Springen um viel Geld und drei Autos

Carsten-Otto Nagel ist bei den Munich Indoors Favorit auf den Titel „Reiter des Jahres“ von eberhard Röckl

München – Das große Pferdespektakel Munich Indoors ist vom heutigen Donnerstag bis Sonntag zu Gast in der Münchner Olympiahalle. Die Pferde logieren dort, wo Beckenbauer und Co. einst die Massen begeistert haben, im Olympiastadion. Reiter aus 18 Nationen kämpfen um Preisgelder in Höhe von stattlichen 215 600 Euro. Zudem stehen für das Top-Trio in der DKB-Riders-Tour drei PKW bereit.

München trägt die letzte der sieben Etappen von Deutschlands wertvollster Reitsportserie aus. Der Titel „Reiter des Jahres“ wird dabei 2013 im Lande bleiben, denn nur noch der Holsteiner Carsten-Otto Nagel und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) kommen dafür in Frage. Beide konnten sich damit bereits schmücken: Nagel ein Mal, Michaels-Beerbaum gar drei Mal. Für den Münchner Lokalmatadoren Max Kühner ist der Mann aus Holstein der klare Favorit: „Das lässt sich Carsten nicht mehr nehmen“, glaubt er – wie die meisten Experten.

Mit einem Neuwagen will Gerd-Jan Bruggink nach Holland fahren. Erste Chancen hat er, unter den Top-Drei des Endklassements zu landen. Derzeit rangiert er auf Rang vier. Erst kürzlich in das Nationalteam berufen, gewann der „fliegende Holländer“ die vorausgegangene Etappe bei den German Classics in Hannover sehr eindrucksvoll.

Auf jeden Fall wird die Halle beben, wenn am Sonntagnachmittag die Entscheidung fällt. Die Nennungsliste ist prominent: Johannes und Marcus Ehning, Lars Nieberg, der im Chiemgau geborene David Will (Sieger des Großen Preises von 2012), John, Robert und Willliam Whitaker aus Großbritannien, Jeroen Dubbeldam und Leopold van Asten (Holland), Martin Fuchs (Schweiz) und Angelica Augustsson (Schweden).

Erstmals stellt sich in München die US-Amerikanerin Reed Kessler vor. Sie ist die jüngste Springreiterin, die jemals an einem Olympischen Turnier teilgenommen hat. 2012 in London war sie gerade 18 geworden. Ihr wird eine große Zukunft prognostiziert. So meint Altmeister Alwin Schockemöhle: „Dieses Mädchen betreibt den Reitsport mit Akribie und voll professionell. Das kann nur gut gehen.“ Derzeit bekommt der Diamant aus dem Blue-Grass-State Kentucky einen weiteren Feinschliff beim großen Stilisten des deutschen Reitsports, Marcus Ehning.

Besonders hingewiesen sei auf den Samstagabend. Gegen 18.10 Uhr wird der Gold-Cup gestartet. 20 000 Euro erwarten die Platzierten – und den Sieger ein Satz Goldmünzen. Dem Publikum kann man einen Garantieschein für Hochspannung ausstellen. Und im Stechen bei Hindernissen bis 1,50 Meter wird die Olympiahalle kochen – und das traditionsgemäß.

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