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2. BUNDESLIGA

Zu wenig Druck in den Mühldorfer Aufschlägen: Delitzsch dafür umso leidenschaftlicher

Spielte eine sensationelle Partie, konnte aber die Niederlage nicht abwenden: Mühldorfs MVP Alex Brandstetter.
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Spielte eine sensationelle Partie, konnte aber die Niederlage nicht abwenden: Mühldorfs MVP Alex Brandstetter.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Zu einem Krimi in Überlänge wurde die Samstagabend-Partie zwischen dem GSVE Delitzsch und dem TSV Mühldorf. Nachdem Mühldorf schwach begonnen hatte und zwei Sätze abgeben musste, dominierten sie das Spielgeschehen in den Durchgängen drei und vier. Die Entscheidung fiel im fünften Satz.

Mühldorf – Doch in diesem entscheidenden fünften Satz schafften die Mühldorfer es dann nicht, die klare Führung zu verteidigen. Nach hartem Kampf verloren sie den Krimi nach 140 Minuten mit 2:3 (22:25/ 23:25/ 25:19/ 25:20/ 12:15).

Delitzsch trainierte kaum – wegen hoher Corona-Inzidenz

Eines vorweg: Den Klassenerhalt hatte die Mühldorfer Mannschaft schon in der vergangenen Woche gegen die Youngsters aus Friechshafen geschafft. Man konnte als aktueller Tabellenachter also entsprechend gelassen in die Partie gegen den Tabellenelften gehen, der zuletzt eine schwache Phase hatte, von den letzten acht Partien nur ein Spiel gewinnen konnte. Die Erklärung dazu lieferte Delitzschs Trainer Franz Pietzonka vor der Partie: „Wir hatten einige Wochen lang Corona-Inzidenzen von über 200, haben in dieser Zeit konsequent kein Training gehalten. Und das hatte sich in den letzten Spielen auch bemerkbar gemacht.“

Junge Spieler in Mühldorf mit dabei

Der GSVE-Trainer hat dann auch jede Menge junges Gemüse mit nach Mühldorf genommen, um sich für die 0:3-Niederlage im Hinspiel zu revanchieren. Seine Taktik: Harte Aufschläge. Denn Pietzonka wusste: „Mühldorf hat keinen Star im Team, den man kaltstellen könnte. Es ist die homogene Struktur, die die Mühldorfer so erfolgreich macht!“ Und die Aufschläge.

Viel Druck von Benjamin Bauer

Doch genau die wollten nicht so recht funktionieren im ersten Satz. Nach einer 2:0-Führung gaben die Mühldorfer das Zepter aus der Hand. Einer der Besten im Team der Sachsen, Benjamin Bauer, setzte mit seinen Aufschlägen Mühldorfs Kapitän Tom Brandstetter dermaßen unter Druck, dass Mühldorfs Trainer Michi Mayer schon beim 2:5 Brandstetter auswechselte und Hauke Ferch brachte, um die Annahme zu stabilisieren. Doch Delitzsch hatte sich schnell einen Vierpunkte-Vorsprung erspielt (4:8), den die Sachsen bis zum Ende des Satzes nicht mehr hergaben.

Berichte zur Volleyballabteilung in Mühldorf finden Sie auf unserer Themenseite.

Mühldorfs Annahme nicht präzise genug

Der Grund: Mit einer unpräzise Annahme machten es sich die Innstädter selbst das Leben schwer. Zuspieler Alex Brandstetter konnte nur selten seine Mittelblocker einsetzen, musste die Bälle über die Außenpositionen verteilen wo dann die langen Mittelblocker der Delitzscher – Robert Karl (1,98 Meter) und ein starker Jonas Rottosch (2,05 Meter) – bereits zum Blocken bereit standen.

Schade für Mittelblocker Luis Großmann auf Mühldorfer Seite, der deswegen kaum Chancen hatte, sein Können zu zeigen. Am Ende bekam noch Fritz Vähning die Chance, anstelle von Tobi Besenböck als Diagonalspieler zu glänzen, doch am Satzverlust konnte auch er nichts ändern (22:25).

