Auszeit für die Angehörigen

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Gemeinsam Strohsterne basteln: Was derzeit die Senioren im Caritas-Altenheim in Mühldorf machen, sollen bald auch demente Patienten, die zu Hause gepflegt werden, in neuen Betreuungsgruppen tun.

Mühldorf - 20 ehrenamtliche Demenz-Begleiterinnen sind für die Caritas-Sozialstation Mühldorf im Landkreis unterwegs. Sie entlasten die pflegenden Angehörigen, indem sie vor Ort ein paar Stunden Freiraum schaffen. 

Mit Hilfe der OVB-Weihnachtsaktion sollen nun zusätzliche Betreuungsangebote für Patienten und Angehörige entstehen. Von Wolfgang Haserer Mühldorf/Rosenheim – Ein paar Stunden Zeit können manchmal Wunder bewirken. Zeit für einen Einkauf in der Stadt, Zeit für den längst fälligen Arztbesuch, Zeit für einen entspannten Besuch im Hallenbad – ein Stück Freiraum und Lebensqualität für pflegende Angehörige im von der Krankheit dominierten Alltag, geschaffen von ehrenamtlichen Demenz-Helferinnen der Caritas-Sozialstation im Landkreis Mühldorf. 

„Die Helferinnen pflegen nicht“, macht Sybille Ehrmann von der Caritas deutlich. „Sie kommen nach Hause und betreuen die Patienten, indem sie sich ein paar Stunden mit ihnen beschäftigen.“ So weit das die Krankheit eben zulässt: Mit manchen gehen die Ehrenamtlichen spazieren, anderen lesen sie einfach nur vor. Für ihren Dienst bekommen die Helferinnen eine geringe Aufwandsentschädigung, abgerechnet wird über die Pflegeversicherung. Die Caritas übernimmt die Kosten für die Ausbildung der Demenzbegleiterinnen, die immerhin 40 Stunden umfasst. Nun will die Sozialstation das Angebot erweitern, mit Geld aus der OVB-Weihnachtsspendenaktion sollen zentrale Betreuungsangebote organisiert werden. „Die Idee ist, dass die Patienten an regelmäßigen Treffen teilnehmen können. Begleitet werden sie dabei entweder von ihren Angehörigen, die so Gelegenheit zum Austausch mit anderen Betroffenen erhalten, oder von den ehrenamtlichen Betreuern, die damit wiederum die Angehörigen zu Hause entlasten“, erklärt Sybille Ehrmann. Natürlich profitieren aber auch die Teilnehmer. Für sie bedeute der Besuch eine zusätzliche Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und sich zu beschäftigen. „Vorhandene Fähigkeiten werden unterstützt und können damit so lange wie möglich erhalten bleiben“, sagt die Leiterin des Caritas-Pflegedienstes – wohl wissend, dass jeder Fall anders liegt. „Das macht das Krankheitsbild Demenz so schwierig. Für den einen ist ein Nachmittag außer Haus ein Segen, dem anderen macht das eher Angst. Da gibt es keinen Königsweg.“ Angehörige und Demenzhelferinnen sollen deshalb zunächst gemeinsam überlegen, ob eine Teilnahme überhaupt in Frage kommt. 

Den Auftakt soll in wenigen Monaten ein Gruppenangebot in Mühldorf machen. „Bei Bedarf könnten wir Betreuungs- und Angehörigengruppen auch in Waldkraiburg, Neumarkt-St. Veit oder Haag auf die Beine stellen.“ Die Organisation von rollstuhlgerechten Räumlichkeiten sind das eine, die Logistik ist das andere. Da für pflegende Angehörige laut Ehrmann häufig eine hohe Hemmschwelle besteht, Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen, will die Caritas den bürokratischen Aufwand im Vorfeld so gering wie möglich halten. Auch über die Einrichtung eines Fahrdienstes denken Ehrmann & Co nach. Eine zusätzliche Fachkraft soll das Angebot in den nächsten Monaten aufbauen und die ersten Treffen vorbereiten. „Wir wollen basteln, singen, vielleicht ein paar Spiele spielen.“ Ein paar entspannte Stunden also. 

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