Vorsicht mit Investitionsabzugsbeträgenbei Hofübergabe oder Verpachtung

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Seit dem Jahr 2007 gibt es den Investitionsabzugsbetrag (IAB). Wie bereits die Vorgängerregelung – die Ansparrücklage – bringt das Vorziehen von Abschreibungen über die Steuerstundung einen Liquiditätsvorteil, der die zukünftige Investition quasi mitfinanziert.

Vorsicht ist allerdings gebotenbei der Hofübergabe. Nach der aktuellen Rechtsprechung kann bei einer Hofübergabe der Übergeber in seiner „letzten Bilanz“ vor der Übergabe keinen erstmaligen IAB bilden, weil er wegen der zwischenzeitlich erfolgten Betriebsübergabe nicht mehr Betriebsinhaber ist und deshalb die Durchführung der Investitionobjektiv nicht mehr möglich ist. Anders ist das bei einem bereits aus Vorjahren bestehenden IAB, dieser kann auf den Hof übernehmer mit übertragen werden.

Bei der Verpachtung stellt sich die Lage wiederum anders dar, denn bei der Betriebsverpachtung bleibt der ursprüngliche Betrieb weiterhin, nun als Verpachtungsbetrieb bestehen. Der IAB geht nicht vom Verpachtungsbetrieb auf den Betrieb des Pächters über. Die Folge ist: Der Verpächter muss den IAB gewinnerhöhend auflösen, denn es erfolgt keine Anschaffung mehr im Betrieb des Verpächters, da diese Anschaffung in der Regel der Pächter übernimmt. Aber selbst bei Anschaffung im Verpachtungsbetrieb ist der IAB nicht zu retten, da beim Verpächter keine eigenbetriebliche Nutzung des neuen Wirtschaftsgutes vorliegt. Deshalb ist der IAB aufzulösen!

Zu guter Letzt hat der BFH jüngst entschieden, dass in Neugründungsfällen, z. B. beider erstmaligen Anschaffung ei-ner Photovoltaikanlage, eine ver-bindliche Bestellung für die Bil-dung des IAB nicht mehr not-wendig ist. Mit diesem steuer-zahlerfreundlichen Urteil hat derBundesfinanzhofdiestrengeAuffassung der Finanzverwal-tung in ihre Schranken verwie-sen. Gegen ablehnende Ent-scheidungen sollten Sie daherEinspruch einlegen.

Friederike von Heydebrand, Steuerberaterin

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