EIN SKISPRUNGSTAR MAL GANZ PRIVAT

Weltmeister Markus Eisenbichler liebt Mamas Lasagne und freut sich auf die Heim-WM

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Aktuell läuft der Skisprung-Weltcup und der Siegsdorfer Markus Eisenbichler ist mitten im Wettkampf-Geschehen. Bei einem Zwischenstopp in der Heimat zwischen den Weltcups in Zakopane und Rasnov hat sich der „Eisei“ für ein virtuelles Meet&Greet mit den Gewinnern der OVB-Auslosung Zeit genommen.

Siegsdorf– Weltmeister auf der Großschanze, Team-Weltmeister und Mixed-Team-Weltmeister. Diese und viele andere Erfolge kann der Siegsdorfer Skispringer Markus Eisenbichler vorweisen. Eisenbichler, der zur Skisprung-Weltspitze zählt, hat zurzeit einiges um die Ohren: Seit November letzten Jahres läuft der Weltcup, in knapp einer Woche startet die Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf und der Siegsdorfer hatte zwischen den Springen in Zakopane (Polen) und Rasnov (Rumänien) gerade einmal drei Tage Pause.

Trotzdem nahm sich der 29-Jährige die Zeit für ein Meet&Greet mit OVB-Lesern, die bei der Auslosung gewannen. Diese Fragerunde war eigentlich für die Heim-WM in Oberstdorf geplant. Aufgrund der Einschränkungen war dies aber nicht möglich.

„Ich bin sehr froh, wie es aktuell läuft“

„Im Endeffekt habe ich Sachen erreicht, die ich mir früher nie erträumt hätte. Ich habe nie gedacht, dass ich einmal Weltcups oder andere Titel gewinne. Es ist ein steiniger Weg gewesen und es hat sich irgendwann ausgezahlt. Ich bin sehr froh, wie es aktuell läuft.“ So begann Markus Eisenbichler die Fragerunde. „Auch wenn ich oft einen hohen Anspruch an mich selbst habe, bin ich am Ende immer glücklich, dass ich unten gesund ankomme. Das ist das Wichtigste“, fügte er hinzu.

Julian Grün, einer der OVB-Gewinner, wollte wissen, was der kürzeste Sprung vom „Eisei“ war. „Im Weltcup waren es letzes Jahr in Wisla 60 Meter. Das hat sich auch echt nicht gut angefühlt“, lachte der Spitzenathlet.

Die Heim-WM ist etwas Besonderes für Eisenbichler

Außerdem fragte Grün, ob man oben mitbekommt, wie weit die Konkurrenten gesprungen sind. „Mit Zuschauern ja. Wenn die Menge tobt, weiß man oben, dass der Sprung gut war. Aber ohne Zuschauer kriegst du es nicht mit. Vielleicht ist das auch ganz gut. So kann man sich auf sich selbst konzentrieren“, erklärte Eisenbichler.

Anian Obermair, der selbst ein Nachwuchs-Skispringer ist, sagte, dass er gerne bei der Heim-WM dabei gewesen wäre und fragte, ob sich der Eisei darauf freut. „Natürlich. Vor allem weil es eine Heim-WM ist. Das habe ich bisher auch noch nicht gehabt und werde ich danach wahrscheinlich auch nicht mehr erleben. Mir wäre es mit Zuschauern lieber, das macht noch einen gewissen Flair aus.“

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Skispringer und Bundespolizist zugleich

Neben dem Skispringen hat der Siegsdorfer eine abgeschlossne Ausbildung als Bundespolizist. Die Kooperation zwischen der Bundespolizeisportschule in Bad Endorf und den Wintersportlern ist für ihn eine wichtige Absicherung. „Für mich war es immer wichtig, beruflich abgesichert zu sein. Sonst steht man irgendwann mit Ende 30 da und hat nichts.“ Patrick Wurstbauer, auch ein Gewinner, fragte, wie es als Skispringer und als Polizist überhaupt möglich ist. „Nach der Ausbildung sind wir quasi freigestellt. Jährlich haben wir eine zweiwöchige Fortbildung, um auf dem Laufenden zu bleiben.“

Auch das Lieblingsessen interessierte die OVB-Leser. „Die Lasagne von der Mama mag ich brutal gern. Einmal pro Woche mache ich mit meiner Freundin Steak-Abend. Da gibts Steak mit Süßkartoffelpommes und Salat. Das ist immer ein Highlight.“

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„Ich tu auch mal gern gar nichts“

Wie schaut ein perfekter Tag für Markus Eisenbichler ohne Skispringen aus? „Im Winter auf Skitour gehen, im Sommer radeln oder in die Berge gehen. Am Gipfel die Aussicht genießen und mit einem Spezl ein kühles Getränk zu mir nehmen. Danach daheim entspannt kochen. Aber ich tu auch mal gern gar nichts. Wellness mit der Freundin genieße ich auch immer.“

Obermair wollte wissen, was er denkt, wenn er oben auf dem Zitterbalken sitzt. „Ich denke an viele Sachen. Ich denke nach, was ich beim Sprung machen muss, was ist, wenn mir der Bindungszapfen rausgeht oder was passiert, wenn ich stürze. Dazu denke ich aber auch an zu Hause, die Freundin, die Familie oder was ich nächste Woche machen werde.“

Eisenbichler musste früh in seiner Karriere einen Rückschlag hinnehmen. Im September 2012 stürzte der damals 21-Jährige beim Training in Oberstdorf. „Ich habe mir den dritten bis achten Brustwirbel gebrochen, das war nicht so angenehm. Aber im Nachhinein bin ich froh, dass es passiert ist. Der Sturz hat mich wachgerüttelt und mir gezeigt, dass es keine Gaudi ist.“

Markus Eisenbichler vor einem Polizei-Einsatzwagen.
Auf der Großschanze wurde der Eisei 2019 Weltmeister.

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