Zwei stecken mitten im Abstiegskampf

Mit dem TSV Buchbach im Mittelfeld:Das Trainer-Duo Markus Raupach (links) und Andreas Bichlmaier. Zucker

Rosenheim – Es ist eine durchaus spannende Spielzeit in der Fußball-Regionalliga Bayern – vor allem, wenn man sich für die drei Vereine aus dem Fußball-Kreis Inn/Salzach interessiert.

Denn beim TSV Buchbach, SV Wacker Burghausen und TSV 1860 Rosenheim ist einiges nicht so gelaufen, wie es im Sommer noch zu erwarten war oder düster prophezeit worden ist.

Als bislang bestes Inn/Salzach-Team steht der TSV Buchbach mit 33 Zählern aus 22 Spielen auf Rang neun und steht im gesicherten Mittelfeld. Zwölf Punkte beträgt der Vorsprung auf die Abstiegszone – eine starke Leistung der Buchbacher, die sich schon ein wenig im Umbruch befinden. Der größte Wechsel fand dabei auf der Trainerbank statt, nachdem Ikone Anton Bobenstetter den Platz an der Seitenlinie gegen einen Funktionärssessel auf der Tribüne getauscht hat. Markus Raupach, der neu hinzugekommen ist, und Andreas Bichlmaier, der schon an der Seite Bobenstetters gewirkt hatte, haben mit dem Team eine ordentliche Herbstrunde gespielt. Das war insofern auch bemerkenswert, weil man auf einen echten Torjäger verzichten musste, nachdem Sammy Ammari im Sommer nach Burghausen gewechselt war. Buchbachs große Stärke liegt sicherlich in der mannschaftlichen Geschlossenheit, dazu ist man vor heimischer Kulisse extrem hungrig: 23 Zähler holte der TSV dort aus elf Begegnungen, unter anderem gab es einen grandiosen 2:1-Erfolg im Frühschoppen-Match gegen Spitzenreiter Türkgücü München. Zuletzt blieben Hain, Petrovic & Co. sechs Heimspiele ohne Niederlage mit 16 Punkten.

Ganz anders lief die Saison hingegen für Wacker Burghausen: Zu Beginn setzte es drei Niederlagen, dann wechselten die Salzachstädter den Torhüter und vertrauten auf Egon Weber. Die Folge: Vier Siege am Stück, in zehn Spielen hielt Weber siebenmal seinen Kasten sauber. Am Ende hakte es aber überall und so ging der ehemalige Zweitligist mit zehn Spielen in Serie ohne Sieg in die Winterpause. Da half auch der Wechsel auf der Trainerbank von Wolfgang Schellenberg zu Ronald Schmidt nicht. Der letzte Dreier datiert vom 20. September (2:0 über Nürnberg II). Und so steht Burghausen auf Rang 13 im Klassement mit 23 Zählern und hat lediglich zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Entscheidend ist vor allem die Bilanz in der Wacker-Arena: In elf Spielen gab es dort nur elf Punkte.

Der TSV 1860 Rosenheim weist in der Heimbilanz drei Punkte mehr als Burghausen auf – allerdings ist die Auswärtsstatistik der Sechziger schwach, sodass der Club von der Jahnstraße in der Abstiegszone steckt. Mit 21 Punkten aus 22 Begegnungen belegen die Sechziger einen Relegationsrang, haben lediglich zwei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, aber auch nur drei Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsrang. Die Mannschaft von Trainer Thomas Kasparetti hat übrigens einen Punkt weniger als zur gleichen Zeit vor einem Jahr – und da ging es dann am Saisonende in die Relegation! Die Baustellen der Sechziger waren groß in dieser Spielzeit, auch wenn einige bewusst gewählt wurden. Den Abgängen von Stammspielern wie Wiggerl Räuber, Markus Einsiedler, Philipp Maier oder Pius Krätschmer setzte man hauptsächlich junge Neuzugänge gegenüber. Dass man aber in einer Woche gleich vier Torhüter verlor und am Ende der Herbstrunde in 22 Spielen insgesamt vier Keeper eingesetzt hat, und dass es in dieser Zeit drei Kapitäne gab, ist wohl eher auf hausgemachte Probleme zurückzuführen. Mit 52 Gegentreffern haben die Rosenheimer die schwächste Defensive der Liga – auch das ein Problem der fehlenden Stammformation.

