Achtung Abnahme!

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„Fix und fertig“ scheint das neue Eigenheim und das Bauunternehmen oder der Bauträger wünschen eine Schlüsselübergabe – selbstverständlich nur gegen eine Bezahlung aller Rechnungen. Doch Vorsicht!

Vor dem Einzug ist zunächst die Durchführung einer „Abnahme“ notwendig. Die Abnahme hat regelmäßig gemeinsam mit dem Unternehmen zu erfolgen. Das Ergebnis wird in einem Abnahmeprotokoll festgehalten.

Ist eine solche „förmliche Abnahme“ nicht vereinbart und wird diese auch von keiner Seite verlangt, können die Rechtsfolgen der Abnahme auch mit dem risikobehafteten (!!!) Einzug in das Eigenheim und dem Nutzungsbeginn eintreten. Folge einer jeden Abnahme ist zum Einen, dass der Kunde die vom Unternehmen erbrachten Leistungen als vollständig und mangelfrei anerkennt. Zum Anderen wird der restliche Werklohn bzw. Kaufpreis zur Zahlung fällig.

Zusätzlich trägt nach der Abnahme alleine der Kunde die Beweislast für das Vorhandensein unvollständiger oder mangelhafter Leistungen, was in der Regel hohe Kosten verursacht. Dieses Risiko sollte vermieden werden.

Sind für den Kunden unvollständige oder mangelhafte Leistungen erkennbar, so sind diese sofort in dem Abnahmeprotokoll zu vermerken. Erst danach ist das Protokoll von dem Kunden zu unterschreiben, mit dem Hinweis darauf, dass die gerügte Leistung nicht abgenommen wird. Nur so bleibt das Unternehmen verpflichtet, auf eigene Kosten die Mangelfreiheit seiner Leistungen nachzuweisen.

Bis zu diesem Nachweis ist der Kunde berechtigt, zumindest die Bezahlung eines Teilbetrages, welcher der Höhe nach dem dreifachen Betrag der voraussichtlichen Kosten der Mangelbeseitigung entspricht, auf die Restforderung des Unternehmens zu verweigern. Lassen Sie sich daher als Kunde zu keinem Zeitpunkt, auch nicht aus einer Weihnachtsstimmung heraus, zu einer vorschnellen Übernahme des Eigenheimes oder zur Bezahlung einer Schlussrechnung verleiten. Bestehen sie zuvor auf einer gemeinsamen „förmlichen Abnahme“.

Nehmen Sie bei eigenen Fragen, Bedenken oder Meinungsverschiedenheiten rechtzeitig (!!!) die Unterstützung eines Sachverständigen oder eines Fachanwaltes für Baurecht in Anspruch.

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