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US-Magazin berichtet über Motordoping

New York – Verdachtsmomente gegen das Team Sky und auch Lance Armstrong: Ein Bericht des TV-Nachrichtenmagazins „60 Minutes“ erhärtete den Verdacht, dass Motordoping im Radsport eine Rolle spielte und wohl weiter spielt.

„Ich weiß, der Motor ist immer noch im Radsport. Es gibt immer ein paar faule Äpfel, weil es um viel Geld geht“, sagte etwa der frühere Tour-de-France-Sieger Greg LeMond in der Sendung des US-Senders CBS. Jean-Pierre Verdy, ehemals Chef der französischen Anti-Doping-Agentur, gab an, dass bei der Tour de France 2015 rund zwölf Fahrer verbotene Motoren benutzt hätten. Das hätten ihm Informanten aus Reihen der Fahrer und Teammanager gesagt.

Der Ingenieur Istvan Varjas (Ungarn), der behauptet, die Technologie erfunden zu haben, will versteckte Motoren für Räder kurz vor der Tour 2015 an einen unbekannten Kunden verkauft haben. Diese Motoren könnten im Hinterrad eingebaut werden, würden aber das Gewicht des Rades um 800 Gramm erhöhen. Während der Tour 2015 seien die Räder der Teams vor einem Zeitfahren gewogen worden und laut französischer Behörden hätten ausschließlich die Rennmaschinen des Teams Sky um Chris Froome mehr gewogen als die anderen, jedes etwa 800 Gramm mehr. Sky habe niemals mechanische Unterstützung genutzt, teilte ein Teamsprecher unterdessen mit.

Ein Anwalt von Lance Armstrong stritt unterdessen ab, dass der Texaner je einen Motor benutzt habe, obwohl sein Siegeszug begann, kurz nachdem Varjas 1998 seinen Prototypen entwickelt hatte. Varjas behauptete, er habe seinen ersten versteckten Motor damals einem anonymen Käufer für zwei Millionen Dollar gegeben und versprochen, zehn Jahre lang weder einen neuen zu bauen noch darüber zu sprechen.  sid

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