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Vor Derby in der Tennis-Bundesliga

Zuschauerrekord in Rosenheim mit Top-Star Philipp Kohlschreiber?

Eigentlich „Ersatz-Papa“ und „Ziehsohn“, am Sonntag aber Kontrahenten: 1860 Rosenheims Tennis-Vorstand Dieter Dörfler (links) und Großhesselohes Teammanager Christopher Kas.
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Eigentlich „Ersatz-Papa“ und „Ziehsohn“, am Sonntag aber Kontrahenten: 1860 Rosenheims Tennis-Vorstand Dieter Dörfler (links) und Großhesselohes Teammanager Christopher Kas.
  • Thomas Neumeier
    VonThomas Neumeier
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Wenn am Sonntag ab 11 Uhr der TC 1860 Rosenheim in der Tennis-Bundesliga den TC Großhesselohe empfängt, dann geht es in dem Derby nicht nur ums Prestige. Nein, es geht auch darum, sich die Chance auf den Meistertitel zu erhalten. Vier Spieltage vor Schluss treffen nämlich der Tabellendritte und -vierte aufeinander. Für einen Gäste-Akteur ist es eine besondere Rückkehr.

Rosenheim – Das Ziel ist ein Zuschauerrekord. Das würde auch Christopher Kas freuen, den Teammanager des TC Großhesselohe, der am Sonntag ab 11 Uhr in der Tennis-Bundesliga beim TC 1860 Rosenheim zu Gast ist. Der in Kolbermoor lebende Kas war aber schon im Vorfeld auf der Rosenheimer Tennisanlage an der Pürstlingstraße zu Gast und traf dort auf den Sechziger-Tennisvorstand Dieter Dörfler und Rosenheims Bundesliga-Manager Thomas Detterbeck.

Die OVB-Sportredaktion war dabei, als die letzten Missverständnisse um den Wechsel des Argentiniers Francisco Cerundolo von Rosenheim nach Großhesselohe ausgeräumt wurden, Kas den Einsatz von Philipp Kohlschreiber ankündigte und der jetzige Profi-Trainer über die Zeit mit seinem früheren Coach Dörfler schwärmt.

Kas kommt mit „fantastischen Erinnerungen“

Herr Kas, Sie sind mit 16 Jahren erstmals nach Rosenheim gewechselt. Welche Erinnerungen haben sie an Ihre 1860-Zeit?

Kas: Das sind fantastische Erinnerungen. Ich habe ja auch in diesem Zeitraum unter Didi Dörfler trainiert und später noch mitgeholfen, dass Rosenheim in die 2. Liga aufgestiegen ist. Das war sensationell! Später haben wir mit Großhesselohe unser entscheidendes Spiel zum Aufstieg gegen Rosenheim gehabt. Natürlich haben sich da die Wege immer gekreuzt und freue mich, wenn Rosenheim erfolgreich ist. Mein Sohn Raphael spielt hier, ich darf mit Katarzyna Kozlova auf der Anlage trainieren – insofern ist dieses Spiel am Sonntag ein absoluter Traum für mich!

Der junge Kas? „Talentiert aber eigensinnig“

Wie war denn der junge Spieler Christopher Kas?

Dörfler: Sehr talentiert, aber – wie die meisten guten Sportler – auch ein bisschen eigensinnig.

Kas: Eigensinnig?

Dörfler: Eigensinnig! Er wollte nie Volley trainieren. Aber ist dann trotzdem ein sehr guter Doppelspieler geworden.

Kas: Ich hatte das gar nicht so auf dem Sender. Einzelsportler sind schon sehr individuell, das stimmt.

Dörfler: Aber sonst war das schon eine lustige Zeit!

Kas: Für mich war das sehr hilfreich damals.

Trainer Dörfler als „Ersatz-Papa“

Sie sind ja schon als „Ersatz-Papa“ bezeichnet worden, Herr Dörfler!

Dörfler: Das hat Christophers Papa Karlheinz mal geschrieben!

Kas: Ich war in den Ferien immer beim Didi, habe bei ihm gewohnt und wir haben dann den ganzen Tag gemeinsam auf dem Tennisplatz verbracht. Das war damals für mich auch in der Persönlichkeitsentwicklung eine ganz wichtige Phase. Für mich ist das hier eine zweite Heimat.

