71 Schläge zum Auftakt – Masson hat noch alle Chancen

GOLF Von Christian Fellner

Markt Indersdorf – Ein wenig gequält fiel das Lächeln schon aus. 71 Schläge zum Auftakt – da hatte sich Caroline Masson etwas mehr ausgerechnet. Daraus machte sie keinen Hehl. „Ich hätte das gute Wetter am Vormittag gerne besser ausgenutzt“, betont die 24-Jährige. Doch es fiel ihr schwer. „Ich habe nicht schlecht gespielt. Da waren nur zwei Eisenschläge Mitte der Runde, die nicht gepasst haben. Und für die bin ich gleich mit zwei Bogeys bestraft worden.“ Ganz vorne ist die Rheinländerin damit im Klassement nicht zu finden. Der geteilte 35. Rang allerdings lässt ihr noch Chancen. „Noch ist nichts kaputt“, sagt sie. „Wenn an den nächsten Tagen ein paar Putts mehr fallen, kann ich hier auch tiefe Ergebnisse spielen.“

Das gelang am ersten Tag der German Open im Golfpark Gut Häusern nicht allzu vielen. Das Feld blieb eng beieinander. Ein Quintett setzte sich an die Spitze, darunter die Österreicherin Steffi Michl, Youngster Charley Hull aus England und Diana Luna aus Italien, die Siegerin von 2011. Sie alle brachten eine Runde von fünf unter Par (67) ins Clubhaus – und sind absolut in Reichweite für Deutschlands Aushängeschild.

Alle drei sind keine großen Überraschungen. Michl lag 2012 bereits zwei Tage lang mit an der Spitze, um am Ende 13. zu werden. Für die Salzburgerin war der entscheidende Antrieb vielleicht ihr Verlobter Thomas: „Er war als Caddie bei mir am Bag. Wir hatten viel Spaß.“ Luna hatte den Platz bei ihrem Triumph 2011 in Gut Häusern mit einem Rekordergebnis von -24 richtig auseinander genommen. Und Hull gilt derzeit als neues Supertalent: Vier Turniere hat die 17-Jährige heuer gespielt, viermal wurde sie Zweite – eine unglaubliche Serie für einen Tour-Neuling.

Und was war mit Cheyenne Woods, der Galionsfigur der 2013er-Ausgabe der Ladies Open? Die US-Amerikanerin packte sich warm ein in vier Schichten Oberteile und lieferte eine Runde mit Höhen und Tiefen ab. „Am Ende bin ich schon ein bisschen enttäuscht, dass ich nur Par gespielt habe“, gibt die Tiger-Nichte zu. „Ich lag ja zwei unter, dann kamen die Bogeys. Da war ich jeweils im dicken Rough und hatte keine Chance.“ Doch wie Masson blickt sie positiv nach vorne. „Man kann hier wirklich gute Ergebnisse spielen.“

8300 Besucher tummelten sich laut am Feiertag auf der Anlage. Was fehlte, war lediglich ein deutscher Name weiter oben auf dem Leaderboard: Der Wunsch ging auch am Nachmittag nicht in Erfüllung. Aber immerhin ist Masson nicht als Einzelkämpferin unterwegs. Leigh Whittaker (25/St. Leon-Rot) und Miriam Nagl (32/Berlin) spielten ebenfalls 71 und dürfen sich Hoffnungen auf den Cut machen. Für Lokalmatadorin Vicky Troeltsch wird das schon schwierig. Die Münchnerin rangiert nach Tag eins auf Position 86. Allzu strahlend wird auch sie den Platz nicht verlassen haben.

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