Schwache Saisonbilanz

GALOPP Wettumsatz auf der Riemer Rennbahn stark gefallen

von christian wanninger

München – Der Wetterbericht für Freitag klingt erstaunlich gut, für Horst Lappe allerdings, den Geschäftsführer der Riemer Galopprennbahn, ist das nur ein schwacher Trost. Toll, wenn sich das Stammpublikum noch einmal bei günstigen Bedingungen trifft, bevor die Bahn bis kommenden April in die Winterpause geht. Doch am letzten Renntag des Jahres lässt sich keine Saison mehr drehen, und Lappe bemüht sich erst gar nicht, die Bilanz 2013 schön zu reden: „Das war alles andere als gut.“

Zwar ist der Umsatz pro Rennen minimal gestiegen, aber der entscheidende Wert, die umgesetzten Wettgelder auf der Bahn, sank: um etwa 17 Prozent. Dass die Außenwette (also die Wetten, die von anderen Bahnen oder Buchmachern nach Riem vermittelt werden) um 20 Prozent zulegte, bedeutet in harten Zahlen nicht annähernd so viel. Das meiste Geld nämlich verdient der Münchener Rennverein (MRV) mit den Bahnwetten.

Natürlich spielt in den Erklärungen des Geschäftsführers das Wetter eine wichtige Rolle – Galopprennen sind schließlich Freiluftveranstaltungen. Mit Ausnahme der ersten beiden Renntage seien die Verhältnisse nie ideal gewesen, sagt Lappe. Vor allem am entscheidenden Dallmayr-Renntag Ende Juli hatte der MRV Pech. Wegen der drückenden Hitze „kamen nur 8000 Zuschauer, obwohl wir sonst ungefähr drei mal so viel haben“. Sein Fazit: „Eine Katastrophe.“

Aber kann eine Bilanz ausschließlich von den äußeren Bedingungen abhängig sein? „Natürlich nicht“, gesteht der Geschäftsführer zu, weswegen für nächstes Jahr strukturelle Veränderungen feststehen. Die Zahl der teuren Gruppe-Rennen sinkt, weil der Preis des Winterfavoriten zurück nach Köln geht. Und, wichtiger: Den Großen Preis von Bayern, bisher nur zwei Wochen nach dem Dallmayr-Preis mitten in den Sommerferien ausgetragen, wird es so nicht mehr geben. „Den werden wir vielleicht im September machen“, kündigt Lappe an, „und dann nicht mehr als Gruppe I“. Selbst als das Rennen noch in Köln als Rheinland-Pokal ausgetragen wurde, „hatten die wegen dem Niveau der Starter Probleme mit dem Status“. Jetzt wird es also zurückgestuft auf Gruppe II.

Nicht ganz so hochklassig, jedoch sehr spannend ist das Highlight an Allerheiligen, das mit 52 000 Euro dotierte Auktionsrennen. 16 Zweijährige treten an, die zum überwiegenden Teil in den vergangenen Wochen ihren ersten Start hinter sich brachten. Viele der großen deutschen Quartiere schicken Pferde in das Rennen, unter ihnen ist die von Werner Hefter trainierte Stute Lausanne, die bei ihrem Debüt in Straßburg Sechste wurde. Im Sattel sitzt ein alter Bekannter: Ehe Jockey Martin Seidl zu Hefter wechselte, absolvierte er bis in den Frühsommer seine Ausbildung bei Lokalmatadorin Jutta Mayer.

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