Wasserburger Löwen gleichen spät aus – Stadionsprecher meldet „ausverkauft“

Bruno Ferreira Goncalves (links), der den Ausgleich für Wasserburg besorgte, im Zweikampt mit zwei Landsbergern.
+
Bruno Ferreira Goncalves (links), der den Ausgleich für Wasserburg besorgte, im Zweikampt mit zwei Landsbergern.

Der Fußball-Bayernligist TSV Wasserburg schaffte trotz eines 0:1-Rückstands im Heimspiel gegen Landsberg noch den verdienten 1:1-Ausgleich. Auch deshalb, weil die Joker stachen.

Wasserburg – Fußballer und Fans sinnieren nach einem Unentschieden oftmals, ob es ein gewonnener Punkt oder zwei verlorene waren. Bei einem Verein wie dem TSV 1880 Wasserburg, der in den letzten sechs Jahren gefühlt 99 Prozent seiner Heimspiele gewonnen hat, stellt sich diese Frage umso mehr. Bei genauer Betrachtung des 1:1-Unentschiedens gegen den TSV 1882 Landsberg lässt sich konstatieren, dass das Glas halb voll ist. Die positiven Aspekte überwiegen also.

Grundsätzlich sollte die Analyse damit beginnen, dass sich alle Beteiligten daran erinnern, wo die Löwen herkommen: aus der A-Klasse. Für den Serien-Aufsteiger ist jeder Bayernliga-Spieltag ein Festtag und somit ein Sieg keine Selbstverständlichkeit. Die Festspiele sahen bis dato also so aus, dass im Schnitt 800 Zuschauer pro Spiel in die Altstadt pilgerten. Gegen Landsberg meldete Stadionsprecher Witgar Neumaier erstmals ausverkauftes Haus.

Eine umkämpfte Bayernliga-Partie

Die 200 erlaubten Zuschauer sahen eine umkämpfte Bayernliga-Partie, in der beide Mannschaften das Feld als Sieger verlassen hätten können. Viel wichtiger aber: Die Löwen-Fans sahen, dass ihre Mannschaft gegen einen starken Gegner dagegenhielt und sich auch von einem Rückstand nicht aus der Bahn werfen ließ.

In der zweithöchsten Amateurliga Bayerns sind alle Spiele heiß umkämpft und werden durch Kleinigkeiten entschieden. Zwischen Wasserburg und Landsberg entwickelte sich von Beginn an ein Abnutzungskampf, der sich weitestgehend im Mittelfeld abspielte. Erstmals gefährlich wurde es vor dem Tor von Dominic Zmugg als Fabian Lutz auf dem rechten Flügel durchgebrochen war und in letzter Sekunde von Jean-Philippe Stephan abgeblockt werden konnte (28.).

Die Löwen hingegen kamen ihrerseits durch Robin Ungerath zu einer aussichtsreichen Gelegenheit, doch Patrick Rösch im Gästetor verkürzte geschickt den Winkel (39.). Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff erhitzten sich die Gemüter, als Branko Nikolic Robin Ungerath von hinten in die Kniekehle sprang und sich im Anschluss eine unübersichtliche Rudelbildung entwickelte. Schiedsrichter Patrick Krettek und seine Assistenten eilten zum Tatort und machten ein Stoß von Lucas Knauer aus. Es gab Doppel-Rot für die Übeltäter (45).

Doppel-Rot in der 45. Minute

Nach dem Seitenwechsel konzentrierten sich die Gäste vorwiegend auf die Defensive, weshalb auch die Führung ebenso überraschend wie unverdient war. Nach einem langen Ball auf Alessandro Mulas schien die Szene im Wasserburger Strafraum bereits bereinigt, doch Mulas konnte in Kimmich-Manier den Ball im Liegen ins Tor bugsieren (64.). Die Hausherren drängten nun auf den Ausgleich, hatten allerdings Glück, als in der 71. Minute erneut Mulas steil geschickt wurde. Der kleine Angreifer hatte den herausstürzenden Zmugg bereits umkurvt. Anstatt das Leder ins leere Tor zu schieben, entschied sich Mulas zu einer Schwalbe. Mit den Jokern Michael Neumeier und Bruno Ferreira Goncalves wechselte das Trainerteam Kokocinski/Wiedmann offensiv und wurde in der 81. Minute belohnt. Goncalves stocherte den Ball nach einem Angriff über den linken Flügel handlungsschnell aus kurzer Distanz über die Linie und sicherte den Punkt. In der Nachspielzeit reklamierten beide Parteien noch einen Strafstoß für sich, doch Kretteks Pfeife blieb stumm. Bei zehn gelben und zwei roten Karten hatte er genug gepfiffen.

Die Spielstatistik

Wasserburg:Zmugg, Maximilian Hain, Höhensteiger, Stephan, Johannes Hain (ab 61. Simeth), Lindner (ab 72. Neumeier), Grübl (ab 72. Ferreira Goncalves), Knauer, Barthuber (ab 46. Denz), Ungerath, Weber.

Tore: 0:1 Alessandro Mulas (61.), 1:1 Bruno Ferreira Goncalves (81.)

Rote Karten: Lucas Knauer (45., Tätlichkeit), Branco Nikolic (45., grobes Foulspiel)

Zuschauer: 200 jha

Kommentare