Wer war dann die Nummer eins im Team?

Kas: Alexei Sevrouk.

Dörfler: Im ersten Jahr habe ich noch vor dem Christopher gespielt, im zweiten Jahr hinter ihm.

Kas: Ich habe mit 17 Jahren schon an Nummer eins gespielt.

„Er hat mich zu einem guten Spieler gemacht“

Wie haben Sie das damals aufgenommen, wenn der Jungspund Sie verdrängt?

Dörfler: Für mich war das kein Problem.

Kas: Er hat ja mich zu einem guten Spieler gemacht, insofern wäre es ja hirnverbrannt, wenn er dann damit ein Problem gehabt hätte.

Dörfler: Jeder Trainer freut sich doch, wenn er sich gegen seinen Schützling richtig anstrengen muss oder dieser ihn sogar schlägt! Das ist doch super.

Trainer Dörfler? „Ich habe zu ihm aufgeschaut“

Wie war denn der Trainer Dörfler für Sie?

Kas: Für mich war das fantastisch, er hat so viel positive Energie. Er war ja damals mehr als ein Trainer, er war Trainingspartner, Mitspieler, ich habe zu ihm aufgeschaut. Es ist ja unwahrscheinlich wichtig, wenn du da mit 15, 16 in ein Umfeld kommst und mit vielen Sachen konfrontiert wirst, die dich prägen. Und da ist es dann schon super, wenn du jemanden an deiner Seite hast, der mehr richtig als falsch macht. In diesem Alter kann es ja auch in eine andere Richtung gehen!

Sie sind ja nun selbst als Trainer aktiv. Nehmen Sie etwas vom Trainer Dörfler in Ihre Tätigkeit mit?

Kas: Die positive Energie natürlich, dass alles auch ein Spiel ist. Das darf man nicht vergessen, denn der Stress kommt noch früh genug dazu, der lässt sich auf einem höheren Niveau auch nicht vermeiden. Du kannst ja über Autorität oder über positive Begeisterung führen. Bei uns war das mehr als eine Trainer-Spieler-Beziehung, sondern eine Mischung aus Ersatz-Papa und großer Bruder!

Die Profis haben Spaß, in der Liga zu spielen

Geht der Führungsstil über Teamgeist auch in der Tennis-Bundesliga mit all den Profis aus aller Welt?

Kas: Absolut! Das sieht man bei Rosenheims Damir Dzumhur, der hier in einem Team und auch endlich wieder mal vor Publikum spielt. In dieser Phase macht es den Spielern schon sehr viel Spaß, in der Liga zu spielen.

Diesen Effekt kann man nutzen!

Detterbeck: Das ist für mich sogar der entscheidende Effekt. Es ist egal, ob der Spieler in der Weltrangliste auf Nummer 80 oder 110 steht – wichtig ist, dass sich der im Team wohlfühlt. Dann spielt er auch gut. Und wenn das nicht der Fall ist, dann verliert er, weil in dieser starken Liga ein, zwei Prozent entscheidend sind.

Kas: Und von außen betrachtet macht Rosenheim das ganz fantastisch. Tennis ist ja eine kleine Welt und du triffst die Spieler ja unter der Woche auf den Turnieren. Und da bekommt man schon mit, dass die Spieler hier herfahren, weil es ihnen Spaß macht.

„Philipp Kohlschreiber wird spielen“

Und Sie kommen jetzt gerne nach Rosenheim?

Von den Olympischen Spielen nach Rosenheim: Philipp Kohlschreiber.

Kas: Ja, auf jeden Fall. Es ist ein Derby, wir sind die einzigen bayerischen Mannschaften in der Bundesliga. Natürlich wäre ich gerne mit einem besseren Tabellenplatz gekommen, aber wir werden mit einer guten Truppe auflaufen: Philipp Kohlschreiber wird spielen, dazu Jürgen Melzer im Doppel. Ich kann den Zuschauern nur empfehlen, dass sie vorbeischauen!

Woran lag‘s denn, dass Sie derzeit hinter Rosenheim sind?

