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Ruhpoldinger Biathlon-Trainer auf dem Rennrad

Pichler nach Herzattacke wieder ganz der Alte: Sensationeller 39,2-Schnitt am Salzburgring

Wolfgang Pichler ist schon wieder ganz der Alte, trainiert wie vor seinem Herzstillstand von elf Monaten.
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Wolfgang Pichler ist schon wieder ganz der Alte, trainiert wie vor seinem Herzstillstand von elf Monaten.
  • VonKarlheinz Kas
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Vor knapp einem Jahr hat Wolfgang Pichler eine Herzattacke erlitten. Jetzt ist der 66-Jährige schon wieder ganz der Alte: Mit dem Rennrad schaffte er einen 39,2-Kilometer-Schnitt bei einem Einzelzeitfahren auf dem Salzburgring.

Ruhpolding – Es ist ein knappes Jahr her, da war Wolfgang Pichler nach einer Herzattacke auf dem Rennrad nahe Waging dem Tod näher als dem Leben. Er wurde durch Reanimation ins Leben zurückgeholt und lag im Traunsteiner Klinikum im künstlichen Koma. Aber der 66-Jährige hat sich zurückgekämpft, steht heute unter regelmäßiger ärztlicher Betreuung und trainiert wieder – wie vor seinem Herzstillstand.

Zuletzt postete er in den sozialen Netzwerken: „Elf Monate nach meinem Herztod habe ich einen 39,2-Schnitt auf eine Distanz von 14 Kilometern beim Einzelzeitfahren auf dem Salzburgring geschafft, es war Platz zwei, ich bin glücklich.“

Besserer Schnitt als vor dem Unfall

Wer mit dem Rennrad leistungsmäßig unterwegs ist, kann die Zeit einschätzen. Für einen Senior ist es ein überragender Kilometer-Schnitt. Zum Vergleich: Kurz vor seinem Unfall war Pichler auf gleicher Strecke gefahren, hatte damals einen Schnitt von 38,1 km/h erreicht.

Der frühere Biathlontrainer war immer schon extrem, sich gegenüber beim Tennis, beim Rudern, beim Joggen, beim Radfahren, beim Sport allgemein, aber auch seinen Sportlern gegenüber. Unmittelbar nach dem Erwachen aus dem Koma hatte er gesagt: „Ich hatte Riesenglück, ich bin zurück, ich muss jetzt aufpassen, dass ich nicht zuviel mache.“ Nur wenige Wochen war er daheim, um sich zu erholen, dann stieg er schon wieder aufs Rad, erst in seiner Wohnung, dann auf der Straße. „Meinem Arzt in München habe ich aber nicht erzählt, dass ich schon wieder Rennen fahre“, erklärte er gestern im Gespräch mit unserer Redaktion.

Pichler zurück auf seinem Posten

Im Funktionärsbereich ist Pichler längst zurück. Er füllt weiterhin seinen Direktorenposten im schwedischen Olympischen Komitee maximal aus und arbeitet für die schwedischen Biathleten, wo er mit einem gut dotierten Beratervertrag ausgerüstet ist.

Aber längst hält ihn nichts mehr in seinem Haus unmittelbar neben dem Ruhpoldinger Golfplatz. Im Winter betreute er einen schwedischen Rodler, der auf der Kunsteisbahn am Königssee trainierte und er war täglich in der Max-Aicher-Eisarena in Inzell, kümmerte sich dort um den schwedischen Eisschnellläufer Nils van der Poel. Der war jahrelang raus aus dem Geschäft, aber unter Pichlers Fittichen feierte er ein Wahnsinns-Comeback.

Pichler vermittelte Lukas an Lutz

Van der Poel holte zwei Mal Gold bei den Weltmeisterschaften in Heerenveen – über 5000 Meter und mit Weltrekord auch über die Distanz von 10 000 Metern. Die schwedischen Medien feierten den Ruhpoldinger als den Vater des Erfolges. Pichler selbst aber spielt seinen Anteil an den ersten beiden Goldmedaillen für Schweden bei Einzelstrecken-Weltmeisterschaften eher herunter.

Und der Ruhpoldinger hatte seine Finger auch im Spiel bei Deutschlands Silbermedaillengewinnerin Tina Lutz aus Holzhausen bei Bergen. Der 66-Jährige hatte die Seglerin beraten, ihr gesagt, sie müsse privat arbeiten und nicht im Verband und ihr dann den schwedischen Biathlon-Nationaltrainer Johannes Lukas vermittelt. Der Münchner kümmert sich seit vier Jahren um die Fitness der 30-Jährigen und die war ganz entscheidend bei den Spielen in Tokio.

Wolfgang Pichler hat noch viel vor

Wolfgang Pichler arbeitet seit insgesamt 19 Jahren für den schwedischen Sport. Von 2011 bis 2014 war er Trainer der russischen Biathlon-Damen. Er gewann mit seinen Teams 37 Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Und er ist noch längst nicht fertig. „Jetzt bin ich wieder voll drin, das ist das Leben“, sagt Pichler.

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