Sein Faustschlag bringt David Wolf um die WM-Teilnahme

München – Es war der Aufreger im Eishockey: der Faustschlag von David Wolf (Hamburg), der im Playoff-Halbfinale Benedikt Schopper (Ingolstadt) um sieben Zähne brachte. „Da entsteht wieder der Eindruck, als wäre Hockey nur das“, bedauert Bundestrainer Pat Cortina.

„Ich will nicht über David richten“, sagt er weiter. „Ich möchte erst wissen: Was geschah vor dieser Szene, was danach?“ Schon jetzt aber ist für Cortina klar: „David Wolf ist mehr als das.“ Für den Bundestrainer ist er einer der besten Stürmer in Deutschland. „Voriges Jahr habe ich ihn zwar nicht zur WM mitgenommen, aber David hat sich in dieser Saison enorm gesteigert.“

Doch der 24-jährige Hamburger wird wohl auch die WM 2014 verpassen, die am 9. Mai im weißrussischen Minsk beginnt. Die DEL hat Wolf nach seiner Matchstrafe für sieben Ligaspiele gesperrt, zwei hat er verbüßt, fünf bleiben übrig. Cortina muss zu seinem Leidwesen auf Artikel 17 der By-Laws, der Statuten des Eishockey-Weltverbandes IIHF, verweisen: „Ein in der Liga gesperrter Spieler darf nicht für Lehrgänge und Länderspiele nominiert werden.“ Soll man das Gespräch mit der IIHF suchen (zumal Wolf nach Calgary in die NHL wechselt und seine Sperre dort ohnehin nicht greifen wird)? Laut Jörg von Ameln, DEL-Spielleiter, wäre es möglich, „dass der DEB bei der IIHF eine Einzelfallentscheidung beantragt“.

Jedoch: „Schwieriges Thema“, sagt Bundestrainer Cortina, „wir müssten unsere eigenen Regeln brechen.“ WM also ohne David Wolf. Womöglich auch ohne Kapitän Michael Wolf (nicht verwandt mit David), der sich einen Fußbruch zuzog. Außerdem werden Torhüter Dennis Endras (aus privaten Gründen) und die verletzten Andre Rankel und Christoph Ullmann nicht mit zur WM fahren. Abgesagt hat mit Verteidiger Konrad Abeltshauser eines der deutschen Top-Talente aus der American Hockey League. Dafür sind „von drüben“ weiter der künftige Münchner Dominik Kahun und Leon Draisaitl dabei, wenn es am Donnerstag und Freitag zu zwei Testländerspielen nach Finnland geht.

Bei den Vorbereitungsbegegnungen mit Russland (am 24. April in München und 26. in Landshut) hofft Cortina, auch den deutschen NHL-Torhüter Philipp Grubauer und Tobias Rieder, der die Farmteamliga AHL als Stürmer aufmischt, aufbieten zu können. Dazu Marcel Noebels, ebenfalls Angreifer aus der AHL. Cortina: „Das Team muss jetzt seine Identität finden, danach geht es ans Fein-tuning.“  gük

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