Das Ziel ist die Weltspitze: Luca Engler flitzt auf Schlittschuhen durch den Eiskanal

Luca Engler (vorne links) beim ATSX 500, der ersten Veranstaltung der Red-Bull-Ice-Cross-Weltmeisterschaft im österreichischen Judenburg. Mitter

Es ist eine der härtesten Wettkampfsportarten der Welt – und ein Rosenheimer ist ganz vorne dabei. Luca Engler ist der derzeit beste deutsche Ice Crosser.

Rosenheim– Der Red Bull Ice Cross ist ein Extremsport der besonderen Art, eine Mischung aus Boardercross, Eishockey und Inline-Downhill. Anders gesagt: Es geht darum, mit 80 km/h auf Schlittschuhen einen künstlich angelegten Eisparcours mitten in den größten Metropolen der Welt hinunter zu jagen. Der Schnellste gewinnt, Höhenunterschiede von 60 Metern sind keine Seltenheit. Zu Viert auf der Strecke sind Bodychecks durchaus üblich, um sich die beste Ausgangslage zu sichern, am Start sind mehrfache Weltmeister.

Eine Sportart, die hierzulande noch nicht so bekannt ist, jedoch dank Luca Engler immer mehr Fans findet. Seit knapp drei Jahren gehört Engler mit dazu. Der 23-Jährige startete seine Karriere im Eishockey-Nachwuchs bei den Starbulls Rosenheim. „Mit drei Jahren hatte ich zum ersten Mal Schlittschuhe an. Bereits da entdeckte ich meine Leidenschaft zum Eishockey“, erzählt er. Nach 16 Jahren bei den Starbulls zog es den damals 21-Jährigen nach Augsburg. Nach einem Jahr musste der Rosenheimer eine folgenschwere Entscheidung treffen: „Eishockeyprofi oder eine Ausbildung, die die Basis für mein Berufsleben sein sollte.“ Engler entschied sich für eine Ausbildung zum Physiotherapeuten in Traunstein. Ganz konnte er dem Eishockey aber noch nicht dem Rücken kehren und schloss sich dem DEC Inzell an.

Im Dezember 2017 nahm er zum ersten Mal beim Ice-Cross-Downhill-Weltcup in Wagrain teil und schaffte es auf Anhieb auf Rang 49. „Das Gefühl war un beschreiblich“, beschreibt Engler sein erstes Red-Bull-Ice-Coss-Downhill-Rennen wenige Monate später in Saint Paul vor über 150 000 Zuschauern. Am Ende seiner ersten Saison landete der damals 21-Jährige in der Kategorie „Juniors“ bereits auf Platz sechs. In der Saison 2017/18 schaffte es Luca Engler in Saint Paul auf Rang 14, in Jyväskylä (Finnland) auf Platz acht, in Marseille auf Rang zehn und in Edmonton auf dem vierten Platz. In der Saison 2018/19 wurde er bereits unter den Männern gelistet. In Judenburg wurde er sogar Zweiter.

2019 schloss der Rosenheimer erfolgreich seine Ausbildung ab. In der neuen Saison will er sich nun ganz auf seine Ice-Cross-Down hill-Rennen konzentrieren. Bishlang mit Erfolg: Im Auftaktrennen in Jugenburg wurde er Elfter, im französischen Pra-Loup belegte er den 20. Rang. Insgesamt rangiert Engler im „Mens World Championship Ranking“ auf dem 27. Platz. Und die Saison 2020 hat gerade erst begonnen: Am 15. Februar steht der Rosenheimer in Yokohama am Start. Es folgen Rennen in Igora (St. Petersburg) am 21./22. Februar, in Alpe di Siusi in Südtirol am 13./14. März und in Moskau am 20./21. März.

Engler hat ein großes Ziel vor Augen: „Ich will mich in der Weltspitze etablieren und auf kurze Sicht auch mindestens zu den 20 besten Racern gehören.“ Um dieses Ziel zu erreichen, trainiert Engler auch im Sommer an fünf Tagen in der Woche, nebenbei hält er sich mit Bergsteigen, Skitouren und Beachvolleyball fit, zum Ausgleich spielt er Gitarre. Privat liebt er seine Heimat. Den bodenständigen Sportler trifft man im Sommer beim Kiten am Chiemsee im Winter auf Skitouren – und in der fünften Jahreszeit in Rosenheim auf dem Herbstfest. re

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