Das Ziel: Gemeinsam im Weltcup

Lena Häcki und Marco Großwürden gerne gemeinsam bei einem Weltcup starten. Wukits
+
Lena Häcki und Marco Großwürden gerne gemeinsam bei einem Weltcup starten. Wukits

Ruhpolding – Der gestrige Weltcup-Start in Ruhpolding beim Sprint der Frauen war für die Schweizerin Lena Häcki ein Heimspiel.

Die 24-Jährige aus Engelberg wohnt seit geraumer Zeit zusammen mit ihrem Freund Marco Groß in Ruhpolding. Dadurch gehört die Chiemgau-Arena auch zu einem von ihr häufig genutzten Trainingsareal. „Kennengelernt haben wir uns bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2014 in den USA“, erinnert sich Groß. Damals gewann der 24-Jährige in Presque Isle zwei Silbermedaillen und quasi als Draufgabe sicherte er sich privat sein Goldstück.

Die beiden Sportler ergänzen sich ideal, erzählen sie in trauter Einigkeit. Auf der einen Seite die temperamentvolle Schweizerin, auf der anderen Seite der ruhende Pol Marco. Ideal für Häcki ist auch die Verbindung zu Marcos Vater, den ehemaligen Weltklasse-Biathleten Ricco Groß als Schwiegervater in spe. „Wenn ich mir da keine Tipps holen würde, wäre das fast schon fahrlässig“, meint sie. In dieser Saison haben die Ratschläge wohl besonders gefruchtet. Häcki erreichte mit dem dritten Platz in der Verfolgung von Le Grad Bornand ihren ersten Stockerlplatz im Weltcup. Zuvor hatte sie mit der Schweizer Staffel in Östersund den zweiten und Hochfilzen den dritten Rang erreicht. „Ich habe einen guten Sommer ohne Probleme gehabt. Bei einem Leistungstest im Herbst habe ich gemerkt, dass es läuft, da habe ich alle persönlichen Rekorde pulverisiert. Nun musste ich das alles noch auf den Schnee bringen“ – was ihr offensichtlich gelungen ist.

Begeistert ist die ehrgeizige Biathletin von ihrer Trainerin Sandra Flunger, die aus Österreich zu den Schweizer Frauen gekommen ist. „Sie fordert viel, hört aber auch gut zu. Vor allem funktioniert das von Frau zu Frau, obwohl ich früher auch mit männlichen Trainern immer gut zurechtgekommen bin.“ Das große Ziel von Häcki ist in dieser Saison die Weltmeisterschaft in Antholz. Auf längere Sicht peilt sie eine Medaille bei Olympia an. „Das ist mein großer Traum.“

Angefangen hat die Biathlonkarriere der Engelbergerin im Schwimmverein. Eine Freundin ihrer Mutter hat den Verein Nordic Engelberg gegründet und Mitglieder gesucht. „Sie hat mich bei einem Testwettkampf beim Schwimmen gesehen und bemerkt, dass ich eine große Ausdauer habe. Sie hat mich gefragt, ob ich Lust zum Langlaufen hätte und so bin ich schließlich beim Biathlon gelandet. Es hat mir gleich großen Spaß gemacht“, erinnert sie sich. Im Laufe der Zeit sind der Massenstart und die Verfolgung ihre Lieblingsdisziplinen geworden – und das trotz viermal Schießen. „Ich galt früher als Harakiri-Schützin, das habe ich verbessert. Meine Stärke ist aber das Laufen.

Um sich immer weiter zu verbessern, trainiert sie so oft wie möglich in Ruhpolding. Ihre Trainerin Sandra Flunger wohnt im benachbarten Saalfelden und kommt oft in die Chiemgau Arena. Dazu trainiert Häcki auch Einheiten mit den deutschen Damen. „Die haben mich gut aufgenommen und wir sind auch außerhalb der Loipe befreundet. Konkurrentinnen sind wir erst, wenn es an den Start geht.“ Und irgendwie gehört sie auch von der Nationalität dazu, denn Häcki verrät: „Da meine Mutter Deutsche ist, habe ich sowohl einen Schweizer als auch einen deutschen Pass.“

Mit ihrem Partner Marco Groß genießt sie die wenige Freizeit, so oft es geht. „Im Winter ist abschalten wichtig, im Sommer genießen wir die freien Tage und gehen unserem Hobby, den Motorradfahren, nach“, verrät Groß. Gerne würden beide einmal gemeinsam bei einem Weltcup an den Start gehen. „Langsam wird es Zeit“, meint Marco und erzählt vom steinigen Weg über Deutschlandpokal und IBU-Cup bis in den Weltcup. Mut macht ihm dazu Lena: „Der Marco ist ein Top-Biathlet, er muss es nur konstant zeigen. Dann kann es wirklich schnell gehen.“ shu

Kommentare