dann schrumpfte der Schwesternkonvent, und 1994 kehrten die letzten Schwestern auf die Insel zurück. "14 Jahre lang suchten wir dann nach einem geeigneten Verwendungszweck für den Hof, bis wir ihn 2008 der Björn-Schulz-Stiftung in Erbpacht übergeben konnten", sagte die Äbtissin. "Ich bin überzeugt, dass auf diesem Haus ein Segen liegt und sehe die heutige Eröffnung als großes Geschenk."

Der Irmengard-Hof ist ein neuer Baustein der seit fast 20 Jahren mit diversen Ein-richtungen deutschlandweit agierenden Stiftung. Sie hat es sich zur Aufgabe ge-macht, Familien mit einem schwerstkranken Kind zu betreuen, das nur noch eine begrenzte Lebenszeit hat. "Unser Leitsatz 'Für eine Zeit voller Liebe' soll in diesem Haus verwirklicht werden", sagte die Sprecherin des Stiftungsvorstandes, Bärbel Mangels-Keil. Hier sollen die Betroffenen mit ihren Eltern und Geschwistern eine Auszeit nehmen und wieder Hoffnung, Kraft und Liebe für ihre belastende Lebenssituation schöpfen. Den 8Gästen stehen 24 Zimmer mit bis zu 90 Betten, zahlreiche Spiel- und Gemeinschaftsräume sowie eine großzügige Gartenanlage mit Tiergehege und Bolzplatz zur Verfügung.

Der Dank der Vorstandssprecherin galt den vielen Spenden, "die aus dem Irmengard-Hof das gemacht haben, was er heute ist". Besonders erwähnte sie die Sammelaktion der OVB-Heimatzeitungen zu Weihnachten 2010 sowie verschiedene andere Spendenquellen.

Einen besonderen Stellenwert in ihrer langen Liste der Freunde und Gönner des Irmengard-Hofes räumte sie der Frau des Ministerpräsidenten und der "Botschafterin" Magdalena Neuner für deren "Herzblut, Leidenschaft, Tatkraft und Engagement" ein. "Der Irmengard-Hof ist mir in den fünf Jahren meiner Schirmherrschaft sehr ans Herz gewachsen", gestand Karin Seehofer. Hier bleibe keiner allein und ohne Hilfe. "Kranke Kinder werden bestens betreut. Väter und Mütter tanken Energie. Und Geschwisterkinder erhalten die oft vernachlässigte Zuwendung, die sie brauchen." Abschließend gab sie bekannt, dass sie ihre auf die Bauphase beschränkte Schirmherrschaft an die bisherige "Botschafterin" Magdalena Neuner abgeben werde. Die zwölffache Weltmeisterin und mehrfache Olympiasiegerin im Biathlon hatte in den vergangenen drei Jahren durch ihre Bekanntheit viele Menschen für den Irmengard-Hof begeistert und zu Spendenaktionen bewegt.

Für Neuner war die Einrichtung aufgrund eigener Erfahrungen in der Familie seit Juli 2012 zur Herzensangelegenheit geworden. "Das Projekt hat mich einfach tief im Herzen berührt", sagte sie. Als erste Amtshandlung ihrer Schirmherrschaft warb sie bei den Anwesenden um den Beitritt zum anlässlich der Einweihung neu gegründeten "Freundeskreis Irmengard-Hof". Dieser Kreis soll mit seinen finanziellen Mitteln eine nachhaltige Unterstützung des Projekts sicherstellen.

Auch Gstadts Bürgermeister Bernhard Hainz rief in seinem Grußwort zur Nach-haltigkeit auf: "Wichtig ist nicht nur die heutige Einweihung, sondern die fortfüh-rende kontinuierliche Nutzung des Hofes für die Betroffenen, aber auch für die Gemeinde."

Das Haus erhielt an diesem Nachmittag auch den Segen der Kirche. Für die musikalische Umrahmung der Feststunde sorgten die örtlichen Musik- und Trachtenvereine sowie der Gospelchor "Soul of Mosaic". Nachdem die Festgemeinde Hunderte von lila Luftballons in den Himmel geschickt hatte, gab es den ganzen Tag über ein fröhliches Treiben mit zahlreichen Programmpunkten für Groß und Klein.

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