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OVB-SERIE: WAS MACHT EIGENTLICH

Zusammen mit Franz Josef Strauß trainiert

Feiert heute seinen 95. Geburtstag: Franz X. Berger aus Prien. Hier zeigt er das Original-Plakat des Radrennens um den „Großen Preis von Oberbayern“ am 6. Mai 1948. Im Stadion des ASV wurden 150 Runden gefahren.  Ziegler
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Feiert heute seinen 95. Geburtstag: Franz X. Berger aus Prien. Hier zeigt er das Original-Plakat des Radrennens um den „Großen Preis von Oberbayern“ am 6. Mai 1948. Im Stadion des ASV wurden 150 Runden gefahren. Ziegler

„Früher bin ich bei Trainingseinheiten mit dem Rad 200 Kilometer gefahren, heute sind es nur noch 15 bis 20 Kilometer“, sagte Franz X. Berger aus Prien bei seinem Besuch in der OVB-Sportredaktion. Das Besondere: Franz X. Berger feiert heute seinen 95. Geburtstag.

Prien – Der nach wie vor rüstige Priener stammt aus einer „Dynastie“ von Radrennfahrern, die weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt waren. Zu dieser „Dynastie“ gehörten seine Brüder Sepp, Christian und Toni, sowie sein Vater Josef Berger aus Bamham bei Rosenheim, der im süddeutschen Raum und in Österreich zahlreiche Erfolge auf Bahn und Straße erzielte.

1936 begann Franz X. Berger als Radrennfahrer beim Radclub „Innrose“ in Rosenheim und holte gleich einen Sieg als Jugendfahrer. Im August 1936 machte er Ferien in Fröttmaning bei München und sein Trainingspartner war der spätere bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß, ebenfalls Amateurfahrer und 1934 Sieger beim Straßenrennen „Quer durchs bayerische Hochland“ über 185 Kilometer.

Im April 1938 kam der damals 15-jährige Berger als Militärschüler zur technischen Luftwaffe nach München und ab 1944 zu den Fliegern. Dort machte er die Pilotenausbildung in Klagenfurt. Ende Januar 1945 gab es kein Flugbenzin mehr, der Flugdienst wurde eingestellt und Berger musste zur Fallschirmjägertruppe, geriet in amerikanische Gefangenschaft, floh und marschierte bis in die Nähe von Hamburg und Mitte Juni 1945 erreichte er zu Fuß sein Zuhause in Bamham.

RSV Rosenheim gegründet

Der Heimkehrer gründete 1946 den Radsportverein Rosenheim und später den Radrennclub Prutting. Er holte sein Rennrad aus dem Keller, fuhr mehrere Amateurrennen und siegte bei Rundstreckenbewerben. 1947 und 1948 organisierte Franz X. Berger acht Berufsradrennen mit circa 30 Profis (darunter zehn deutschen Meistern) in Rosenheim, Traunstein und Bad Reichenhall vor jeweils 7000 bis 10 000 Zuschauern. Sein Bruder Sepp Berger gewann dabei mehrere Rennen. Zum Beispiel in Rosenheim, als auf dem damaligen ASV-Sportplatz an der Jahnstraße, heute das Jahnstadion, vor 8000 Zuschauern der „Große Preis von Oberbayern“ ausgefahren wurde. Hier wurden auf der Aschenbahn laut Beschreibung auf dem Plakat „150 Runden Mannschaftsrennen nach Art des Sechstagerennens“ gefahren. Organisator war Franz X. Berger.

1952 wurde F. X. Berger Automobilverkäufer, ging 1954 nach Venezuela, wo er lebte und als Transportpilot arbeitete. Nach seiner Rückkehr erhielt er eine leitende Position bei Daimler-Benz in München.

Berger war auch staatlich geprüfter Skilehrer und organisierte nebenberuflich 52 Jahre lang den „Skiclub alpin international“ in Frankreich, Italien, Österreich und in der Schweiz. Das machte er bis zu seinem 90. Lebensjahr.

„Wenn ich den Sport nicht gehabt hätte, würde ich heute nicht mehr leben“, sagte Franz X. Berger, der zwei Söhne hat, voller Überzeugung. Er verfolgt nach wie vor die großen Radrennen und ist bestens informiert. Einen Tag nach dem Gespräch in der Redaktion zu dem er mit dem eigenen Auto von Prien nach Rosenheim kam, flog er nach Zypern und in den nächsten Wochen geht es für drei Monate nach Thailand. „Das Klima dort ist gut für meine Gesundheit“, sagte Berger. re/bz

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