DEUTSCHE MANNSCHAFT WIRD NOCH GRUPPENERSTER – HALBFINALE GEGEN MEXIKO IN SOTSCHI

Weiter Frühstück mit Meerblick

Kunstvoller Flugkopfball: Timo Werner nutzt die deutsche Überzahl mit dem Tor zum 2:0 gegen Kamerun aus.. Foto: DPA
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Kunstvoller Flugkopfball: Timo Werner nutzt die deutsche Überzahl mit dem Tor zum 2:0 gegen Kamerun aus.. Foto: DPA

Sotschi – „Es ist nicht das Verkehrteste auf der Welt, beim Frühstück aufs Meer zu blicken.“ So hatte Leon Goretzka, der Mittelfeldspieler, begründet, warum die deutsche Mannschaft gerne Gruppenerster werden und ihr Halbfinale beim Confederations Cup in Sotschi spielen würde.

Wunsch erfüllt: Die Tage bis zum Spiel gegen Mexiko (Donnerstag) muss der DFB nicht umziehen. Die Mannschaft gewann 3:1 gegen Kamerun und überholte in der Tabelle Chile (1:1 gegen Australien),

„Dieses Spiel ist kein Selbstläufer“, hatte sich Joachim Löw gegen die Einstellung gewehrt, Deutschland habe die Halbfinal-Qualifikation schon sicher. Kamerun möge nicht mehr das Team mit den großen Namen sein (wie zur Eto’o-Zeit), „aber gegen sie wird es sicher das laufintensivste Spiel“. Aufgefallen war dem Bundestrainer auch, dass die Afrikaner ihre Gegenspieler „bei jeder Gelegenheit in Zweikämpfe verwickeln wollen“. Was dagegen tun? Schön den Ball laufen lassen.

Als um 18 Uhr Ortszeit angepfiffen wurde, war das Fisht-Stadion von Sotschi gnädigerweise vollständig in Schatten getaucht, die Temperatur von 23 Grad verkraftbar und als sommermild verbuchbar. In der Nacht hatte es gewittert, bis zum Mittag geregnet, anschließend hatte die Sonne geknallt, als müsste sie was aufholen. Es wurde noch ein guter Strandtag für das Urlaubervolk am Schwarzen Meer.

Löw hatte vom Spagat gesprochen, den er unternehmen müsste. Körperliche Frische ins Team zu bringen, ohne es vollständig umzukrempeln. „Veränderungen auf drei bis fünf Positionen“ hatte er angekündigt, vier wurden es in der Startelf. Pause hatten Shkodran Mustafi, Leon Goretzka, Lars Stindl und Jonas Hector, die Neuen waren in der Abwehr Antonio Rüdiger, weil er den körperlich starken Kamerunern mit gleichen Qualitäten begegnen konnte (Löw: „Schnell, athletisch“), Marvin Plattenhardt auf der Außenposition, Timo Werner in der Spitze und Kerem Demirbay als einer der Spieler dahinter. Schließlich versorgte Löw auch noch die bislang m Turnier nicht berücksichtigten Amin Younes und Benjamin Henrichs mit Einsatzzeit. „Ich bin auch für diese zehn Minuten dankbar“, sagte Younes.

Kamerun genoss die Sympathien des Publikums und hatte einige hübsche Offensivszenen, wenige Sekunden vor der Halbzeitpause musste der deutsche Tormann Marc-Andre ter Stegen, der für den Rest des Turniers zur Nummer eins erklärt worden ist, einen richtigen Flug zeigen, um den Ball von Zambo Anguissa über die Latte zu heben.

Die DFB-Elf fand nur schwer in diese Partie, ein 20-Meter-Schuss von Emre Can (21.) war die erste torgerichtete Aktion. Dann wurden die Chancen etwas substanzieller: Ein Flugkopfball von Kimmich nach Plattenhardt-Flanke war gut (26.), der Berliner Außenverteidiger schlug auch eine scharfe Hereingabe auf Timo Werner (42.), der aber sowohl im Abseits stand als auch Tormann Ondoa anschoss.

Nach der Pause gestaltete sich die Sache aber klar: Demirbay haute den Ball nach Doppelpass mit Draxler aus gut 16 Metern ins Eck (48.). Timo Werner war dann mit einem knapp über der Grasnarbe angesetzten Kopfball zum 2:0 erfolgreich (66.) – als erst dritte Station eines deutschen Angriffs über Süle und Kimmich. Kamerun war da schon einen Mann weniger, nach einem unwürdigen Schauspiel der Video Assistant Referees: Das Foul von Mabouka an Can war niemals ein Rot-Foul, dafür schickten die Schiedsrichter zunächst auch noch den falschen Spieler (Siani) vom Platz.

Weil ter Stegen patzte, gelang Kamerun das 1:2 (Aboubakar/78.), doch Werner nutzte wenig später (81.) eine Vorlage des eingewechselten Henrichs mit trockenem Schuss zum 3:1. Und freute sich auf weitere Tage in Sotschi, „wo man auch mal am Pool sitzen oder schwimmen kann“.

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