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MANUEL NEUER WIRD BAYERN-KAPITÄN

Westfälische Fußnote

Die Wahl eines Kapitäns folgt im Fußball nicht immer festen Regeln.

Manchmal ist sie einfach Glückssache. Dass der TSV 1860 in dieser Frage vor Jahren nicht nur vom Glück, sondern allen guten Geistern verlassen war, wird niemanden wundern, der diesen Verein durch die jüngsten Turbulenzen begleitet hat. Die Beförderung des damals 18-jährigen Julian Weigl zum Spielführer war selbst nach den strengen Löwen-Maßstäben ein Akt des Wahnsinns.

Noch unrühmlicher als der Beginn war das jähe Ende der kurzen Kapitänskarriere. Nach zwei Partien war Weigl die Binde wieder los, weil er des Nachts mit drei Kollegen das Münchner Nachtleben genossen hatte. Dass er für die Tour extra den Abend vor einem trainingsfreien Tag gewählt hatte, spielte in der Urteilsfindung keine Rolle. Es zeugt aber von Anstand und Verantwortungsbewusstsein.

Längst ist Julian Weigl Nationalspieler und hochgeschätzter Profi bei Borussia Dortmund. Abwerbeversuchen hat er bisher widerstanden, und es ist nicht auszuschließen, dass er im Falle langer Vereinstreue eines Tages ein Kandidat für das Kapitänsamt wäre. Seine oberbayerische Herkunft stünde ihm nicht im Wege. Bis 2016 führte Mats Hummels den BVB aufs Feld. Der ist zwar in Bergisch Gladbach geboren, gilt aber als waschechter Bayer.

Umgekehrt hat der FC Bayern seit dieser Woche in Manuel Neuer einen westfälischen Kapitän. Am bemerkenswertesten an dieser Personalie ist die Tatsache, dass sie so unspektakulär ist. Neuer ist unter vielen sehr bekannten Gesichtern eines der bekanntesten, als Torwart eine Klasse für sich und mit seiner besonnenen Art der Prototyp des modernen Kapitäns. Thomas Müller wäre die größere Identifikationsfigur gewesen, ist aber sportlich aktuell nicht unangefochten. Hummels wiederum ist dem BVB noch zu sehr in Freundschaft verbunden, wenn auch vielleicht nicht mehr in echter Liebe.

Selbst bei einem stolzen Verein wie den Mia-san-mia-Bayern ist es nur noch eine Fußnote, wenn diese Führungsposition nicht urbajuwarisch besetzt wird. Sie hatten schon Niederländer (van Bommel) und Titanen (Kahn) und nun eben einen Gelsenkirchener. Man ist längst aufgestiegen zu einem global operierenden Unternehmen, geformt von Karl-Heinz Rummenigge, einem Lippstädter. Wenn es allerdings etwas zu feiern gibt, schlüpft der aber auch heute gerne in die Krachlederne.

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