Wintersport steht in den Startlöchern

Hoffnungen für den Weltcup und die Heim-WM: Kader-Einteilung der heimischen Asse und Talente

Aushängeschild auf dem Brett: Stefan Baumeister vom SC Aising-Pang.
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Aushängeschild auf dem Brett: Stefan Baumeister vom SC Aising-Pang.
  • Thomas Neumeier
    vonThomas Neumeier
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Der Wintersport steht in den Startlöchern, einen explosiven Auftakt kann man diesmal aber nicht erwarten. Mit vielen Unwägbarkeiten starten die verschiedenen Disziplinen im November und Dezember in ihre neue Saison.

Rosenheim/Mühldorf– Der Wintersport steht in den Startlöchern, einen explosiven Auftakt kann man diesmal aber nicht erwarten. Mit vielen Unwägbarkeiten starten die verschiedenen Disziplinen im November und Dezember in ihre neue Saison. So mancher Termin ist ungewiss, einige Wettkämpfe sind bereits verschoben worden und für den ein oder anderen Austragungsort wird ein Vertreter gesucht. Fest steht, dass die meisten Bewerbe diesmal in Europa ausgetragen werden. Nordamerika ist fast komplett aus dem Programm gefallen: kein alpiner Abfahrtslauf in Beaver Creek, kein Biathlon in Canmore, keine Bob- und Skeleton-WM in Lake Placid und auch keine Rodel-Weltmeisterschaft in Whistler Mountain. Hingegen stehen in allen Sportarten Bewerbe in China im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking im Kalender.

Einige herausragende Ereignisse in der Region

Und es gibt einige herausragende Ereignisse in Deutschland und auch hier in der Region. Die nordische Ski-WM wird in Oberstdorf ausgetragen, die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft in Altenberg und die Rodel-Titelkämpfe sind am Königssee. Dazu gibt es das Weltcup-Finale der Snowboardracer in Berchtesgaden. Es entfallen aber auch einige Bewerbe, beispielsweise Eisschnelllauf in Inzell und die Biathlon-Festspiele in Ruhpolding, das sich zumindest die World Team Challenge sichern konnte.

Die Weltmeisterschaft ist das große Ziel

Die heimischen Wintersport-Asse haben natürlich die Weltmeisterschaften als großes Ziel in diesem Winter. Und die Talente wollen – so weit nur möglich – näher an die Spitze heran und auf sich aufmerksam machen. In den deutschen Disziplin-Kadern gibt es jedenfalls eine ganze Menge Lokalkolorit, den auch die Stützpunkt-Sportler in Ruhpolding, die jungen Talente der Christophorusschule in Berchtesgaden oder die Spitzensportler der Bundespolizeisportschule in Bad Endorf liefern. Die Sportredaktion hat sich bei ihrer Auflistung auf die in der Region Inn- und Chiemgau aufgewachsenen und deren Vereinen angehörigen Athleten konzentriert.

Biathlon

Aushängeschild in der Loipe: Franziska Preuß vom SC Haag.

Die ORA-Trophy ist gesprengt: Über Jahrzehnte war die Januar-Reihenfolge mit den Austragungsorten Oberhof, Ruhpolding und Antholz das Nonplusultra an Stimmung und Zuschauerinteresse – aufgrund der Corona-Ausrichtung hat der Weltverband IBU diesmal zwei Bewerbs-Wochen in Oberhof angesetzt und lässt Ruhpolding aus. Weitere Weltcup-Orte sind Kontiolahti, Hochfilzen, Antholz, Peking, Nove Mesto und Oslo. Höhepunkt ist die Weltmeisterschaft vom 9. bis 21. Februar im slowenischen Pokljuka.

Auch die Wettkampforte im IBU-Cup, der zweiten Liga des Biathlonsports, sind ausgedünnt. Im Januar gibt es zwei Bewerbe am Arber, dazu wird in Osrblie und Ridnaun gelaufen und geschossen. Hier ist das Highlight die Europameisterschaft vom 24. bis 31. Januar im polnischen Duszniki-Zdroj.

Olympiakader:Franziska Preuß (26 Jahre/SC Haag).

Perspektivkader:Marion Deigentesch (25/SV Oberteisendorf), Sophia Schneider (23/SV Oberteisendorf), Anna Weidel (24/WSV Kiefersfelden).

Johannes Kühn (29/WSV Reit im Winkl), Dominic Schmuck (24/SC Schleching).

Nachwuchskader 1:Franziska Pfnür (21/SK Ramsau), Lisa-Maria Spark (20/SC Traunstein).

