AUS DER STATISTIK

Was wären die Starbulls ohne Powerplay? Wohl an der Tabellenspitze!

Starbulls-Torhüter Andi Mechel war gegen Selb nur einmal machtlos, als Liga-Topscorer Nick Miglio zur zwischenzeitlichen Gäste-Führung erfolgreich war.
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Starbulls-Torhüter Andi Mechel war gegen Selb nur einmal machtlos, als Liga-Topscorer Nick Miglio zur zwischenzeitlichen Gäste-Führung erfolgreich war.
  • vonManfred Eder
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Die Eishockeyspieler der Starbulls Rosenheim sind bei gleicher Spieleranzahl absolut führend in der Eishockey-Oberliga Süd – Die Rosenheimer Verteidiger legen in der Scorerbilanz mittlerweile kräftig zu.

Rosenheim– Vollkommen ungewöhnlich für die Starbulls Rosenheim: Dienstag kein Nachholspiel, Sonntag spielfrei, daher nur ein Auftritt in einer Kalenderwoche in der Eishockey-Oberliga Süd. Trotzdem kamen John Sicinskis Mannen nicht aus dem Rhythmus und holten auch gegen die in der Tabelle vor ihnen platzierten Selber Wölfe drei Punkte. Vor einigen Wochen gegen diesen Gegner stark ersatzgeschwächt 2:1, am Freitag mit fast vollzähligem Kader 3:1 – beide Male war eine disziplinierte, defensiv stets konzentrierte Leistung wesentlich für den Sieg.

Goalie Mechel gegen den besten Torhüter der Liga siegreich

3:1 ist ein Ergebnis, das nicht vermuten ließ, dass ich da die beiden „Tormaschinen“ der Liga gegenüberstanden. 4,81 Tore haben die Starbulls bisher pro Spiel erzielt, Selb 4,20. Nur Deggendorf (4,10) kann in dieser Hinsicht mit diesen beiden Teams halbwegs mithalten. Dass es diesmal so torarm blieb, lag natürlich auch an Starbulls-Goalie Andi Mechel, der den bisher besten Torhüter der Liga, Florian Mnich, am Freitag noch übertraf.

Ein kleiner Nachsatz zu Deggendorf: Natürlich war es nicht erfreulich, dass die Starbulls vor einer Woche den klaren 6:2-Vorsprung am Schluss fast noch vergeigten, aber: Zwei Tore mit „fliegendem“ Torwart in den letzten Minuten, das gelang den Niederbayern in ihrem nächsten Match drei Tage später schon wieder, als sie in Höchstadt zwar wieder mit einem Tor Abstand verloren, aber ein eigentlich entschiedenes Spiel wieder spannend machten!

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Wer nach 40 Minuten führt, behält die Punkte

Interessant ist, wie sich die drei Saisonspiele der Starbulls gegen Selb heuer ähneln. Beide Rosenheimer Siege wurden im Mittelabschnitt entschieden (1:0 beziehungsweise 2:0), während Selb seine beste Zeit zu Beginn hatte (1:0 beim einzigen Sieg, sonst zweimal remis). Das Schlussdrittel endete in allen drei Spielen unentschieden (1:1, 2:2, 0:0), in allen drei Begegnungen holte der Führende nach 40 Minuten auch die Punkte.

Und als die Starbulls diesmal zu diesem Zeitpunkt schon mit zwei Treffern Differenz in Führung lagen, war – salopp formuliert – die Sache klar, denn: Wenn Leinweber & Co. in dieser Saison in irgendeiner Phase des Spiels einen Zwei-Tore-Vorsprung herausschießen, bleiben ihnen auch die Punkte. Acht Mal war dies bisher auf eigenem Eis der Fall, sechs Mal auswärts. Zwar konnte Passau zwischendurch von 0:3 auf 3:3 ausgleichen, der Sieger hieß aber am Schluss alle 14 Mal Rosenheim!

Und noch etwas ist sehr auffällig: Gäbe es kein Powerplay, wären die Starbulls wohl unangefochtener Tabellenführer. Denn während sie in Überzahl seit Wochen schwächeln (am Freitag gegen Selb kassierten sie sogar ihren dritten Shorthander) und zuletzt auch in Unterzahl nicht mehr so schadlos davonkamen wie zu Saisonbeginn, erweisen sie sich bei gleicher Spieleranzahl als absolute Spitze. In 15 der bisherigen 22 Saisonspiele schossen sie bei Fünf gegen Fünf (oder auch Vier gegen Vier) mehr Treffer als der Gegner, vier Mal gleichviel. Nur drei Mal waren sie in dieser Hinsicht unterlegen, und prompt verloren sie diese drei Begegnungen (in Regensburg, in Memmingen und gegen Lindau).

Serie von Kyle Gibbons gerissen

Einen einzigen „Verlierer“, wenn auch auf höchstem Niveau, gab es am Freitag bei den Starbulls: Kyle Gibbons. Was seinem „Sturm-Zwilling“ Curtis Leinweber die Woche davor gegen Deggendorf geschah, passierte nun Gibbons: Seit seinem punktlosen Auftritt gegen Riessersee hatte der Rosenheimer Torjäger wie Leinweber genau 17 Partien in Folge gepunktet, und zwar noch massiver als dieser: Seine 16 Tore und zwölf Assists in dieser Zeit trugen erheblich zum Rosenheimer Höhenflug bei.

Die Selber Wölfe erwiesen sich übrigens nicht zum ersten Mal für einen Rosenheimer Dauerscorer als Spielverderber. Auch Max Vollmayers Verteidiger-Rekordserie endete vor gut einem Jahr, am 12. Januar 2020 nach elf Begegnungen mit einem Treffer und 18 Vorlagen gegen die Oberfranken. Aber die Nummer 98 arbeitet schon wieder kräftig an einer neuen: In den letzten vier Spielen traf er jedes Mal ins Schwarze. Noch ein Spiel, und er würde die bisherige Rekordserie von Matthias Bergmann aus der Saison 2008/09 einstellen.

Kaum zu glauben, aber wahr: Bis vor zwei Wochen lag Vollmayer, letztes Jahr mit deutlichen Abstand bestscorender Verteidiger der Liga und inzwischen wieder die Nummer zwei nach dem Memminger Linus Svedlund, noch hinter dem letztjährigen Starbull Felix Linden! Zu den Top-Ten zählt Linden heuer vor allem wegen seiner Rolle im überragenden Selber Powerplay, während Vollmayer bis auf ein einziges Powerplay-Assist all seine Punkte bei gleicher Spielerzahl erzielte!

Fast doppelt so viele Tore wie zu Beginn

Aber Vollmayer, dienstältester Rosenheimer, ist nur der Leader in einer insgesamt offensiv immer stärker werdenden Blueliner-Garde. Schafften die Rosenheimer Verteidiger in den ersten elf Spielen gerade mal sieben Tore und 20 Assists, so steigerte sich dieser Output in den folgenden elf Spielen auf 13 Tore und 22 Vorlagen; die Anzahl der Tore hat sich also fast verdoppelt!

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