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An die Substanz

Für mehr Regeneration: Bayern fühlen sich kaputt und ändern ihre Reisepläne für diese Woche Von Günter Klein

München – Imponierende Vorstellung, strotzend vor Kraft, 71000 Zuschauer waren gebannt, denn besser hätte nicht gespielt werden können. Note eins – für den Defiliermarsch der Stadtkapelle Schongau, die (weil Wiesn-Zeit ist) den großen Brauchtumsauftritt in der Allianz Arena bekam. Danach das eigentliche Spiel, FC Bayern – VfL Wolfsburg: Nun ja, leiser, irgendwie gequält, weniger Blech. Und nur ein 1:0 für die Münchner. Sie wirkten irritiert durch das, was der Gegner taktisch veranstaltete, sie machten eine Fülle kleiner Fehler. „Es sind viele Bälle versprungen, manches war zu hektisch. Dass wir besser spielen können, darüber brauchen wir nicht zu reden“, sagte Jerome Boateng.

1:0, drei Punkte, hinten sicher gestanden, nichts passiert, die Bayern bleiben Zweiter, Dortmund hat sich nur in der Tordifferenz ein wenig absetzen können. Doch etwas stimmte nicht im Münchner Konstrukt, Trainer Pep Guardiola blieb das nicht verborgen. Er entschied schnell nach dem Abpfiff: Für Sonntag, sonst der Auslauftag (erst recht, wenn eine Champions League-Woche ansteht), gab er trainingsfrei, erst am Montagnachmittag müssen die Spieler wieder zum Training kommen.

Es ist die körperliche Form verloren gegangen. Thomas Müller, der Torschütze, wünschte sich die Aufgabe am 2. Spieltag der Champions League-Vorrunde am Mittwoch bei Manchester City „in weite Ferne“. Für den Moment wollte er „erst mal durchatmen und ...ja, ich weiß auch nicht. Ein Spruch“, entschuldigte sich der Spaßmacher der Bayern, „fällt mir leider gerade nicht ein. Ich bin kaputt.“ Torwart Manuel Neuer erkannte: „Am Ende hat man gemerkt, dass uns dieses Spiel an die Substanz gegangen ist.“

So früh in der Saison überrascht das. Die Anzahl der Verletzten ist überschaubar, das Programm seit der letzten Länderspielunterbrechung hatte fünf Partien, davon vier zuhause (Hannover in Pokal und Liga, ZSKA Moskau, nun Wolfsburg), nur eine Reise (Gelsenkirchen). Doch offensichtlich finden die Kontrahenten einen Weg, den so mächtig erscheinenden Bayern zuzusetzen. Paradebeispiel Wolfsburg: „Es haben über den gesamten Platz Eins-gegen-eins-Situationen stattgefunden“, erklärte Neuer, „beim VfL war jeder Spieler eingeteilt.“ Klassische Mann-gegen-Mann-Taktik machte Thomas Müller aus: „Das ist nicht der modernste Verteidigungsstil – doch wenn du genügend Spieler hast, die sehr viel und sehr hart laufen können, funktioniert das.“ Christian Träsch war ein typischer Wolfsburger: Der rechte Verteidiger (Manager Allofs: „Sensationelles Spiel“) nahm mit seinem Laufpensum Franck Ribery aus dem Geschehen – nur einmal konnte sich der Bayern-Star davonmachen und dann auch das Tor des Tages von Müller vorbereiten. „Exzellent rausgespielt“, lobte Müller die beiden weiteren Initiatoren Kroos und Shaqiri, beide gerade eingewechselt. Zu so vielen Chancen wie üblich kamen die Bayern aber bei weitem nicht. Lag wohl an der „klaren Linie“, die der Wolfsburger Marcel Schäfer bei seinem Team ausmachte.

Am Mittwoch ist Manchester. Am Donnerstag reist die Mannschaft nicht zurück nach München, sondern gleich ins Rheinland, wo man am Samstag beim Bundesliga-Dritten Leverkusen ran muss. Ursprünglich wollte Pep Guardiola erst am Spieltag in den Westen fliegen, auch hier wurde umgeplant. Den Bayern ist bewusst geworden, dass sie die Regeneration mit ihrer Logistik unterstützen müssen.

Die bevorstehende Woche ist die anspruchsvollste. Zu ihrem Abschluss und bevor wieder die Nationalmannschaften die Spieler einkassieren, wollen die Bayern am Sonntag, 6. Oktober, ihren traditionellen Wiesn-Besuch absolvieren; Pep Guardiola sagt, er finde die Folklore, die er auf Münchens Straßen sehe, sehr schön, das Wort „Dirndl“ beherrscht er auch. Was ihm noch fehlt, ist der persönliche Einzug ins Käfer-Zelt, vor Kraft strotzend, mit sechs Punkten. Defiliermarsch!

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