Florian Arsan (19/SC Vachendorf), Raphael Lankes (21/SC Ruhpolding), Lucas Lechner (21/SC Ruhpolding), Johan Mathis Werner (19/SC Aising-Pang).

Nachwuchskader 2:Marlene Fichtner (17/SC Traunstein), Iva Moric (16/WSV Bischofswiesen), Julia Kink (16/WSV Aschau), Sophie Spark (16/SC Traunstein).

Florian Staßwender (18/SC Vachendorf), Elias Seidl (16/SC Ruhpolding).

Förderkader:Matthias Dorfer (27/SV Marzoll), Marco Groß (25/SC Ruhpolding), Niklas Homberg (26/SK Berchtesgaden).

Bob

Auch die Athleten im Eiskanal fahren Doppelschichten: Zweimal in Sigulda, zweimal in Innsbruck-Igls. Dazu gibt es Weltcups in Winterberg, St. Moritz, Peking und am Königssee, wo von 18. bis 24. Januar gefahren wird. Höhepunkt ist die Weltmeisterschaft in Altenberg vom 1. bis 14. Februar. Mit dem frischgebackenen zweimaligen Deutschen Meister Christoph Hafer sowie den Nachwuchsfahrern Bennet Buchmüller und Lisa-Marie Buckwitz sind drei Piloten und den Sportlern der heimischen Vereine.

Olympiakader:Marc Rademacher (30/BC Bad Feilnbach), Christian Rasp (31/WSV Königssee), Tobias Schneider (28/BC Bad Feilnbach).

Perspektivkader:Christoph Hafer (28/BC Bad Feilnbach).

Nachwuchskader 1:Bennet Buchmüller (27/WSV Königssee und BSC Winterberg), Frederick Lüthcke (26/WSV Königssee/BRC Thüringen).

Lisa-Marie Buckwitz (25/WSV Königssee/SC Potsdam).

Förderkader:David Golling (30/BC Bad Feilnbach).

Tamara Seer (31/BC Bad Feilnbach).

Eisschnelllauf

Aushängeschild auf dem Eis: Joel Dufter vom DEC Inzell.

Kaum Weltcup-Termine hat der Winter für die Kufenflitzer zu bieten. In Chungchan sowie in Heerenveen wird gelaufen. Als herausragende Termine gelten die Europameisterschaft im holländischen Eisschnelllauf-Mekka Heerenveen (8. bis 10. Januar) und die Weltmeisterschaft in Salt Lake City in den USA (25. bis 28. Februar). Nachdem seine Schwester Roxanne ihre Karriere beendet hat, ist Joel Dufter der herausragende Inzeller Athlet – aber der Nachwuchs steht parat.

Olympiakader:Joel Dufter (25/DEC Inzell).

Perspektivkader:Katja Franzen (30/DEC Inzell), Josephine Heimerl (20/DEC Inzell), Anna Ostlender (18/DEC Inzell).

Nachwuchskader 1:Maira Jasch (15/DEC Inzell), Isabel Kraus (15/DEC Inzell), Leonie Mayrhofer (16/DEC Inzell).

Felix Motschmann (16/DEC Inzell), Thomas Schmaus (17/DEC Inzell).

Nordische Kombination

Nachdem der Weltcup-Auftakt in Lillehammer schon mal verschoben wurde, starten die Kombinierer in Ruka in die Saison. Höhepunkte sind neben der Weltmeisterschaft vom 23. Februar bis 7. März in Oberstdorf das Weltcup-Finale in Schonach sowie das Nordic Combined Triple in Seefeld. In Deutschland wird zudem ein Bewerb in Klingenthal durchgeführt, weitere Weltcup-Orte sind die Ramsau in Österreich, Otepää, Val di Fiemme, Lahti, Peking und Oslo. Bei den Damen, die erstmals einen Weltcup haben, stehen aktuell nur Termine für Otepää fest, nachdem Lillehammer verschoben wurde.

Im Continental Cup der Kombinierer ist Klingenthal der einzige deutsche Austragungsort.

Perspektivkader:Jakob Lange (25/WSV Kiefersfelden), Luis Lehnert (20/WSV Oberaudorf).

Nachwuchskader 1:Christian Frank (19/SK Berchtesgaden).

Nachwuchskader 2:Benedikt Gräbert (15/WSV Oberaudorf).

Rodeln

Fünf Stationen in Deutschland, eine in Österreich, eine in China sowie die Europameisterschaft in Lettland und die WM am Königssee – das ist die Saison für die Rodler in der Kunsteisbahn. Gefahren wird in Innsbruck-Igls, Altenberg, Oberhof, Winterberg, am Königssee, noch einmal in Oberhof und in Peking. Um EM-Medaillen geht es am 9. und 10. Januar in Sigulda und die Weltmeisterschafts-Titel werden vom 29. bis 31. Januar auf der Bahn am Königssee vergeben.

