Weniger schwere Unfälle

Stationäre Behandlungen: Niedrigster Stand seit 1980 München – Schwere Skiunfälle – jede Saison sorgen sie für Schlagzeilen.

Doch Statistiken zeigen, dass der Wintersport immer sicherer wird. Das Risiko auf der Piste erfasst die „Stiftung Sicherheit im Skisport“ mit der „Auswertungsstelle für Skiunfälle“. In der vergangenen Saison verletzten sich 43 000 deutsche Skifahrer – etwas mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings wurden nur 3550 Skifahrer stationär im Krankenhaus behandelt, seit Beginn der Statistik 1979/80 ist das der niedrigste Wert. Die meisten Wintersportler verletzen sich an Knie oder Schulter, Kopfverletzungen machen mit 7,2 Prozent einen kleinen Anteil aus. Im Vergleich zur Vorsaison ist das ein Rückgang um 1,5 Prozent. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Andreas König, Sicherheitsexperte beim Deutschen Skiverband, hat mehrere Erklärungen für den Rückgang: Die Pisten seien immer besser präpariert, das Sturzrisiko sinkt dadurch. Zudem sei die Qualität der Skier und Skischuhe sehr hoch. König stellt auch ein wachsendes Sicherheitsbewusstsein fest. Der größte Fortschritt allerdings ist die Verbreitung von Schutzhelmen und Rückenprotektoren seit dem Althaus-Unfall im Januar 2009.

Das sieht auch Michael Kahlert, Unfallchirurg im Krankenhaus Agatharied, so. Viele Patienten, die von der Piste zu ihm gebracht werden, haben Schädelprellungen – die ohne Helm schlimmer wären. Heuer ist die Zahl der Verletzten wegen Schneemangels noch gering. Dennoch arbeitet die Klinik über die Ferienzeit mit einer Extra-Bereitschaft.

Einige Kollegen Kahlerts, der Berufsverband der Deutschen Chirurgen, hatten vor kurzem eine Helmpflicht gefordert – in Österreich und Italien gibt es die für Kinder unter 14 Jahren. König vom Deutschen Skiverband hält die für überflüssig. „Auch bei uns fahren 99,9 Prozent der Kinder mit Helm“, sagt König. Bei den Erwachsenen sind es fast 80 Prozent.          cal » Geld&Markt

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