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Enttäuschung, Wut und Fassungslosigkeit

Filmreifes Relegations-Chaos: Im Fußball-Kreis Inn/Salzach lief alles glatt - aber in anderen Regionen war es ganz anders 

Mittendrin im falschen Relegationsfilm: Florian Hahn als Trainer des Kreisligisten FC Wacker München.
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Mittendrin im falschen Relegationsfilm: Florian Hahn als Trainer des Kreisligisten FC Wacker München.

Die Fußball-Relegation im Kreis Inn/Salzach ist ja ohne besondere Vorkommnisse über die Bühne gegangen. Es gibt allerdings auch andere Beispiele. So im Kreis München, wo mit dem früheren Manager von Wacker Burghausen, Florian Hahn, sogar einer aus dem Kreis Inn/Salzach direkt beteiligt war.

München – Es war ein filmreifes Relegations-Chaos, das einen enttäuschten, wütenden und fassungslosen Florian Hahn zurückließ. Der 42-jährige Ex-Burghauser, der an der Salzach in vielen Positionen tätig war, scheiterte als Trainer und Sportdirektor des FC Wacker München auf bitterste Art und Weise in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bezirksliga. „Es ist sehr, sehr unglücklich gelaufen“, klagt Hahn. „Wir sind in dieser Relegation durch die verrücktesten Umstände durchwegs benachteiligt worden.“

Der Ärger begann bereits vor Relegationsstart. Hahn: „Wir hatten am Sonntag um 16 Uhr unser letztes Liga-Spiel absolviert, dann haben wir erst am Montagabend um 20.15 Uhr erfahren, gegen wen und wo wir am Dienstagabend spielen müssen. So etwas ist schwer zu planen für Amateure.“ Die Odyssee der vier Wacker-Spiele:

Der kuriose Flutlichtausfall

In der ersten Relegationsrunde traf Hahns Team (Vizemeister der Münchner Kreisliga 2 hinter dem FC Neuhadern) auf neutralem Platz in Ottobrunn bei miserablen Bedingungen (schlechter Kunstrasen, keine überdachten Trainerbänke, strömender Regen) auf Phönix München (Vize der Kreisliga 3 hinter dem SK Srbija München). Wacker führte in Überzahl 2:0, war die klar bessere Mannschaft, kassierte jedoch trotz Überzahl ein Eigentor und dann in der siebten und letzten Minute der Nachspielzeit auch noch per Freistoß das 2:2. Verlängerung! Die Blausterne starteten top und legten schnell die 3:2-Führung vor.

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„Dann ging zehn Minuten vor Schluss das Flutlicht aus“, berichtet Hahn. „Wir standen eine Stunde im Regen, total durchnässt und im Dunkeln. Wir bekamen keine Info, wie es weitergehen soll. Dann folgte der Abbruch.“ Am nächsten Tag „wurde uns um die Ohren geknallt: Am Donnerstag, also nur zwei Tage nach dem Abbruch und vier Tage nach unserem letzten Liga-Match spielt ihr wieder!“ Man sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden – „und wir haben uns brutal geärgert über diese irrsinnige Neuansetzung“, betont Hahn. Grund des Flutlichtausfalls übrigens: Eine Zeitschaltuhr der Gemeinde Ottobrunn, die stets dafür sorgt, dass es ab 22.15 Uhr dunkel wird.

Der klare Sieg im Wiederholungsspiel

Zwei Tage später mussten beide Teams also erneut ran, diesmal wurde auf der Anlage des FC Phönix Schleißheim gespielt. Und die Blausterne ließen nichts anbrennen. „Da haben wir es in 90 Minuten erledigt und 3:0 gewonnen“, erzählt Hahn. Den nächsten Ärger gab’s dennoch gleich danach, quasi überbracht vom BFV-Spielleiter: „Wir mussten das Spiel der zweiten Relegationsrunde gegen den FC Hellas München statt wie ursprünglich angedacht am Montag bereits am Sonntag bestreiten – also wieder nur zwei Tage Pause.“

Der nächste Spielabbruch

Das entscheidende Duell um den Aufstieg ging in Lohhof über die Bühne. Schon im Vorfeld gab’s ein wenig Wirbel. Hahn: „Für 15 Uhr war ein Gewitter angesagt, doch der Verband reagierte wieder nicht.“ Dann rollte der Ball, und nach 32 Minuten brach Hellas-Spieler Sokratis Evangelou zusammen. „Es waren wirklich schaurige Bilder, einige seiner Mitspieler haben geweint“, sagt Hahn. „Der Hellas-Trainer, der Schiri und ich waren dann gesprächsbereit und offen – wir hätten da sicher eine Lösung gefunden. Doch dann kam Spielleiter Volker Blum und sagte ,wir haben da eine Deadline‘.“ Hahn erzählt: „Letztlich hat Hellas-Trainer Adis Letica seine Jungs zusammengeholt und gesagt ,wir spielen weiter‘.“

Die Unterbrechung mit Krankenwagen auf dem Platz etc. dauerte rund 35 Minuten, dann ging’s tatsächlich weiter, obwohl ein Abbruch wegen Evangelous‘ unklarem Gesundheitszustand die einzig richtige Entscheidung gewesen wäre. Doch das Derby konnte erneut nicht zu Ende gebracht werden, denn: Nach 60 Minuten – es stand noch 0:0 – zog ein heftiges Gewitter auf. „30 bis 35 Minuten standen meine Spieler durchnässt in der Tribüne und warteten, ob es weitergeht oder nicht. Irgendwann kam dann vom Schiedsrichter die Ansage: Abbruch“, blickt Hahn zurück.

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Die Ansage des Spielleiters, dass es am Dienstag wieder weitergehen solle, habe „das Fass zum Überlaufen gebracht“, so der frühere Burghauser. „Da bin ich, ehrlich gesagt, ausgerastet. Fünf Spiele in neun Tagen – das ist doch unfassbar!“ Er habe sogar mit einstweiliger Verfügung gedroht. Der Verband lenkte ein: „Wir durften zwei Tage später spielen, was allerdings für uns auch nicht leicht war – nicht nur wegen Urlaubern, die auf die Pfingstferien angewiesen waren, sondern auch wegen zahlreichen Verletzten und Erkrankten.“

Der späte K.o. in der Verlängerung

Erneut also ein Wiederholungsspiel, diesmal vor 550 Zuschauern an der Demleitnerstraße, der Heimspielstätte beider Teams. Kurios, dass Hahns Team überhaupt gegen Hellas antreten musste, denn die Griechen wurden nur Dritter in der „Wacker-Liga“, wären also beispielsweise in anderen Fußballkreisen wie Inn/Salzach erst gar nicht in die Relegation eingezogen. „In Summe haben mir an diesem Tag 13 Leute gefehlt, wir haben mit einer extremen Rumpfelf gespielt. Trotzdem haben wir es in die Verlängerung geschafft“, so der 42-Jährige. Dort hatten die Blausterne jedoch mit 1:2 das Nachsehen. Hahns Resümee: „Schlussendlich sind wir die großen Verlierer. Jammerschade, denn mein Team hat aufopferungsvoll gekämpft und hätte sich den Aufstieg in die Bezirksliga verdient.“ Vielleicht klappt’s ja in der neuen Saison, in der Hahn nach wie vor als Chefcoach und Sportdirektor beim FC Wacker München tätig sein wird.

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