Eine Bilanz, in der die Sechziger vorne stehen: In der internen Inn/Salzach-Meisterschaft liegt der TSV 1860 mit 5:4 Toren und sechs Punkten aus drei Partien in Führung, gefolgt vom TSV Buchbach mit 2:1 Toren und drei Punkten aus zwei Spielen sowie dem SV Wacker Burghausen mit 3:5 Toren und drei Punkten aus drei Begegnungen.

In der Regionalliga nicht zu stoppen ist Aufsteiger SV Türkgücü München, der wohl den anvisierten Durchmarsch in die 3. Liga realisieren dürfte. Die Truppe von Trainer Reiner Maurer hat acht Zähler Vorsprung auf die Konkurrenz, mit 17 die meisten Siege errungen, mit 50 die meisten Tore erzielt und mit 19 die wenigsten Gegentore kassiert. Türkgücü führt sowohl die Heim- als auch die Auswärtstabelle an. Auf die Schulter klopfen dürfen sich der VfR Garching, TSV Buchbach und VfB Eichstätt, denen es gelungen ist, die Münchner zu bezwingen.

Schärfster Verfolger ist Schweinfurt 05, das zum Ende des Jahres unter dem neuen Trainer Tobias Strobl mit vier Siegen noch einmal Fahrt aufnahm. Zu diesen vier Erfolgen gehörte auch das kuriose 4:3 gegen 1860 Rosenheim, als die Sechziger im Willy-Sachs-Stadion schon mit 3:0 führten und Schweinfurts Joker Florian Pieper in den letzten 20 Minuten die Begegnung mit vier Treffern drehte. Die Schweinfurter sind als einziges Team noch ohne Platzverweis. Die Bestmarke bei den Gelb-Roten Karten hält die SpVgg Greuther Fürth II mit sechs, jeweils drei Rote Karten sammelten Burghausen, Eichstätt, Buchbach und Rain/Lech.

Am Tabellenende stehen hinter 1860 Rosenheim der SV Heimstetten, FC Memmingen und VfR Garching. Memmingen blieb zuletzt in neun Spielen sieglos, bei Garching dauert die Negativspirale bereits zehn Zähler an. Der letzte Erfolg des VfR war ein 4:3 in Heimstetten am 6. September.

Heimstetten hingegen sorgte für den höchsten Auswärtserfolg im Herbst mit dem 6:1-Sieg bei 1860 Rosenheim. Der höchste Heimsieg war das 7:0 des VfB Eichstätt über den SV Schalding-Heining. Die meisten Tore fielen beim 7:2-Sieg der SpVgg Bayreuth über den FV Illertissen. In der Torschützenliste fehlen Vertreter der Inn/Salzach-Clubs unter den Besten. Aleksandro Petrovic (Buchbach) hält bei acht Treffern, die Rosenheimer Danijel Majdancevic und Luftetar Mushkolaj sowie Sammy Ammari (Burghausen) haben sieben.

Torschützenliste

13 Tore:Adam Jabiri (FC Schweinfurt 05), Lukas Riglewski (SV Heimstetten).

12 Tore:Fabian Eberle (VfB Eichstätt), Patrick Hasenhüttl (SV Türkgücü München), Björn Schnitzer (SV Viktoria Aschaffenburg).

11 Tore:Atdheon Lushi (VfB Eichstätt), Kasim Rabihic (SV Türkgücü München).

10 Tore:Ingo Feser (TSV Aubstadt).

9 Tore:Kai Luibrand (FV Illertissen), Anton Makarenko (SpVgg Bayreuth), Maurice Malone (FC Augsburg II), Lukas Schleimer (1. FC Nürnberg II), Pasqual Verkamp (SV Viktoria Aschaffenburg).

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