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Beinschuss-Serie: „Menschen hinter den Kulissen“

Neumaier ist seit sieben Jahren Stadionsprecher in Wasserburg: „Habe es nie bereut“

Seit sieben Jahren und mehr als 100 Spielen ist Witgar Neumaier Stadionsprecher der Wasserburger Löwen.
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Seit sieben Jahren und mehr als 100 Spielen ist Witgar Neumaier Stadionsprecher der Wasserburger Löwen und erlebte alle fünf Aufstiege hautnah mit.
  • Markus Altmann
    VonMarkus Altmann
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Witgar Neumaier ist seit sieben Jahren Stadionsprecher in Wasserburg und gilt als „die Stimme der Löwen“. Über 100 Spiele stand er seitdem am Mikrofon und erlebte alle fünf Aufstiege hautnah mit. beinschuss.de hat zum Start der Serie „Menschen hinter den Kulissen“ mit Neumaier über die Anfänge und seine Highlights aus dieser Zeit gesprochen. Zudem verrät er, warum er nicht ans Aufhören denken kann.

Wasserburg am Inn - Auch wenn man ihn nicht auf den ersten Blick sieht, seine Stimme hören die Fußballfans in der Altstadt bei jedem Heimspiel. Die Rede ist von Wasserburgs Stadionsprecher Witgar Neumaier. Der 60-Jährige begleitet die Löwen seit der A-Klasse am Mikrofon und erlebte alle fünf Aufstiege bis in die Bayernliga Süd hautnah mit. “Es waren einige Highlights für mich seitdem dabei”, erzählt Neumaier, der als Kriminalbeamter in Rosenheim arbeitet, im Gespräch mit beinschuss.de.

Wasserburgs Stadionsprecher Neumaier kam eher zufällig zu diesem Engagement

Dabei begann sein Engagement bei den Löwen eher zufällig. „Ich ging vor sieben Jahren die Inn-Brücke unter den Arkaden entlang, als mich ein Wasserburger Fan ansprach und sagte: ‚Da ist unser zukünftiger Stadionsprecher‘”, sagt Neumaier lachend. Es war die Zeit, als Matthias und Dominik Haas zusammen mit Niki Wiedmann zum damaligen A-Klassisten wechselten und der Verein etwas Neues aufbauen wollte. „Das hat mich interessiert und deshalb konnte ich mir das gut vorstellen”, so der 60-Jährige.

Sein erster Einsatz am Mikrofon kam dann auch schnell, damals trugen die Löwen ihre Heimpartien noch im Badria-Stadion aus. Wirklich aufgeregt bei seinem ersten Spiel sei er aber nicht gewesen. „Ich habe bereits davor schon 20 Jahre Theater gespielt. Reden kann ich also”, so Neumaier lachend weiter. „Aber natürlich habe ich mich am Anfang gefragt, wie ich das Ganze angehen soll. Mit der Zeit habe ich mir aber alles selber erarbeitet und ich gestalte auch die Musik am Spieltag selber.” 

Neumaier wird auch von den Fans „die Stimme der Löwen“ genannt

Seitdem hat sich viel verändert bei den Wasserburgern Löwen und Neumaier verpasste nur zwei Heimspiele am Mikrofon. „Es ist alles viel professioneller geworden, was auch die hohen Zuschauerzahlen zeigen”, so Neumaier, der auch während des Spiels auch mal emotional werden kann. „Es kommt schonmal vor, dass mir Leute sagen, dass ich sehr laut geworden bin. Aber das gehört einfach dazu, ich mag monotone Stadionsprecher nicht.” Im Großen und Ganze höre er aber oft Lob von den Fans und wird mittlerweile in Wasserburg selber „die Stimme der Löwen” genannt. „Das hört man gerne”, gibt der Kripobeamte zu.

Als dann auch noch sein Schwiegersohn Leo Haas zu den Löwen kam, wurden die Aufgaben größer. „Meine Frau Barbara leitete das Vereinsheim und den Kiosk. Deshalb sind wir meist schon mehrere Stunde vor Anpfiff da und bauen alles auf. Es hat sich ein wenig zu einer Art Familienunternehmen entwickelt”, so Neumaier.

„Ich habe es nie bereut, diese Aufgabe angefangen zu haben”

Wasserburgs Stadionsprecher Witgar Neumaier.

Der 60-Jährige kann mittlerweile auf eine Erfahrung von mehr als 100 Spielen zurückblicken. Zwei besondere Partien waren beispielsweise gegen Pipinsried mit 1.400 Zuschauer im Stadion und gegen 1860 München II mit 1.200. „So eine Kulisse vergisst man nie”, so Neumaier. „Gegen 1860 München musste ich zum ersten und bisher einzigen Mal den vom BFV ausformulierten Satz bezüglich des Verbots von Bengalos sagen”, so Neumaier lachend.

Aber auch der Aufstieg in die Bezirksliga durch einen Sieg gegen Reichertsheim in der Relegation bleibt Neumair vor allem aufgrund der Rückfahrt mit dem Bus in Erinnerung. „Als wir in Wasserburg ankamen, standen lauter Fans am Marienplatz und haben uns mit roten Bengalos empfangen. Das war der Wahnsinn und ist unvergesslich. Selbst als Stadionsprecher war ich immer im Team dabei.”

Wasserburgs Stadionsprecher Neumaier: “Ich habe es nie bereut, diese Aufgabe angefangen zu haben.”

Sieben Jahre liegt sein Start als Stadionsprecher nun zurück. „Ich habe es nie bereut, diese Aufgabe angefangen zu haben”, betont Neumaier. „Die Gemeinschaft und Kameradschaft im Verein ist groß. Von den Jungs, die alle aus der Region kommen, ist keiner abgehoben. Deshalb macht die Arbeit im Verein so wahnsinnig viel Spaß und ich kann mir nicht vorstellen bald damit aufzuhören.”

Wasserburgs Stadionsprecher Neumaier: „Es ist nie schön, die Tore der Gegner ansagen zu müssen“

Die aktuelle Negative-Phase der Bayernliga-Mannschaft geht aber auch an Neumaier nicht spurlos vorbei. Die Löwen kämpfen in dieser Saison gegen den Abstieg, vor allem die bekannte Heimstärke lassen die Wasserburger vermissen. „Es ist nie schön, die Tore der Gegner ansagen zu müssen. Aber ich versuche die Jungs von außen in der Schlussphase noch einmal zu pushen”, so der 60-Jährige. 

Ob den Wasserburger Löwen der Klassenerhalt gelingt, liegt in den Händen des Trainerteams und der Spieler. Ihr Stadionsprecher wird aber mit Sicherheit von außen alles geben, damit die Heimspiele erfolgreich absolviert werden.

ma

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