Nach 17 Tagen Zwangspause

Zwei Starbulls-Tore innerhalb von 12 Sekunden: Dieser Doppelschlag landet in den Top five

Zuletzt zweifacher Torschütze und Topscorer der Starbulls: Neuzugang Tobias Meier.
+
Zuletzt zweifacher Torschütze und Topscorer der Starbulls: Neuzugang Tobias Meier.
  • vonManfred Eder
    schließen

17 lange Tage dauerte die unfreiwillige Pause, in der es für die Starbulls darauf ankam, den Schwung, der ihnen drei Siege in den ersten drei Saisonspielen eingebracht hatte, einigermaßen zu konservieren. Das haben die Rosenheimer einigermaßen geschafft.

Rosenheim – Zwar ist die Zeit der „blütenweißen Weste“ für die Starbulls Rosenheim in der Eishockey-Oberliga Süd vorbei, aber man darf nicht vergessen, dass es nach den Siegen gegen drei der schwächeren Teams diesmal gegen zwei der Spitzenteams der Liga ging, im Falle Regensburg sogar gegen die absolute Übermannschaft der ersten Wochen.

Rosenheim steht besser da als im Vorjahr

Zwar gab es nach 100 Prozent in den ersten drei Partien diesmal nur ein Drittel der Punkte auf der Habenseite, dennoch steht das Team mit elf von 15 möglichen Punkten besser da als zum gleichen Zeitraum der letzten Saison, als terminmäßig noch alles in festen Bahnen verlief. Damals lagen Sicinskis Jungs mit acht Punkten auf Rang Vier, diesmal würde es – begradigt auf Punkte pro Spiel – derzeit zu einem dritten Platz reichen. Und während das Torverhältnis mit 22:19 nur schwach positiv war, hat man diesmal mit 27:12 mehr als doppelt so viele Treffer geschossen wie zugelassen!

Der komplette Paradesturm vom Vorjahr fehlte

Und das, obwohl man gerade an diesem Wochenende, speziell am Sonntag, durch zusätzliche Ausfälle gebeutelt war. So fehlte gegen Riessersee der komplette Paradesturm des Vorjahres: Alex Höller, Michael Baindl und Kevin Slezak (wir berichteten) hatten letztes Jahr in fünf Begegnungen schon 17 Tore und zehn Assists angehäuft! Und auf Dominik Daxlberger und Simon Heidenreich waren in den drei Partien vor der Zwangspause heuer auch schon elf Scorerpunkte entfallen.

Nur gut, dass auch diesmal wieder Spieler aus der „zweiten Reihe“ einspringen können! So konnte keiner damit rechnen, dass der junge Füssener Tobias Meier nach fünf Spielen mit sechs Treffen und vier Assists die interne Scorerliste anführen und dass Enrico Henriquez, letzte Saison in den ersten sieben Spielen ohne Scorerpunkt, diesmal nicht nur als Torschütze aus dem Spiel heraus, sondern auch als eiskalter Penalty-Schütze auftrumpfen würde, der gegen die Garmischer am Sonntag den Zusatzpunkt sicherte.

Ein verrrücktes und untypisches Derby

Gut zupass kamen natürlich auch die beiden Verstärkungen aus Ingolstadt, von denen Samuel Soramies. Im Gegensatz zur Ära Steer/Kofler, wo man auf Förderlizenzler meist komplett verzichtete (rühmliche Ausnahme Stefan Loibl in der Saison 2015/16), scheint die Kooperation mit den Panthern Früchte zu tragen.

Ein ganz verrücktes Spiel war das Derby gegen Riessersee am Sonntag – und ein untypisches noch dazu. Zwar war es wie immer gegen Garmisch extrem eng und spannend (sechs der zehn Spiele wurden erst in Overtime oder Penalty-Schießen entschieden, die anderen endeten mit einem Tor Unterschied oder mit Empty-Net-Entscheidung), aber so torreich war eine Partie zwischen diesen beiden Kontrahenten in den letzten Jahren noch nie. Nur 4,5 Tore (ohne Penaltys) fielen im Schnitt zuvor pro Begegnung, diesmal waren es gleich zehn. Allein siebenmal bauschten sich die Netze im mittleren Drittel, als die Starbulls mit 5:2 fast an ihr 6:2-Saisonrekorddrittel aus dem Spiel in Passau herankamen. Und der Doppel-schlag zum 2:2 binnen zwölf Sekunden gleich zu Beginn des Drittels schaffte es immerhin in die Top Five der Oberliga-Historie.

Die Regensburger Topstürmer Gajowski und Flache ohne Scorerpunkt

Ganz im Gegensatz zum sonntäglichen wilden Hin und Her stand das Geschehen zwei Tage zuvor in Regensburg. Als bisher einzigem Team gelang es den Starbulls, die beiden Regensburger Gajowski und Flache ohne Scorerpunkt zu halten! Nur drei Tore fielen insgesamt, zwei davon nur sechseinhalb Minuten auseinander. Über 44 Spielminuten war seit dem letzten Starbulls-Tor in Passau kein Treffer mehr gefallen, für die Starbulls hieß es fast 68 Minuten Flaute, für den Gegner (Passau und Regensburg) sogar fast 73 Minuten! Und das, obwohl die Starbulls im Gegensatz zu den ersten drei Matches diesmal öfter auf die Strafbank mussten. Das Rosenheimer Unterzahlspiel war stark und erst in der 13. Unterzahlsituation der Saison fiel das erste gegnerische Powerplaytor durch den Riesserseer Arkiomaa, was Tobias Meier allerdings durch ein Unterzahltor wieder ausglich.

Lesen Sie auch:

20 Jahre Starbulls – alle Folgen auf einen Blick

Fast 43 Prozent der Spielzeit in Rückstand

Und noch etwas war grundverschieden zum Geschehen vor der Zwangspause. In den drei Spielen davor lagen die Starbulls in rund 88 Prozent der Zeit in Führung und mussten kein einziges Mal einem Rückstand hinterherlaufen, in den beiden Spielen dieses Wochenendes dagegen führten sie nicht einmal zehn Prozent der Spielzeit (knapp zwölf Minuten gegen den SCR), sondern lagen fast 43 Prozent der Spielzeit in Rückstand.

Mehr zum Thema

Kommentare