Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Geschäftsführer Daniel Bucheli im Interview

Zuschauer-Boom bei den Starbulls – mehr Fans als zwei DEL-Vereine: Das sind die Gründe

3126 Zuschauer im Derby gegen Bad Tölz im sanierten Rofa-Stadion: Das sind 600 Fans mehr als beim Derby gegen Riessersee in der Saison 2019/2020.
+
3126 Zuschauer im Derby gegen Bad Tölz im sanierten Rofa-Stadion: Das sind 600 Fans mehr als beim Derby gegen Riessersee in der Saison 2019/2020.

Die Starbulls Rosenheim liegen im Zuschauerschnitt an der Oberliga-Spitze, sind besser als viele DEL2-Vereine und lassen sogar zwei Clubs aus der DEL hinter sich. Gründe für den Zuschauer-Boom nennt Geschäftsführer Daniel Bucheli im Interview.

Rosenheim – Starbulls-Coach Jari Pasanen hat in den letzten Wochen mehrfach angesprochen, wie begeistert er von der Zuschauerunterstützung im Rosenheimer Eisstadion ist. Eishockey in Rosenheim boomt und das ist auch mit Zahlen zu belegen. Während in Eishockey-Deutschland die Zahlen rückgängig sind, locken die Rosenheimer Kufencracks in der laufenden Saison bis zu 600 Fans mehr pro Spiel ins Stadion. Die Zuschauerresonanz bei den Starbulls ist nicht nur Oberliga-Spitze, sondern auch in der DEL2 würden die Rosenheimer mit ihrem Schnitt (2557 pro Spiel) Platz fünf im Zuschauerranking belegen. Sogar in der DEL steht der Oberligist besser da als Wolfsburg (2192) und Bietigheim (2119). Gründe, warum das so ist, nennt Starbulls-Geschäftsführer Daniel Bucheli im Gespräch mit der OVB-Sportredaktion.

Starbulls-Geschäftsführer Daniel Bucheli: „Das ist natürlich schon eine Ansage unserer Fans“.

Herr Bucheli, haben Sie mit diesem Zuspruch der Fans gerechnet?

Daniel Bucheli: Gehofft ja und natürlich sind wir mit dem Saisonstart sehr zufrieden. Nicht nur sportlich. Wir haben im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit 2019/2020 steigende Zuschauerzahlen an jedem der ersten sieben Spieltage, was in der aktuellen Phase nicht selbstverständlich ist. Das zeigt uns aber, dass die harte Arbeit des gesamten Teams in den letzten beiden Jahren während Corona belohnt wurde. Da hat sich keiner auf die faule Haut gelegt, sondern die Zeit ist genutzt worden, um den Verein nach vorne zu entwickeln.

Die Starbulls sind eben ein Traditionsverein, der die Menschen bewegt.

Bucheli: Und auch begeistert. Man sieht, dass das Stadion und die Starbulls als Verein, als sportliche Institution in Rosenheim einen Stellenwert haben und wie wichtig es den Leuten ist, mit dabei zu sein. Das freut uns natürlich sehr und es ist ein Auftrag, dass wir genauso weitermachen. Wir wollen jeden Spieltag so attraktiv wie möglich gestalten und so der Stadt Rosenheim und der Öffentlichkeit etwas zurückgeben. Wir sind richtig stolz und freuen uns riesig.

Stolz auch, dass gegen Bad Tölz an einem Mittwoch über 3000 Zuschauer ins Stadion strömten.

Bucheli: Natürlich und da gilt es auch einmal Danke zu sagen an alle Partner und Besucher, die das möglich machen und gerne zu uns kommen. Das beste Beispiel ist das Spiel gegen Bad Tölz. Da haben wir in der Vor-Corona-Saison zum gleichen Zeitpunkt auch ein Derby gegen Garmisch gehabt. In der Saison 2019/2020 waren 2500 Leute im Stadion und jetzt hatten wir 600 Zuschauer mehr. Das ist natürlich schon eine Ansage unserer Fans und ein deutliches Zeichen für den Standort.

Und auch für die Stadt Rosenheim, die viel Geld für die Sanierung investiert hat.

