Die Wende kam auf Schalke

Klarer Blick und ruhige Hand:Biathlet Philipp Nawrath will auch bei der Weltmeisterschaft gute Platzierungen erringen. Wukits
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Klarer Blick und ruhige Hand:Biathlet Philipp Nawrath will auch bei der Weltmeisterschaft gute Platzierungen erringen. Wukits

Ruhpolding – Der 13. Februar ist für Philipp Nawrath in zweifacher Hinsicht ein besonderer Tag.

Der Biathlet feiert an diesem Tag seinen 27. Geburtstag und in Ant holz beginnen die Wettkämpfe bei der Weltmeisterschaft – auch mit Nawrath.

Die Fahrkarte für Antholz hat er beim Weltcup auf seiner Trainingsstrecke in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena gelöst. Mit dem siebten Platz im Sprint erfüllte er die Norm des Deutschen Skiverbandes. Dieses Ergebnis toppte er sogar noch beim nächsten Weltcup im slowenischen Pokljuka mit dem vierten Platz im Einzel.

Abgezeichnet hatte sich die gute Form von Nawrath bereits während der Vorbereitung im Sommer. „Trotzdem bin ich ein wenig überrascht gewesen, dass es gleich so gut laufen würde“, sagt er. Obwohl er bereits im vergangenen Jahr bei der WM in Östersund/Schweden und im Weltcup am Start war, musste er in diesem Winter sein Glück zunächst im IBU-Cup versuchen. Dort lief es ganz gut, er gewann sogar ein Sprintrennen. Seine Chance kam dann beim Weltcup an seinem Heimatstützpunkt Ruhpolding. „So ganz sicher war ich mir nicht, dass es mit der Nominierung klappt. Ich habe aber gewusst, dass meine Leistung passt.“

Bereits Ende Dezember durfte der Allgäuer mit Wohnort Ruhpolding überraschend an der Seite von Laura Dahlmeier beim Spektakel auf Schalke mitmachen. Am Ende stand dabei der vierte Platz. „Das war ein geniales Erlebnis, obwohl ich nicht ganz fit gewesen bin“, so Nawrath. Mit Dahlmeier verbindet ihn eine lange Freundschaft, ihre Karriere hatte damals gemeinsam begonnen. „Rückblickend war Schalke mit seiner grandiosen Stimmung quasi der Wendepunkt in dieser Saison“, ist er überzeugt. Und so konnte er bei seinem Weltcup-Debüt in diesem Winter die einzigartige Atmosphäre in der Chiemgau-Arena nicht nur genießen, sondern auch die Wettkämpfe erfolgreich gestalten, obwohl er wusste: „Der Sprung vom IBU-Cup in den Weltcup ist eine ganz andere Hausnummer.“

Nawrath ist in Ainring bei der Bayerischen Landespolizei stationiert und hat dort seine Ausbildung zum Polizeiobermeister absolviert. „Die vergangenen Jahre habe ich viel auf die Reihe bringen müssen. Durch die Ausbildung konnte ich nicht immer im vollen Umfang trainieren.“ Trotzdem ist er froh, dass ihm die Landespolizei alle notwendige Unterstützung für seinen Sport ermöglicht. Trainiert wird er bei der Polizei und am Stützpunkt Ruhpolding von Tobias Reiter, dem ehemaligen Disziplintrainer der Damen-Nationalmannschaft. „Philipp hat schon immer gute Ansätze gezeigt. Vor allem in diesem Sommer war er sehr stark. Die Kunst ist, das alles im Weltcup umzusetzen. Da hat er seine Chance genutzt“, lobt Reiter.

Zum Thema Weltmeisterschaft in Antholz gibt sich Nawrath bedeckt. Zuerst muss er abwarten, welche Einsätze er bekommt. Froh wäre er über einen Start im Sprint, weil da der Verfolgungslauf dranhängt. Auch einen Einsatz in der Staffel würde er gerne bekommen. „Es ist gut, dass er sich bedeckt hält. Wenn er zum Einsatz kommt, soll er seine Chance nutzen. Die gute Platzierung kommt dann von selbst“, gibt ihm Reiter mit auf dem Weg. Einer, der ihm auch einiges mitgegeben hat, ist der dreifache Olympiasieger Michael Greis, der ebenfalls aus Nesselwang stammt. Die Erfolge von Greis haben ihn zum Biathlon beim SK Nesselwang gebracht. „Der ganze Ort war aus dem Häuschen über die Erfolge vom Michi. Das hat mich unheimlich motiviert“, erinnert sich Nawrath. Seine damaligen Trainer waren Manfred Rauscher und Hubert Hindelang, die das Talent erkannten und förderten. 2013 ist Nawrath – wie sein Vorbild Greis auch – zum Stützpunkt nach Ruhpolding gewechselt. Dort passten Umfeld und professionelles Training mit Spitzenathleten wie Andi Birnbacher und Simon Schempp. „Das hat mir einen großen Schub gegeben.“ Bei der Junioren-WM 2014 holte er mit der deutschen Staffel Gold. Für die sportliche Zukunft wünscht sich Nawrath einen festen Platz im Weltcup-Team und verrät dazu auch seine Formel: „Ich will meine Leistungen weiter stabilisieren und bei Erfolgen auf keinen Fall abheben.“ shu

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