Delitzschs Trainer vertraut auf jungen Zuspieler

Delitzschs Trainer Pietzonka vertraute weiter auf seinen jungen Zuspieler Hannes Schindler, der mit seinen 2,02 Metern nicht nur den Mühldorfer Außenangreifern in puncto Sprungkraft alles abverlangte. Die etatmäßige Nummer eins, Felipe Pardini Glaser feuerte zunächst nur von der Bank aus an. Erst als die Führung der Gäste aus Sachsen zu brökeln begann (9:10) kam Zuspieler Pardini ins Spiel, um Mühldorf wieder auf Distanz zu bringen (14:17).

Mühldorf kämpfte erbittert, schaufelte auch in der Abwehr einige Bälle aus dem Feld, blieb aber in Angriff zu harmlos, auch wenn der Block durch Flo Gschwendtner stabiler wurde. Er war zum zweiten Satz für Luis Großmann als Mittelblocker gekommen, ärgerte sich dann aber mit seinen Teamkameraden, dass er nach einem 21:21-Gleichstand den Satz nicht drehen konnte (23:25).

Leidenschaftliches Spiel der Gäste aus Sachsen

Delitzsch zeigte bis zum dritten Satz leidenschaftliches Volleyball, bejubelte die Punkte, stürzte sich in der Abwehr in jeden Ball, wobei vor allem Libero Julius Fritsche mit unglaublicher Präzision arbeitete. Als aber Mühldorfs Alex Brandstetter beim Stand von 7:7 zum Aufschlag kam, läutete der spätere MVP die Wende ein. Fünf knallharten Aufschlägen hatten die Delitzscher nichts entgegenzusetzen, Mühldorf ging mit 13:7 in Führung, baute diese bis zum 18:11 aus und gab sie auch nicht mehr her. Pietzonka versuchte es mit vier Auswechslungen, aber erfolglos (25:19).

Knallharter Aufschlagvon Zuspieler Alex Brandstetter

Mühldorf hatte sich warm gespielt und abermals war es Alex Brandstetter, der mit einer Serie die Basis für eine 5:0-Führung legte. Bernhard Bauer schwächelte nun etwas, stattdessen lief die Maschinerie aufseiten der Mühldorfer (16:7), die wieder mit Vähning über Diagonal begonnen hatten, erst beim 16:11 kam wieder Besenböck für ihn ins Spiel. Doch Delitzsch war weiter am Zug, verkürzte bis auf 14:16, bevor Tom Brandstetter im Aufschlag wieder für klare Verhältnisse sorgte (19:14). Dieser Vorsprung reichte dann auch zum Satzgewinn.

Mühldorf führt mit 7:4 und verliert

So konnte es weitergehen. Tat es dann auch im fünften Satz bis zur 7:4-Führung der Mühldorfer, die sich dann aber die Butter vom Brot nehmen ließen. Dank exzellenter Abwehr der Delitschzer und weil Benedikt Bauer fünfmal clever servierte, rissen die Gäste auch das Spiel an sich. Eine umstrittene Entscheidung der Schiedsrichter brachte die Mühldorfer, die völlig unverständlich vorher schon resigniert wirkten, dann komplett aus dem Tritt, sie verloren mit 12:15.

Mit 33 Zählern auf Platz acht

„Die Aufschläge waren nicht hart genug. Und man hat gesehen: Wenn ein Tom Brandstetter mal eine Schwächephase hat, dann tun wir uns schwer“, sagte Trainer Michi Mayer nach dem Spiel.

Doch immerhin: Einen Punkt haben die Mühldorfer mitgenommen, die mit 33 Zählern weiterhin Platz acht behaupten. In sieben noch verbleibenden Spielen wollen die Mühldorfer weiter Punkte ernten. Zum Beispiel in Freiburg nächsten Samstag, das letzte Auswärtsspiel der Saison, bevor danach noch sechs Heimspiele anstehen.

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