Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


WERDER BREMEN UND SEINE STÜRMER

Zurück zur Romantik

Werder Bremen war für Angreifer schon immer eine gute Adresse.

Früher hießen sie Burgsmüller und Allofs, später Völler und Rufer, Riedle und Neubarth, Klose und Klasnic, natürlich Ailton, auch Pizarro und jetzt eben Gnabry. An der Weser war das sportliche Klima stets stürmisch und weil Bremen in der hektischen Ligalandschaft ansonsten ein eher gemütlicher Ort ist, gibt es nicht viele Vereine, wo es sich so angenehm leben und spielen lässt.

Man musste so einen Verein früher nicht verlassen, um Weltmeister zu werden (Riedle). Es schadete aber auch nicht (Völler, Klose). Wer besonders oft traf, landete manchmal beim FC Bayern (Klose, Pizarro). Und dass sich einer der Besten später in den Dschungel verirrte (Ailton), war nur der letzte Akt eines Abstiegs, der schon mit dem Wechsel von Werder zu Schalke 04 begonnen hatte.

Seit Monaten spekuliert die Branche, welchen Weg der zurecht begehrte Serge Gnabry im Sommer einschlagen wird. Der Jung-Nationalspieler profitiert seit Saisonbeginn von den Vorzügen des Standortes Werder. Nachdem er in England schon verschollen schien, könnte er nun die sagenhafte Geschichte Bremer Ausnahmestürmer fortschreiben. Es sei denn, er nimmt die allererste Ausfahrt und verabschiedet sich, ob nun nach München oder – wie zuletzt gemutmaßt – Hoffenheim.

Die Geschichte des SV Werder und seiner Stürmer ist romantisch und gleichzeitig tragisch, sie handelt von Liebe und Abschied, manchmal auch von Versöhnung und Neuanfang. Claudio Pizarro ging zweimal fort und kehrte zweimal zurück. Im Sommer werden sich die Wege vermutlich endgültig trennen. Wer schießt dann die Tore?

Vielleicht ja Davie Selke. Vor zwei Jahren, als RB Leipzig ein üppiges Gehalt und die Aussicht auf eine große Karriere bot, konnte er Bremen gar nicht schnell genug verlassen. Der Abstieg in die zweite Liga war kein Hindernis. Inzwischen ist Leipzig tatsächlich in der Bundesliga angekommen, dort Tabellenzweiter und hat einen Nationalstürmer. Allerdings heißt er Timo Werner, nicht Davie Selke.

Es ist einiges schiefgelaufen, so wie es manchmal passiert, wenn einer in sehr jungen Jahren die gewohnte, heimelige Umgebung verlässt, weil in der Ferne die Abenteuer locken. Davie Selke ist noch jung, gerade mal 22. Er könnte immer noch eine große Zukunft haben, aber dafür sollte der nächste Karriereschritt wohlbedacht sein. Der SV Werder wirbt um ihn. Ganz offensiv, wie es seine Art ist.

Kommentare