Chiemgau-Stift Inzell

Ein Bus für das CSI

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Lachen ist die beste Medizin gegen Lagerkoller –aber frische Luft tut immer gut. Deshalb wünschen sich im Chiemgau-Stift Inzell (CSI) die Bewohnerinnen Eleonore Mangold (links) und Josefine Lackner mit Pflegedienstleiterin Beate Hamm (Mitte) einen behindertengerechten Bus. wegscheider

Inzell - CSI– mit diesen drei Buchstaben verbinden die meisten die Krimis um polizeiliche Spurensucher in New York, Miami oder Las Vegas.

Im Chiemgau gibt es ein CSI – und auch das Chiemgau-Stift Inzell ist eine besondere Einrichtung. 63 Menschen werden in dem Seniorenheim in beschaulichen Wohngruppen betreut. Rund zwei Drittel haben Demenz – und einen Traum: ein Bus, um Ausflüge unternehmen zu können. Die OVB-Aktion „Schicksal Demenz“ könnte ihnen das Fahrzeug zu Weihnachten schenken.

– Die Gesellschaft wird immer älter, Demenz ist auf dem Weg zur Volkskrankheit. Die Frage, wie man eine menschenwürdige Pflege und Betreuung auf die Beine stellen und organisieren kann, rückt damit in den Vordergrund.

Weil die Bewohner der kleinen Wohngruppen ihren Haushalt zusammen mit den CSI-Mitarbeitern organisieren, gelingt im Chiemgau-Stift Inzell die Alltagsgestaltung in besonderer familiärer Atmosphäre. Aber: Wer an Demenz erkrankt ist, kann das Haus nicht mehr allein verlassen.

Ausflüge? Einkaufsfahrten? Der Besuch kultureller Veranstaltungen? Jede noch so kleine Exkursion wird zur organisatorischen und finanziellen Herkulesaufgabe. Lokale Busunternehmen müssen gebucht werden. Die kosten Geld. Manche haben gar keine Möglichkeit, gehbehinderte Menschen problemlos mitzunehmen. Folge: Ausflüge bleiben ein Traum.

Nur zu gerne würde das CSI seinen Bewohnern mehr Teilnahme am Gesellschaftsleben ermöglichen. Mit der Anschaffung eines hauseigenen behindertengerechten Busses für acht bis neun Personen würde es klappen. „Ein kleiner Bus –  das ist der Herzenswunsch von allen. So könnten wir bei gutem Wetter spontan Ausflüge unternehmen“, sagt Pflegedienstleiterin Beate Hamm.

„Stiftslerchen“: Großer Auftritt auf der Burg

Die CSI-Leute wären mit dem Bus mobiler, der Weg ins Leben – zum Dorffest im Ortskern, zum nächsten Einkaufsmarkt oder zum Chiemsee – würde kürzer. Die Folge wäre eine deutliche Steigerung der Lebensqualität.

Dass die Männer und Frauen noch voller Tatendrang stecken, zeigte 2014 die Gründung eines Chors im CSI. Die „Stiftslerchen“ gehen auf eine Idee von Beate Hamm zurück – und die Resonanz war riesig. Ihren ersten Auftritt hatten die „Stiftslerchen“ auf der Burg in Tittmoning, auch in Berchtesgaden haben die überwiegend demenzkranken Chormitglieder schon gesungen.

„Ein Erlebnis, das lang in Erinnerung bleibt, war heuer ein Ausflug auf dem Chiemsee“, erinnert sich die Pflegedienstleiterin. „Wir waren mit 24 Personen unterwegs, haben auf dem Schiff zu singen begonnen – nach kurzer Zeit stiegen fast alle Passagiere mit ein, es bildete sich ein riesiger Chor auf dem Wasser.“ Besser und schöner könne man Berührungsängste nicht überwinden.

Aber solche Ausflüge sind eine Rarität. Mit den verhandelbaren Pflegesätzen als einzige verlässliche Einnahmequelle können ausschließlich Pflege und Betrieb der Einrichtung finanziert werden. Die Anschaffung eines Busses ist nur über Spenden möglich.

Über 160 000 Euro auf den Spendenkonten

Das Geld, das man Anfang September mit einem kleinen Jahrmarkt in Inzell eingenommen hat, wurde schon für den Bus zur Seite gelegt – mithilfe der OVB-Leser soll der Traum nun in Erfüllung gehen. Und es sieht gut aus. Schon über 160 000 Euro sind auf den beiden Spendenkonten der Aktion „Schicksal Demenz“ (siehe eingeblockte Grafik) schon zusammengekommen.

Helmuth Wegscheider, Ludwig Simeth

Zurück zur Übersicht: Weihnachtsaktion

  • schließen
  • Weitere
    schließen