Bucheli: Absolut. Die Stadt hat das ja nicht nur für die Starbulls, sondern für den gesamten Eissport in Rosenheim getan. Man muss immer wieder betonen, dass nur acht Prozent der Stadionauslastung vom Profisport genutzt wird. Die restlichen 92 Prozent gehören dem Breitensport, dem Nachwuchs, dem öffentlichen Lauf und den Hobbymannschaften und auch für die ist dieses Stadion in der Form saniert worden. Das ist ein klares Bekenntnis der Stadt Rosenheim für den Standort und es war eine absolut angenehme Zusammenarbeit - sehr wertschätzend und sehr konstruktiv. Was hier geschaffen wurde, ist einmalig und sichert diesen Standort für die nächsten 20 Jahre ab.

Noch einmal zurück zum Zuschauer-Boom. Welche Faktoren sind ihrer Meinung nach ausschlaggebend?

Bucheli: Das ist ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Da ist einmal die Infrastruktur, die natürlich Neugierde weckt, das sanierte Stadion, die neue Medientechnik, das neu gestaltete Gastroangebot in und um das Stadion. Auch das lockt möglicherweise Besucher an, die früher nicht gekommen sind. Und natürlich die Mannschaft, die eine ganz starke Leistung bringt und die aus unserer Sicht bereits auf einem sehr guten Weg ist. Das Team bietet attraktiven Sport, hängt sich immer rein. Dazu kommt noch das Engagement unserer Fanclubs, die immer findig sind, die aktiv sind, die Leute ansprechen. Es ist definitiv ein Zusammenspiel von allen zentralen Punkten.

Da steckt aber auch viel Arbeit dahinter.

Bucheli: Was die Vorstandschaft und das ganze Team in den letzten Jahren geleistet hat - im Stadionbereich, in der Vermarktung, im Ticketing, in der Administration, ist Wahnsinn. Die Mitarbeiter haben sich weit über jegliches Maß hinaus eingesetzt, damit es hier in Rosenheim so vorwärts geht. Und jetzt kommt alles nach und nach zusammen und führt dazu, dass die Leute gut unterhalten werden und einen schönen Spieltag erleben können.

Ihr habt die Latte relativ hoch gelegt. Wie kann man diesen Standard halten?

Bucheli: Genau das ist unser Anspruch. Wir wollen den nicht nur halten, wir wollen noch besser werden. Das Ziel war, dass wir für jeden Fan beziehungsweise für jeden, der sich für das Eishockey interessiert, den schönsten Tag der Woche generieren, dass die Leute gerne hier ins Stadion kommen und das natürlich immer bei maximalem sportlichen Erfolg. Wir werden da weiter hart daran arbeiten, dass wir das Gastroangebot optimieren, dass der sportliche Erfolg gesteigert wird, und dass das Eishockeyspiel immer ein Erlebnis ist.

Ein Erlebnis für Jung und Alt. Wie ist denn das Verhältnis von jungen Fans, älteren Fans, Sitzplatz- und Stehplatz-Besuchern?

Bucheli: Aktuell sind wir relativ gleich verteilt bei den Altersklassen. Das haben wir so in der Form nicht erwartet, sind aber auch happy damit. Die Sitzplätze sind meistens ausverkauft, auch wenn oft Lücken da sind, aber das sind Dauerkartenbesitzer, die eben mal nicht da sind. Gegen Bad Tölz waren von den 3126 Zuschauern über 2000 auf den Stehplätzen. Auch hier ist der Anstieg im Verhältnis gleich wie bei den Sitzplätzen.

Es kommen aktuell viele neue Zuschauer. Wie wichtig sind die langjährigen Fans?

Bucheli: Wir freuen uns natürlich über jeden neuen Besucher, sind aber auch glücklich, dass wir unsere langjährigen Fans weiterhin binden können, dass sie immer noch gerne ins Stadion gehen und sie weiter mit dabei sind. Diese Fans sind ein wichtiger Punkt, dass das Eishockey in Rosenheim das geworden ist, was es aktuell ist. Es kommen aber auch wieder Fans, die teilweise seit 20 Jahren nicht mehr im Eishockey waren, und dann so überzeugt sind, dass sie gerne wiederkommen.

Kommentare