Olympiakader:Anna Berreiter (21/RC Berchtesgaden).

Tobias Arlt (33/WSV Königssee), Felix Loch (31/RC Berchtesgaden), Tobias Wendl (33/RC Berchtesgaden).

Nachwuchskader 1:Anna Jänicke (15/WSV Königssee).

Florian Brendel (18/RC Berchtesgaden).

Skeleton

Für die Skeleton-Athleten gelten die gleichen Termine und Austragungsorte wie für die Bobfahrer. Um WM-Ehren geht es also in Altenberg, das heimische Highlight ist davor am Königssee.

Olympiakader:Tina Hermann (28/WSV Königssee).

Felix Keisinger (22/WSV Königssee).

Perspektivkader:Sarah Wimmer (23/WSV Königssee).

Nachwuchskader 1:Josefa Schellmoser (17/RC Berchtesgaden), Julia Simmchen (18/RC Berchtesgaden), Stefanie Votz (19/RC Berchtesgaden).

Lukas Nydegger (18/RC Berchtesgaden), Cedric Renner (20/RC Berchtesgaden).

Förderkader:Kilian von Schleinitz (26/WSV Königssee).

Ski alpin

Der Weltcup-Auftakt war im Oktober in Sölden – und anstelle der Rennen in den USA wird viel in Europa gefahren. Dabei stehen auch altbekannte Orte wie Alta Badia, Madonna di Campiglio, Schladming oder Kranjska Gora für die Techniker, das Riesenslalom-Mekka in Adelboden oder die Abfahrts-Klassiker in Gröden, Bormio, Wengen, Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen im Kalender. Auch die Frauen fahren in Garmisch-Partenkirchen und sind ansonsten oft in Österreich (Semmering, St. Anton, Flachau) oder am Kronplatz zu Gast. Die Weltmeisterschaft wird vom 8. bis 21. Februar in Cortina d‘Ampezzo ausgetragen, das Saisonfinale steigt in der Lenzerheide.

Olympiakader:Josef Ferstl (31/SC Hammer).

Perspektivkader:Patrizia Dorsch (26/SC Schellenberg), Katrin Hirtl-Stanggassinger (22/WSV Königssee), Marina Wallner (26/SC Inzell), Carina Stuffer (21/WSV Samerberg).

Romed Baumann (34/WSV Kiefersfelden), Christof Brandner (26/WSV Königssee), Dominik Schwaiger (29/WSV Königssee), Christoph Brence (21/SV Bruckmühl), Jacob Schramm (21/SC Bad Aibling).

Nachwuchskader 1:Sophia Eckstein (20/SC Ainring), Antonia Kermer (18/SK Berchtesgaden).

Linus Witte (19/SC Bad Aibling).

Nachwuchskader 2:Katharina Huber (18/SK Berchtesgaden), Luisa Klapprott (18/WSV Samerberg).

Simon Bolz (17/WSV Bischofswiesen), Matthias Kagleder (17/WSV Samerberg), Sebastian Weiß (16/SC Rosenheim), Jonas Witte (17/SC Bad Aibling).

Skicross

Mit Stationen in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Schweden, Deutschland, Georgien, in den USA und China wartet der Weltcup der Skicrosser auf. Auftakt ist in Montafon, deutscher Austragungsort ist der Feldberg und das Saisonfinale wird in Veysonnaz durchgeführt. Dazwischen gibt es die Weltmeisterschaft im Februar im chinesischen Zhangjiakou. Im Weltcup wird zudem in Arosa, Val Thorens, Idre Fjäll, Bakuriani und Sunny Valley gefahren.

Perspektivkader:Tim Hronek (25/SV Unterwössen).

Nachwuchskader 1:Melina Robl (20/SC Aising-Pang).

Niklas Illig (17/WSV Königssee).

Nachwuchskader 2:Laura Häusl (19/SK Bad Reichenhall).

Marinus Röhl (19/SC Aising-Pang).

Förderkader:Felix Klapprott (24/WSV Samerberg).

Skilanglauf

Start in Skandinavien, Finale in Peking, dazwischen viele Europa-Stationen mit dem Stadt-Sprint in Dresden und der Tour de Ski – so sieht der Weltcup-Kalender der Skilangläufer aus. Stationen sind unter anderem in Ruka, Lillehammer, Davos, Val Mustair, Toblach, Val di Fiemme, Ulricehamn, Lahti, Falun, Nove Mesto und Oslo. Höhepunkt ist aber die Weltmeisterschaft im Februar in Oberstdorf.

