Ein schöner Abschied von 2013

Maria Höfl-Riesch fährt beim Slalom in Lienz auf Platz drei und geht als Gesamtweltcup-Führende ins neue Jahr Lienz/Bormio – Maria Höfl-Riesch war erleichtert.

„Super, mit so einem Ergebnis das Jahr abzuschließen“, sagte sie mit einem gelösten Lächeln, als sie von der letzten Siegerehrung eines Weltcup-Rennens in 2013 kam. Im österreichischen Lienz beendete Höfl-Riesch das Jahr nach einem eher enttäuschenden 15. Rang im Riesenslalom mit einem starken dritten Platz im Slalom. „Überglücklich“ sei sie im Ziel gewesen, verriet die Garmisch-Partenkirchnerin.

Sieg-Rekord: Schild überholt Schneider

Den Sieg-Rekord von Marlies Schild aus Österreich, die mit ihrem 35. Erfolg bei einem Weltcup-Slalom Vreni Schneider (Schweiz) überholte, konnte Höfl-Riesch (0,63 Sekunden zurück) nicht verhindern. Doch ihre vierte Podestplatzierung im Olympiawinter hinter Schild und Weltmeisterin Mikaela Shiffrin (USA) war der gelungene Jahresabschluss nach ein paar kleineren Rückschlägen.

Unabhängig davon, dass Höfl-Riesch ihrem auf der Tribüne mitfiebernden Papa Sigi gestern eine Freude zu dessen Geburtstag machte: Sie geht auch als Führende im Gesamtweltcup ins neue Jahr. Zwei Punkte liegt sie vor Tina Weirather aus Liechtenstein, 14 vor Anna Fenninger aus Österrreich, die am Samstag den Riesenslalom auf dem Schlossberg in Lienz gewann, 43 vor Lara Gut aus der Schweiz. „Der Slalom ist extrem wichtig für mich, weil den meine jungen Konkurrentinnen ja nicht fahren“, betonte die 29 Jahre alte Höfl-Riesch.

Die ebenfalls schon für Olympia (7. bis 23. Februar) qualifizierte Christina Geiger (Oberstdorf) auf Rang acht sowie Barbara Wirth (SC Lenggries/20.) und Höfl-Rieschs Schwester Susanne Riesch (24.) stellten auch Sportdirektor Wolfgang Maier zufrieden. „Das war seit längerer Zeit mal wieder ein gutes Lebenszeichen des Teams“, sagte Maier.

Nach dem Riesenslalom am Vortag hatte der Sportdirektor noch etwas deprimiert geklungen. Höfl-Riesch auf Rang 15, Viktoria Rebensburg nur auf Rang 24 – das gefiel Maier gar nicht: „Da waren wir zu weit weg von der Weltspitze.“

Riesenslalom-Olympiasiegerin Rebensburg war am Ende froh gewesen, den Berg heil heruntergekommen zu sein, was freilich auch verständlich war. Drei Wochen hatte sie gar kein Rennen bestritten – wegen einer Lungenentzündung. Nach dem zweiten Lauf war sie körperlich völlig am Ende: „Das war ein Kampf ums Überleben.“

DSV-Abfahrer in der Krise

Die deutschen Abfahrer kämpfen einstweilen weiter um die Olympia-Teilnahme – auch in Bormio aber vergeblich. Mit Ausnahme des nicht mehr zum Verbands-Team gehörenden Stephan Keppler (Ebingen), der auf Rang 29 landete, fuhren alle deutschen Starter an den Punkterängen vorbei. Für Sotschi ist derzeit keiner qualifiziert. Nur Tobias Stechert (Oberstdorf) hat wenigstens schon die halbe Norm, doch als 47. verfehlte er erneut die erforderliche zweite Platzierung unter den Top 15. „Die Saison ging gut los“, sagte er, „aber seitdem läuft es in den Rennen nicht mehr.“

Aksel Lund Svindal stellte seine Rolle als Favorit auf eine olympische Goldmedaille dagegen einmal mehr unter Beweis. Der Norweger feierte beim letzten Saisonrennen seinen vierten Saisonsieg vor Hannes Reichelt (Österreich) und Erik Guay (Kanada) und baute damit auch seine Führung im Gesamtweltcup aus. „Es macht schon Spaß, wenn man an jedem Wochenende um den Sieg mitfahren kann“, sagte Svindal drei Tage nach seinem 31. Geburtstag.  sid

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