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NACH WELLINGERS EINZEL-MEDAILLEN HOLEN SICH DIE DSV-SPRINGER IM TEAMWETTBEWERB SILBER

Stolze Ausbeute

Von Armin Gibis. Pyeongchang – Erst klatschten sich die deutschen Skispringer nur verhalten lächelnd gegenseitig ab, am Ende aber wurde doch noch intensiv gejubelt.

Nicht über Gold, wie zuvor vielleicht insgeheim gehofft worden war, sondern über Silber. Da ausgerechnet Polens Star Kamil Stoch bei seinem zweiten Versuch leicht patzte, rutschten Andreas Wellinger, Richard Freitag, Karl Geiger und Stephan Leyhe noch auf den zweiten Rang vor. Ein schöner Erfolg, keine Frage. Werner Schuster, der Bundestrainer, atmete auf: „Ich hätte nicht gedacht, dass es noch Silber wird.“ Aber im Vordergrund stand für ihn die olympische Gesamtbilanz von drei Medaillen (1 x Gold, 2 x Silber) aus drei Wettbewerben. „Das waren Riesenspiele für uns. Wir haben unsere Ziele nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Wir können stolz sein.“

Nicht groß zu rütteln war an den Norwegen. Sie trugen die Favoritenbürde, nachdem sie beim Einzel-Wettbewerb auf der Großschanze mit vier Mann unter den Top 8 vertreten waren. Im Teamspringen flog das Quartett mit Robert Johansson, Daniel Andre Tande, Johann Andre Forfang und Andreas Stjernen dann konstant auf hohem Niveau und leistete sich keinen einzigen auch nur mittelmäßigen Sprung. Schuster anerkannte: „Die haben verdient gewonnen.“

Zur Halbzeit trennten die Skandinavier nur zwei Punkte (umgerechnet ein Meter) von Deutschland, doch im zweiten Teil zogen sie schon mit den ersten beiden Springern davon. In kalter Winternacht entwich damit die anfängliche Spannung, am Ende lag Norwegen mit 22,8 Punkten vorn; die deutsche Mannschaft, die zwischenzeitlich auf Rang 3 zurückgefallen war, hatte wiederum die Kleinigkeit von 3,3 Punkten Vorsprung auf Polen.

Die Entscheidung um Silber fiel im Duell der beiden besten Springer dieser Winterspiele. Kleinschanzen-Olympiasieger Andreas Wellinger, im ersten Durchgang auf bärenstarke 140,0 Meter gesprungen, legte 134,5 Meter vor. „Der Sprung war nicht ganz so sauber, wie er es kann“, befand Schuster, „aber wir sind alle nur Menschen.“ Doch auch Großschanzen-Olympiasieger Kamil Stoch, der einen hauchdünnen Vorsprung von 0,6 Punkte zu verteidigen hatte, präsentierte sich nicht mit gewohnter Souveränität. Er flog auf die gleiche Weite – allerdings bei besseren Windverhältnissen – und verlor damit Silber. „Ich hätte nicht gedacht, dass es sich noch ausgeht“, meinte Wellinger.

Kurzfristig ins Team gekommen war Olympia-Debütant Stephan Leyhe. Für ihn hatte überraschend Markus Eisenbichler weichen müssen. „Stephan wirkt sehr stabil, er hat sich förmlich aufgedrängt. Eisenbichler ist der größere Name, aber er hat sein Potenzial nicht abgerufen“, sagte Schuster. Und berichtete: „Markus war sehr sauer.“

Leyhe sprang mit 128 und 129 Metern solide, fiel aber gegenüber seinen Teamgefährten etwas ab. „Er ist im Training besser gesprungen“, meinte Schuster, „aber er war sehr stabil.“ Lehye bekannte: „Mir sind doch einige Gedanken durch den Kopf gegangen.“ Eisenbichler hatte unterdessen seinen Frust gebändigt und unterstützte sein Team quasi als Betreuter. Richard Freitag, dem diesmal mit jeweils 134,5 Metern zwei gute Sprünge gelungen waren, lobte den Teamgeist des Siegsdorfers: „Ich kann nur den Hut vor ihm ziehen.“

Positiv in Szene setzte sich auch Karl Geiger. Der Oberstdorfer wartete mit 136 und 134 Metern auf und leistete damit einen wichtigen Beitrag zu Silber. „Ich freue mich“, sagte der 24-Jährige.

Der Star der deutschen Mannschaft konnte unterdessen sein Glück kaum fassen. Drei Medaillen errang Andreas Wellinger innerhalb einer Woche: „Es ist krass“, sagte der 22-Jährige vom SC Ruhpolding, „wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, hätte ich ihm geantwortet: Was für ein schöner Traum.“

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