Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Torlos 0:0

Ein Ergebnis gerät aus der Mode Wer erinnert sich noch an Fritz Hausmann?

Ihm gehörte mehr als zwei Jahrzehnte die Stimme des bayerischen Samstagnachmittags, er war der Moderator von „Heute im Stadion“. Am Ende jeder Sendung verlas er die Ergebniszusammenfassung. Und so oft haben wir diese Formulierung gehört, dass sie Einzug hielt in den festen Sprachgebrauch: „Der 1. FC Nürnberg und Borussia Dortmund trennten sich unentschieden torlos nullzunull.“ Bei „trennten sich“ wusste man schon: Es hatte keinen Sieger gegeben. Und das „torlos 0:0“ untermauerte: Tatsächlich, in diesem Stadion ist rein gar nichts passiert.

Fritz Hausmanns Stimme ist verklungen, 1998 verstarb der Mann, der uns durch die Jugend begleitet hatte. Doch nicht nur Hausmann, zu dessen Stimme wir nie ein Gesicht hatten, ist verschwunden. Gerade jetzt müssen wir feststellen: Auch das gute alte 0:0-Torlos-Unentschieden – es ist: weg. Sieben Bundesliga-Spieltage in dieser Saison, es gibt 5:0s und 3:3s und allerlei Verrücktheiten, doch nicht mehr die solide deutsche Wertarbeit eines beidseitig ermauerten Nullzunull. Wie kann man das erklären?

Ist es der Pep-Effekt? Mit einem Schnitt von 2,0 Toren pro Bundesligapartie fährt Guardiolas FC Bayern ein für seine Verhältnisse eher bescheidenes Offensiveffektivprogramm – doch der aus Spanien gekommene Trainer-Dandy scheint die Konkurrenten zu beflügeln. Es scheint so, als wollten sie alle dem schneidigen Weltmann im Maßanzug gefallen – keiner der Trainerkollegen gibt sich die Blöße, so etwas wie ein 7-3-0-System zu spielen. Alle wollen ihn schnell und waghalsig haben, den Fußball.

Oder hat es mit dem neuen Fernsehvertrag zu tun? Gibt es eine geheime Klausel, dass die sechshundertnochwas Millionen von Sky pro Saison nur dann vollumfänglich fließen, wenn in jedem Spiel mindestens ein ekstatischer Reporter-Torschrei garantiert ist? Würde die These bestätigen: Geld schießt Tore.

Kann natürlich auch sein, dass die heutige Profi-Generation einfach unbändige Lust am Stürmen und Schießen hat. Um noch Fritz Hausmann gehört zu haben und den Wert eines „trennen sich torlos unentschieden 0:0“ zu würdigen, sind sie schlicht zu jung.

Kommentare