Ärger vor dem Urlaub? - Das muss nicht sein! Arbeitsrechtliche Hinweise zum Thema Urlaub

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Sommerzeit ist Reisezeit und Urlaubszeit. Doch damit der Flieger nicht ohne den Urlauber oder nur mit einem Teil der Familie abhebt, gilt es, einige Dinge zu beachten:

Zunächst sollte der Urlaub rechtzeitig beantragt werden. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber bei der Prüfung des beantragten Urlaubs auf die Bedürfnisse des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen. In dringenden betrieblich veranlassten Ausnahmefällen kann der Arbeitgeber aber die Bewilligung von Urlaub ablehnen. Kommt es zum Streit über die Gewährung eines bereits geplanten Urlaubs, muss notfalls beim Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung beantragt werden, die in ein bis zwei Tagen erlassen werden kann. Keinesfalls sollte der Arbeitnehmer „auf eigene Faust“ den Urlaub antreten oder „krank feiern“, denn dann riskiert er eine Abmahnung oder sogar eine (fristlose) Kündigung.

Was aber tun, wenn der Arbeitgeber den bereits bewilligten Urlaub widerruft. Zwar ist dies in aller Regel unzulässig, doch auch ein rechtswidriger Widerruf hat zur Folge, dass ein Arbeitnehmer den zunächst genehmigten Urlaub nicht antreten darf. Auch in diesen Fällen hilft notfalls das Arbeitsgericht mit einer einstweiligen Verfügung. „Sicher“ ist der Arbeitnehmer erst, wenn der Flieger abgehoben hat, denn nach Urlaubsantritt ist eine Widerrufserklärung rechtlich nicht mehr erheblich. Dann steht es dem Arbeitnehmer frei, seinen Urlaub abzubrechen oder nicht. Stellt sich nur noch die Frage, was zu tun ist, wenn der Arbeitnehmer während des Urlaubs (auch im Ausland) erkrankt. Dann empfiehlt es sich, möglichst noch am gleichen Tag zum Arzt zu gehen, sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen zu lassen und diese unverzüglich an den Arbeitgeber und – bei Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen – auch an diese weiterzuleiten. Zwar wäre es nun schön, wenn sich der Urlaub um die Krankheitstage automatisch verlängert, doch dem ist leider nicht so. Allerdings werden die durch das ärztliche Attest belegten Krankheitstage nicht auf den Jahresurlaub angerechnet, so dass die entsprechenden Urlaubstage erhalten bleiben. Wenn Sie diese Hinweise beherzigen, sollte der Urlaub zumindest aus arbeitsrechtlicher Sicht auch tatsächlich zur Erholungsphase werden. Sollten dennoch Probleme auftauchen, berät Sie Ihr Anwalt gern und kompetent.

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