Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


MÜNCHENS EISHOCKEY IM RED-BULL-REICH

Unter dem Radar

Bei Sport1, dem Sender, der viel Eishockey zeigt, gab es nach der Übertragung des fünften und letzten DEL-Finalspiels aus München noch einen News-block – und dort wurde dem neuen Deutschen Eishockey-Meister gratuliert.

Herzlichen Glückwunsch „an Red Bull Leipzig“.

Vielleicht ein Freudscher Versprecher und gewiss eine Schmonzette rund um die Finalserie zwischen München (nicht Bayern, nicht 1860) gegen Wolfsburg (nicht der VfL) – und doch auch bezeichnend. Das Eishockey-Projekt des österreichischen Getränkekonzerns bewegt sich in der bundesweiten Wahrnehmung unter dem Radar. Obwohl es schon länger und bisher sogar klarer erfolgreich ist als die Fußball-Niederlassung in Leipzig.

Über Leipzig, das ja offiziell gar nicht Red Bull heißt, sondern Rasenballsport, kann man sich die Köpfe heißdiskutieren. Eben erst ist eine fünfeinhalbstündige (!) und in jeder Minute hörenswerte Sondersendung des Podcasts „Rasenfunk“ erschienen, in der alles beleuchtet wurde: Entstehungsgeschichte, die Marketing-Motivation, die diversen Tricks des Konzerns, um seine Fußball-Zulassungen zu bekommen – alles sowohl kontra als auch pro Leipzig. Im Fall des Münchner Eishockeys gibt es diese Aufgebrachtheit nicht. In der DEL ist das Alleinfinanzierungs- und Bestimmungsmodell durch einen Gesellschafter nicht so außergewöhnlich wie in der Bundesliga.

Fragt sich nur, welchen Marketingeffekt Red Bull mit dem im Vergleich zum Fußball kleinen Engagement (vier Leipziger Spielergehälter sind ein Münchner Komplett-Etat) erzielt. Sogar die eigenen Fans sangen beim Finale „Und schon wieder Deutscher Meister: EHC“, der Stadionsprecher sagt regelmäßig bei Bekanntgabe der Zuschauerzahl „Vergelt’s Gott, dass Sie zum Eishockey-Club gehen“. Der Name des zu bewerbenden Produkts fällt nicht so oft, wie die Kommunikationsstellen des – offiziell ja – EHC Red Bull München sich das wünschen.

Sportlich verdient ist der EHC zum zweiten Mal Eishockey-Meister geworden. Die Halle hat ein wenig gebebt, die Stadt tut es nicht. Die Zukunft des Münchner Eishockey-Projekts ist nach wie vor mit dem Bau einer neuen Arena verbunden. Mehr als die Bekundung, sie zu errichten, gibt es bislang nicht. Doch ohne die Bindung durch eine Halle bliebe das Münchner Eishockey im Mateschitz-Imperium ein potenzieller Streichposten. Leipzig ist viel größer – Tatsache..

Kommentare