Perspektivkader:Jonas Dobler (29/SC Traunstein), Florian Knopf (21/SLV Bernau), Anian Sossau (20/SC Eisenärzt).

Nachwuchskader 1:Alexander Brandner (19/WSV Bischofswiesen).

Nachwuchskader 2:Lisa Zinecker (17/SV Oberteisendorf).

Skispringen

Aushängeschild in der Luft: Markus Eisenbichler vom TSV Siegsdorf.

Gleich zwei Weltmeisterschaften warten auf die Skispringer: Neben der nordischen WM in Oberstdorf stehen im Dezember die Skiflug-Titelkämpfe in Planica auf dem Programm. Dazu gibt‘s die traditionsreiche Vierschanzentournee sowie die Raw Air Competition mit mehreren Stationen in Skandinavien, unter anderem am Holmenkollen. Im Kalender stehen aber auch Springen in Russland (Nischni Tagil), der Schweiz (Engelberg) oder Rumänien (Rasnov). Auftakt ist im polnischen Wisla, in Deutschland wird zusätzlich zur Tournee noch in Titisee-Neustadt und Willingen gesprungen. Die Frauen starten in Sapporo und haben Stationen in Skandinavien, Russland, Slowenien, Rumänien, Deutschland (Titisee-Neustadt) und Österreich (Hinzenbach).

Der Continental Cup bietet sowohl bei Männern und Frauen einen weiteren deutschen Ort: Brotterode mit der Inselbergschanze.

Olympiakader: Markus Eisenbichler (29/TSV Siegsdorf).

Perspektivkader:Pius Paschke (30/WSV Kiefersfelden), Constantin Schmid (20/WSV Oberaudorf), Andreas Wellinger (25/SC Ruhpolding).

Nachwuchskader 2:Christina Feicht (14/WSV Kiefersfelden), Trine Göpfert (15/WSV Reit im Winkl), Magdalena Höger (14/WSV Reit im Winkl).

Julian Fussi (15/SC Ruhpolding), Lucas Heumann (16/WSV Oberaudorf), Pirmin Kaiser (14/WSV Oberaudorf), Florian Weinert (15/SK Berchtesgaden).

Förderkader:Marinus Kraus (29/WSV Oberaudorf).

Snowboard

Die Brettartisten haben die weitesten Reisen in diesem Winter. Dazu gehört nicht nur die Weltmeisterschaft in Zhangjiakou (China) im Februar. In der Pipe sind die Freestyler unter anderem in den USA (Copper Mountain), in Österreich am Kreischberg und in Spindlermühle in Tschechien. Die Alpinen fahren unter anderem in Cortina d‘Ampezzo, Carezzo, Bad Gastein und Piancavallo, ehe das Saisonfinale in Berchtesgaden steigt. Und die Snowboardcrosser starten in Montafon und beenden ihre Saison in Veysonnaz – dazwischen geht es unter anderem nach Bergamo und an den Feldberg als deutschen Austragungsort.

World Cup Freestyle:Benedikt Bockstaller (20/WSV Bischofswiesen), Leon Gütl (19/WSV Bischofswiesen), Noah Vicktor (19/WSV Bischofswiesen), Leon Vockensperger (21/SC Rosenheim).

World Cup Alpinrace:Ramona Hofmeister (24/WSV Bischofswiesen), Melanie Hochreiter (24/WSV Bischofswiesen), Carolin Langenhorst (24/WSV Bischofswiesen).

Stefan Baumeister (27/SC Aising-Pang), Elias Huber (21/SC Schellenberg), Christian Hupfauer (27/SC Aising-Pang).

Junioren Freestyle:Jakob Ganserer (16/WSV Bischofswiesen), Tobias Klapfenberger (16/WSV Bischofswiesen), Peter Lotz (16/WSV Bischofswiesen), Till Strohmeyer (18/WSV Kiefersfelden).

Junioren Snowboardcross:Maximilian Rathgeb (22/Feldkirchen-Westerham/SC Miesbach).

Junioren Alpinrace:Salome Jansing (14/SV Chiemgau), Mathilda Scheid (14/WSV Bischofswiesen), Romy Sollfrank (17/WSV Bischofswiesen).

Yannik Angenend (20/FC Lengdorf), Max Kühnhauser (17/WSV Königssee), Max Mohr (16/SC Schellenberg), Ole Mikkel Prantl (19/WSV Königssee).

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