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Scout Siegenthaler: DFB-Gegner keine reinen Zerstörer

Berlin – DFB-Chefscout Urs Siegenthaler rechnet bei der WM in Russland mit einem Überraschungsteam im Viertelfinale.

„Stand heute würde ich sagen: Unter den letzten Acht werden mit Gottes Fügung wir sein, außerdem Brasilien, Argentinien, England, Frankreich, Spanien und Belgien“, sagte der 70 Jahre alte Schweizer der Berliner Morgenpost. „Und dann wird es ein Überraschungsteam geben. Vielleicht Polen, vielleicht die Schweiz, und nicht zu vergessen Portugal. Das ist möglich.“ Europameister Portugal stand in den vergangenen 50 Jahren nur einmal im WM-Viertelfinale und wurde dabei 2006 Vierter.

Von den deutschen Vorrundengegnern Mexiko, Schweden und Südkorea erwartet Siegenthaler, dass sie auch offensiv etwas entgegensetzen. „Das sind drei Mannschaften, die gern Fußball spielen“, erläuterte der Vertraute von Bundestrainer Joachim Löw: „Das sind keine reinen Zerstörerteams. Klar, sie werden gegen den Weltmeister auch mit viel Defensive ihr Spielglück versuchen. Aber in ihren Fußball-Herzen wollen alle mitspielen.“

Das schwedische Team scheint er ohne Superstar Zlatan Ibrahimovic sogar noch einen Tick stärker zu sehen. „Sie waren zumindest disziplinierter ohne ihn“, sagte Siegenthaler. Generell könne der Ausfall eines Superstars „Fesseln bei anderen abwerfen. Wenn der General ausfällt, kommen manchmal die Majore und machen die Aufgabe vielleicht gleich gut, vielleicht sogar besessener. Das hatten wir bei der WM 2010 nach dem Ausfall von Michael Ballack.“ Schweden hatte sich ohne Ibrahimovic in den Playoffs gegen Italien qualifiziert. Inzwischen ist der Stürmerstar wieder fit und liebäugelt mit einer Rückkehr ins Nationalteam.  dpa

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