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LUIS SUAREZ UND EDISON CAVANI TRAGEN URUGUAYS HOFFNUNGEN BEI DER WM – BEIDE HABEN ETWAS GUTZUMACHEN

Die stürmischen Zwei sollen es richten

Von Elisabeth Schlammerl. Sotschi – Nun also schon wieder dieser Cristiano Ronaldo.

Luis Suarez bekommt es ja dauernd mit ihm zu tun in der spanischen Liga. Und auch für Sturmkollege Edinson Cavani ist es ein Wiedersehen, kein sehr angenehmes, denn er scheiterte im Frühjahr mit Paris St. Germain in der Champions League an Real Madrid, oder besser gesagt an einem überragenden Ronaldo. Aber das zählt jetzt nicht mehr. Es geht an diesem Samstag um den Einzug ins Viertelfinale der WM, und da ruhen die Hoffnungen Uruguays auf Suarez und Cavani. „Wir können so langsam anfangen, wieder mal Geschichte zu schreiben“, sagte Suarez nach der Vorrunde. Ein klein wenig gelang dies Uruguay bereits, denn zum ersten Mal hat die Celeste die Gruppenphase mit drei Siegen abgeschlossen und außerdem als erste Mannschaft seit 1998 kein Gegentor kassiert.

Das Herzstück des Teams ist zwar Abwehrchef Diego Godin von Atletico Madrid, aber die beiden Stürmer verleihen den Südamerikanern den Glanz. In ihren Vereinen stehen sie immer ein wenig im Schatten, Suarez beim FC Barcelona in dem von Lionel Messi, Cavani in Neymars, aber in der uruguayischen Nationalmannschaft sind sie die absoluten Stars. Und sie haben etwas gutzumachen. Cavani sollte nach dem Rücktritt des großen Diego Furlan die Celeste in der Copa America 2015 führen, aber er schaffte es nicht, die Rolle auszufüllen. Uruguay scheiterte im Viertelfinale. Und Suarez hatte mit seinem vom Schiedsrichter unbemerkten Biss in die Schulter von Italiens Giorgio Chiellini bei der WM vor vier Jahren zwar Anteil an der Achtelfinal-Qualifikation, aber er wurde später von der FIFA für vier Monaten von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen. „Ich habe gelitten. Es war einer der schwierigsten Tage meines Lebens“, sagte er später.

Allerdings war die Beiß-Attacke nicht die erste Unsportlichkeit von Suarez. 2003 hatte er sich einen Kopfstoß gegen einen Schiedsrichter erlaubt, 2007 sich mit einem Teamkollegen geprügelt – und 2011 war er mit einer rassistischen Beleidigung eines Gegenspielers aufgefallen. Privat, so heißt, soll Suarez dagegen sehr umgänglich sein – und ein liebevoller Familienvater. „Ich bin mir selbst und Uruguay Wiedergutmachung schuldig“, sagte er – und hat sich anschließend gleich einen Rückfall erlaubt. Im Auftaktspiel griff er seinem ägyptischen Gegenspieler Ahmed Hegazy in den Unterleib, allerdings war das im Vergleich zu vor vier Jahren nur eine Kleinigkeit.

Cavani und Suarez sind beide 31 Jahre und es ist vielleicht ihre letzte Chance, mit der Nationalmannschaft noch einen großen Titel zu holen. Während Suarez vor allem eiskalt vor dem Tor agiert, ist Cavani überall auf dem Platz zu finden, selbst in der Defensive hilft er manchmal aus. Er ist erste Anspielstation für die langen Bälle aus der Abwehr und ein gefährlicher Freistoß- und Distanzschütze. Er trifft mit links wie rechts, mit Kopf und manchmal auch spektakulär im Fallen. „Ich bin ein Fußball-Arbeiter“, sagt Cavani, der kürzlich Zlatan Ibrahimovic als Rekordtorschütze in Paris abgelöst hat.

In den ersten beiden WM-Partien gegen Ägypten und Saudi-Arabien, als Uruguay jeweils mit Mühe 1:0 gewonnen hat, ließ das Zusammenspiel von Cavani und Suarez noch zu wünschen übrig. Beim 3:0 gegen Russland lief es schon besser – und nach Suarez hat da auch Cavani sein erstes WM-Tor erzielt. „Es ist sehr wichtig, dass beide getroffen haben, denn dann fühlen sich Stürmer immer wohler“, sagte Nationaltrainer Oscar Tabarez. Sie sind jetzt die beiden einzigen Uruguayer, die bei drei Weltmeisterschaften jeweils mindestens ein Tor erzielt haben – aber sie sind noch längst nicht zufrieden. „Wir haben noch nicht so gespielt, wie wir es können“, räumt Suarez ein. Aber das Ziel sei ja auch gewesen, nicht schon zu Turnierbeginn in Höchstform zu sein, sondern, „uns von Spiel zu Spiel zu steigern“. So gesehen, ist Uruguay vor dem Achtelfinale gegen Portugal und Cristiano Ronaldo voll im Plan.

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