„Die Welle weiterreiten“

Markus Grüblsoll in bewährter Zusammenarbeit mit Samed Bahar Sprintstürmer Pasqual Verkamp aus dem Verkehr ziehen. Buchholz

Buchbach – Ein flotter Sonntagsausflug von Buchbach nach Aschaffenburg, also einmal quer durch den Freistaat, auf so verrückte Ideen kommt man nicht leicht, aber der Spielplan der Fußball-Regionalliga Bayern will es so: Weil die „Ascheberger“ am Mittwoch gegen den 1.

FC Schweinfurt im Toto-Pokal ran mussten und den Regionalliga-Tabellenführer im Viertelfinale sogar überraschend mit 2:1 eliminierten, wurde die Partie des 14. Spieltages von Samstag auf Sonntag verlegt.

6.30 Uhr Abfahrt heißt es für die Rot-Weißen, bis alle Spieler dann wieder im Bett liegen, wird es fast Mitternacht – ein satter 18-Stunden-Tag, wenn es auf der A3 keine Staus gibt – und die sind ja fast vorprogrammiert. Auch für Fußball-Junkies nur einigermaßen erträglich, wenn man nicht mit leeren Händen nach Hause fährt: Mussten die Buchbacher in den bisherigen vier Spielen am Schönbusch ohnehin nur ein einziges Mal, und zwar bei der 2:4-Niederlage in der Premieren-Saison 2012/13. Ein Jahr später setzten sich die Rot-Weißen nach Toren von Stefan Denk (2), Harry Bonimeier und Uli Fries mit 4:2 , durch. Seither gab es zwei Punkteteilungen in Unterfranken.

Mit einem erneuten Remis könnte auch Buchbachs Trainer Andi Bichlmaier gut leben: „Nach einem Heimsieg wie gegen Schalding ist es einfach wichtig, dass man im nächsten Spiel nicht leer ausgeht.“ Denk, der als Joker den SV Schalding am Samstag ausgeknipst hat, könnte am Sonntag nach Verletzungsproblemen und längerer Startelf-Abstinenz plötzlich wieder erste Wahl sein. „Nicht nur wegen seines Treffers, sondern weil er sich auch im Training gut präsentiert, obwohl er seinem Körper noch nicht ganz traut“, findet Bichlmaier, der für das rudimentäre Häuflein an Angreifern im Buchbacher Lager eine Lanze bricht: „Stürmer haben es in unserem System extrem schwer. Ich kann mir schon vorstellen, dass das nicht richtig Spaß macht.“ Im Zentrum sind robuste und spielerisch starke Typen wie Ersatz-Mittelstürmer Aleksandro Petrovic gefragt, die den Ball vorne festmachen, damit die tief stehenden „Außen“ nachrücken können. Bichlmaier: „Strafraumstürmer wie Tommy Breu tun mir wirklich leid, aber für solche Spielertypen können wir mit diesem Kader einfach nicht die nötige Dominanz entwickeln. Wir können nur übers Kollektiv kommen, vorne fehlt uns ansonsten die individuelle Qualität für Überraschungsmomente.“

Großer Profiteur der notgedrungenen Systemumstellung war bislang Christian Brucia, der aufgrund seiner Schnelligkeit immer wieder durch die Schnittstellen des Gegners spurten konnte und dabei auch schon viermal getroffen hat. Aber der 31-Jährige muss am Sonntag eine Gelb-Sperre verbüßen und seinen Speed kann keiner aus dem Buchbacher Kader ersetzen. „Wir haben schon einen anderen Plan entwickelt, wie wir das am besten lösen können. Auch weil die Aschaffenburger etwas untypisch für die Liga spielen und ihre Außenverteidiger meist nicht so hoch stehen wie bei anderen Mannschaften. Deswegen sind sie aber auch über die Flügel nicht sonderlich anfällig und so wollen wir versuchen unsere Vorstöße ausnahmsweise vermehrt übers Zentrum ins Ziel zu bringen“, gibt Analyst Bichlmaier Einblicke in die taktischen Überlegungen, die er und Markus Raupach bislang so erfolgreich angestellt haben: „Die Stimmung ist richtig gut, diese Welle wollen wir möglichst weiterreiten und am besten bis zur Winterpause 32 Punkte aufs Konto bringen. Das wäre richtig geil.“ mb

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