Zwei Punkte haben zum Deutschen Meistertitel gefehlt

Silber holte Kristin Lang (links) im Einzel hinter Nina Mittelham. Steinbrenner
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Silber holte Kristin Lang (links) im Einzel hinter Nina Mittelham. Steinbrenner

Auch mit einigen Minuten Abstand konnte sich Kristin Lang immer noch nicht erklären, wie die Spielerin des Tischtennis-Bundesligisten SV-DJK Kolbermoor bei den 88. deutschen Meisterschaften in Chemnitz das Endspiel gegen Titelverteidigerin Nina Mittelham (TTC Berlin eastside) verlieren konnte.

Chemnitz – Zunächst gab Lang einen scheinbar beruhigenden 11:6, 11:5 und 11:9-Vorsprung aus der Hand und ließ ihre Gegnerin durch das 11:8, 11:8 sowie 12:10 in den Entscheidungsdurchgang kommen. Im siebten Satz reichte aber auch ein 9:6-Vorsprung nicht zum insgesamt vierten nationalen Einzeltitel. Mittelham entschied die nächsten fünf Ballwechsel für sich und holte sich wie zwölf Monate zuvor in Wetzlar erneut Gold.

„Ich kann mir eigentlich keinen Vorwurf machen, denn schlecht gespielt habe ich nicht“, gab die Spielerin aus Kolbermoor zu Protokoll. „Ich musste ein sehr hohes Risiko gehen, um überhaupt eine Chance zu haben. In den ersten drei Sätzen habe ich unfassbar gut gespielt. Leider konnte ich dieses Niveau nicht halten.“ Lang, die in Sachsen hinter Mittelham an Position zwei gesetzt war, hatte auf ihrem Weg ins Finale lediglich zwei Sätze verloren.

13 Tage vor ihrem 35. Geburtstag stand Lang noch ein zweites Mal auf dem Siegerpodest. Für den dritten Platz im Doppel-Wettbewerb mit Nadine Bollmeier (TuS Bad Driburg) gab es die Bronzemedaille. Im Halbfinale verlor das Duo, hinter den deutschen Meisterinnen Sabine Winter (TSV Schwabhausen) und Nina Mittelham an Nummer zwei eingestuft worden, trotz einer zwischenzeitlichen 2:1-Satzführung noch im fünften Durchgang gegen Jessica Göbel sowie Tanja Krämer vom Liga-Konkurrenten TV Busenbach. „Es hat Spaß gemacht, mit Nadine zu spielen. Allerdings wäre ich schon gerne in das Endspiel gekommen.“

Ausrufezeichen von Pranjkovic

Die zweite Spielerin des SV-DJK Kolbermoor in Chemnitz, Naomi Pranjkovic, hatte am ersten Tag für ein dickes Ausrufezeichen gesorgt. Nach einem 4:0-Sieg gegen Janina Kämmerer (TSV 1909 Langstadt) gewann die amtierende deutsche Schülermeisterin im Achtelfinale gegen die erfahrene Jessica Göbel mit 4:1. „Ich bin natürlich mit meinem Spiel und dem Ergebnis sehr zufrieden“, strahlte Pranjkovic und erhielt für diesen Sieg auch von DTTB-Sportdirektor Richard Prause lobende Worte. „Naomi hat für ein sehr gutes, überraschendes Ergebnis gesorgt.“ Bei der anschließenden 0:4-Viertelfinalniederlage erwies sich Kristin Lang jedoch als (noch) eine Nummer zu groß. „Trotzdem bin ich nicht enttäuscht, denn ich habe bei dem Turnier sehr viel lernen können“, verriet die 15-Jährige vor ihrer Heimreise.

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