Mühevoller Heimsieg

Zweiter Doppelpack für die Starbulls: Simon Heidenreich übertrifft seine Bestmarke

Fast wären es am Freitag vier Treffer am Stück für Passau gewesen, aber Starbulls-Goalie Andreas Mechel verhindert mit vollem Einsatz einen Treffer von Jeff Smith.
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Fast wären es am Freitag vier Treffer am Stück für Passau gewesen, aber Starbulls-Goalie Andreas Mechel verhindert mit vollem Einsatz einen Treffer von Jeff Smith.

Überraschende Pause für die Starbulls Rosenheim: Durch den Ausfall des Deggendorf-Spiels am Sonntag stand für Draxinger & Co. erstmals seit der Rückkehr aus der Corona-Quarantäne keine Woche mit drei Spielen auf dem Programm.

Rosenheim – Einerseits ein Segen, denn gerade kurz vor Weihnachten sind zwei zusätzliche freie Tage sicher ein Bonus, andererseits aber auch schade, denn die Starbulls hatten gerade punktemäßig einen richtig schönen Lauf. Betrachtet man aber die Personalsituation mit drei bis fünf Verletzten und Enrico Henriquez bei der U20-WM in Kanada, überwiegt sicher das Positive.

Heimsieg mit viel Mühe

Dienstag und Freitag sah man sich zwei Teams aus dem unteren Drittel der Tabelle gegenüber, Lindau und Passau. Und während man sich bei den Islanders gewohnt souverän durchsetzte, gestattete man sich gegen die Blackhawks, gegen die man auswärts zu Saisonbeginn noch zweistellig gewonnen hatte, einen gewaltigen Durchhänger und schaffte es gerade noch, das Steuer zum eingeplanten Heimsieg herumzureißen.

Dass man auch gegen die „Kleinen“ nicht zu viel voraussetzen sollte, hatte ja schon das Spiel in Höchstadt gezeigt, wo die Starbulls zwei Punkte abgaben, die einzigen in den letzten sieben Spielen. Andererseits: Kanonenfutter wie in den vergangenen Saisons sind die Mittelfranken nicht mehr, was vier Siege in fünf Heimspielen und ein Sieg in Lindau deutlich veranschaulichen.

Drei Passauer Tore am Stück

Punkte konnten die Blackhawks keine mitnehmen, ein seltenes Erlebnis aber durchaus auskosten. Hatten sie zuvor in dieser Saison gerade einmal 1,33 Tore pro Spiel erzielen können, schafften sie in Rosenheim gleich drei, und die sogar binnen weniger als zehn Minuten! Und dabei gelang ihnen etwas, was zuvor noch kein Gegner (auch nicht die Spitzenteams Selb oder Riessersee) geschafft hatten, nämlich die drei Tore am Stück, ohne einen Rosenheimer Treffer dazwischen, zu erzielen!

4,69 Starbulls-Treffer pro Spiel

Dass es dann aber doch nicht langte, lag neben den vielen Strafzeiten an der Firepower der Rosenheimer, die sich aufgrund der immer noch sehr ungeraden Tabelle nicht auf den ersten Blick erschließt. Aber: 4,69 Treffer haben Gibbons & Co. bisher pro Partie erzielt, mehr als die vor ihnen liegenden Regensburger (4,00) und Selber (3.93) und über ein Tor mehr als die nächsten, die Memminger Indians. Und ein überraschender Teil dieser Firepower ist ein Spieler, den man bis dato nicht unbedingt als Torjäger bezeichnen konnte: Simon Heidenreich.

Seine Bestmarke waren zuvor zehn Scorerpunkte aus der Saison 2017/18, und diese Marke hat er mit je sechs Toren und Assists schon jetzt, nach gerade mal 13 Partien, übertroffen. Zusammen mit den Dauerscorern Meier, Gibbons und Leinweber trägt er derzeit, da das „tödliche Duo“ der letzten Jahre, Alex Höller und der lange verletzte Kapitän Michael Baindl, noch nicht so in Schwung sind, erheblich zum Angriffselan des Sicinski-Teams bei.

Powerplay mit mehr Schwung

Das acht Spieltage lang fast völlig erfolglose Powerplay kam gegen die Blackhawks mit drei Treffern wieder etwas in Schwung, allerdings mit den Einschränkungen, dass man auch einen gegnerischen Shorthander zuließ, und dass man sehr viel Zeit und Möglichkeit zum Scoren hatte. Sagenhafte 17 Minuten und zehn Sekunden mussten die Passauer mit einem (beziehungsweise zehn Sekunden lang mit zwei) Mann weniger zubringen, eine Marge, die es seit dem Abstieg in die Oberliga 2017 für die Starbulls noch nie gegeben hatte. Genau 16 Minuten (mit einem Überzahltreffer) gegen Miesbach war der bisherige Rekord.

Dass viel Powerplayzeit aber nicht unbedingt auch einen leichten Sieg bedeuten muss, zeigen die letzten beiden Ergebnisse aus der Zweiten Liga, als die Starbulls ähnlich viel Überzahl spielen durften. Am 26. Februar 2012 gewannen sie gegen Schwenningen hauchdünn mit 2:1, nachdem sie 17:39 Minuten in nummerischer Überlegenheit agieren konnten und dabei ein einziges Powerplaytor zustande brachten, was der Gegner in nur 2:13 Minuten Überzahl schaffte.

Und ganz extrem war das Missverhältnis sieben Wochen später: Im letzten Play-off-Finalspiel hatten Stephan Gottwald und seine Kameraden 17 Minuten und sieben Sekunden Überzahl zur Verfügung, um bei einem Serienstand von zwei zu vier zugunsten Landshuts das drohende Saisonende hinauszuzögern. Das Endresultat: kein Überzahltor, stattdessen ein gegnerischer Shorthander, 1:7-Heimniederlage, Landshut Zweitliga-Meister.

Kyle Gibbons und die 54. Minute

Kleines Kuriosum zum Abschluss: Drei seiner bisher elf Saisontore schoss Kyle Gibbons in der 54. Spielminute, und zwei davon (gegen Selb und nun gegen Passau) waren der Game Winner. Nur beim 6:2 gegen Höchstadt am zweiten Spieltag war das Spiel längst entschieden, als Gibbons in dieser Minute traf.

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