Tour de France 2020

Corona im Radsport: Bora-Chef Denk spricht bei manchen Maßnahmen von Doppelmoral

Teammanager Ralph Denk und seine SpitzenfahrerPeter Sagan, Pascal Ackermann, Maximilian Schachmann und Emanuel Buchmann (von links) von Bora-hansgrohe. dpa
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Teammanager Ralph Denk und seine Spitzenfahrer Peter Sagan, Pascal Ackermann, Maximilian Schachmann und Emanuel Buchmann (von links) von Bora-hansgrohe.

Das Corona-Maßnahmenpaket des Radsport-Weltverbandes UCI wird für die Teams eine teure Angelegenheit. Teamchef Ralph Denk schätzt die zusätzlichen Kosten für seinen Bora-hansgrohe-Rennstall bis zum Ende des Jahres auf rund 100.000 Euro.

Berlin/Raubling (dpa) – „Zum Glück haben wir Reserven gebildet und können es stemmen“, sagte Denk der Deutschen Presse-Agentur. Die von der Corona-Krise mitunter hart getroffenen Teams müssen die Kosten für die Corona-Tests ihrer Fahrer und Angestellten selbst tragen.

Denk: „Wenn man eine Ansteckung ausschließen will, muss man zu Hause bleiben.“

Ein paar Maßnahmen kann Denk dabei nicht nachvollziehen. „Ich will nicht sagen, alles ist Blödsinn. Aber ein Beispiel ist, dass man bei der Siegerehrung eine Maske tragen muss, obwohl man drei Meter auseinandersteht. Und im Rennen fahren sie nebeneinander. Da werden so viele Aerosole ausgestoßen.“ Das sei irgendwie Doppelmoral, da stecke viel Politik dahinter.

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Generell wolle der Radsport wie andere Sportarten zurück zur Normalität. „Man muss es riskieren. Man riskiert auf Abfahrten und riskiert auch sonst im Leben etwas. Das habe ich auch meinen Rennfahrern gesagt“, berichtete Denk. „Wenn man eine Ansteckung ausschließen will, muss man zu Hause bleiben.“

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