Kas: Wir haben das Heimspiel gegen Neuss verloren und dann in Gladbach, wo wir nicht die Besetzung hatten, die wir haben wollten. Im Endeffekt fehlt uns ein Punkt aus dem Gladbach-Spiel, mit dem wir dann richtig gut dastehen würden. Wir sind aber immer noch zuversichtlich, dass wir unser Saisonziel – ein Platz unter der ersten Drei – auch weiter erreichen werden. Dazu müssen wir aber den Tabellendritten schlagen!

Verständnis für die Olympia-Teilnehmer

Olympia hat den Kader ausgedünnt. Wie schwer wiegt das für Sie?

Kas: Erst einmal: Olympia ist super und wir haben uns für alle Spieler gefreut, dass sie dort sind. Ich selbst war ja 2012 in London dabei und weiß deshalb, was das für ein Erlebnis sein kann. Wir hatten jetzt Jan-Lennard Struff und Jeremy Chardy lange in Tokio dabei. Das wird dann für Sonntag sehr eng und sie werden eher nicht spielen.

Wie will 1860 dagegenhalten?

Dörfler: Wir hoffen natürlich, dass Damir Dzumhur wieder dabei ist.

Detterbeck: Der ist aber beim Turnier in Triest an Nummer eins gesetzt. Alessandro Giannessi ist dort ausgeschieden, auf ihn hoffen wir natürlich auch.

Dörfler: Wir können garantieren, dass wir eine gute Mannschaft aufbieten werden, auch wenn Großhesselohes Spieler in der Weltrangliste sicherlich besser dastehen.

Bisherige Spiele waren „sehr nervenaufreibend“

1860 hat aus den ersten Spielen 7:3 Punkte geholt. Wie waren Ihre Eindrücke?

Dörfler: Sehr nervenaufreibend. Wenn uns das aber jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir nach fünf Spielen sieben Punkte haben, dann hätten wir schon gejubelt.

Was wird am Sonntag entscheiden?

Kas: Es wird ein sehr enges Duell werden, wir werden mit Sicherheit Match-Tiebreaks sehen. Mich würde es wundern, wenn das Duell nicht in den Doppeln entschieden würde. Dafür sind die Mannschaften zu ausgeglichen besetzt. Vielleicht spricht die ein oder andere Weltranglisten-Position für uns, andererseits spricht das Publikum für Rosenheim.

War das damals in Ihrer Spielerzeit auch schon so?

Kas: Ja. Rosenheim war da schon immer gut.

Dörfler: Da muss man den Fans ein Riesenkompliment machen, das war bislang eine super Atmosphäre. Sogar die Funktionäre von Meister Mannheim haben gesagt, dass es hier richtig Spaß macht zu spielen.

1860 vorne? „Es ist noch alles möglich“

Großhesselohe will unter die ersten Drei. Muss Rosenheim sein Saisonziel mittlerweile verändern?

Detterbeck: Wir sind immer noch dabei, dass wir uns im ersten Jahr abschauen, wie das die anderen Vereine machen. Ich glaube, wir stehen gut da und es ist noch alles möglich.

Kas: Im ersten Jahr lernt man sehr viel und man kann sagen: Rosenheim hat sehr schnell sehr viel gelernt und richtig gemacht und ist deshalb auch in dieser Position.

Dörfler: Unser Ziel war ein guter Mittelfeldplatz. Wenn wir jetzt überraschend gegen Großhesselohe gewinnen würden, dann müsste man sich etwas überlegen.

Ihr Tipp für den Sonntag?

Kas: Das ist wirklich schwer zu sagen, weil es unvorhersehbar ist.

Detterbeck: Wenn wir ein Heimspiel haben, dann wollen wir auch gewinnen.

Dörfler: Mein Wunsch wäre ein 3:3.

Kas: Es kann durchaus passieren, dass ich nach dem Spiel mit einem 3:3 zufrieden bin. Um unsere Chancen nach vorne aufrecht zu erhalten, müssen wir gewinnen. Zumal am Sonntag auch Spitzenreiter Gladbach gegen Mannheim spielt. Danach wissen wir mehr.

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