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Vorerst letztes Fußball-Regionalliga-Derby

Warum Buchbach nicht nur Punkte, sondern auch Geld aus der Mannschaftskasse in Rosenheim lässt

Rosenheim standhaft, Buchbach am Boden: Zweikampf zwischen Julien Richter (links) und Samed Bahar.
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Rosenheim standhaft, Buchbach am Boden: Zweikampf zwischen Julien Richter (links) und Samed Bahar.
  • Thomas Neumeier
    VonThomas Neumeier
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Es war das vorerst letzte Derby in der Fußball-Regionalliga Bayern, nachdem der Abstieg des TSV 1860 Rosenheim bereits feststeht. Trotzdem haben die Sechziger vor heimischer Kulisse gegen den TSV Buchbach gewonnen. Das 2:1 war der erste Rosenheimer Erfolg seit über zehn Jahren.

Rosenheim – Nur Aleks Petrovic kannte das Gefühl. Der Buchbacher Kapitän war schon am 26. November 2011 mit dabei, als seine Mannschaft im Rosenheimer Jahnstadion mit 1:3 unterlag. Damals spielte Petrovic an der Seite von klangvollen Namen wie Björn Hertl oder Ralf Klingmann, ihm gegenüber standen Robert Mayer, Christian und Florian Hofmann oder Andreas Voglsammer. Warum dieses Datum und dieses Spiel nach vorne gerückt wird? Es war der letzte Erfolg des TSV 1860 Rosenheim in einem Inn/Salzach-Duell über den TSV Buchbach, seitdem sprangen in 13 Begegnungen nur drei Unentschieden heraus – bis zum 13. Mai 2022, als die Sechziger nun mit 2:1 die Oberhand behielten.

1860-Sieg war nur fürs Wohlbefinden

Freilich war es ein Erfolg, der den Rosenheimern nur fürs persönliche Wohlbefinden hilft. Die Rothemden stehen bereits als fixer Absteiger aus der Fußball-Regionalliga Bayern fest. Und trotzdem: Der Derby-Dreier war der Lohn für eine engagierte Leistung. „Die Mannschaft hat so oft auf die Fresse bekommen, deshalb freut es mich für die Jungs“, bekannte Co-Trainer Marc Endres, der erneut mit Michael Wallner in Vertretung des zur A-Jugend abkommandierten Cheftrainers Florian Heller die Betreuung der Mannschaft übernahm.

Buchbacher Offensiv-Gruselbilanz

Natürlich war auch das notwendige Quäntchen Glück dabei, denn im ersten Durchgang hatte Buchbach mehr vom Spiel. Die Sechziger hatten ihre Probleme mit dem Anlaufen der Gäste auf die Abwehrkette, die ohne Leo Benz, Kapitän Christoph Wallner und Malik Salkic antrat, und Buchbach kam zu einigen guten Tormöglichkeiten. Beim Kopfball von Marco Rosenzweig und beim Schuss von Daniel Muteba retteten Tim Kießling und Markus Sattelberger knapp vor der Torlinie, Benedikt Orth setzte die Kugel am Pfosten vorbei und die Schüsse von Thomas Winklbauer waren gut angetragen, gingen jedoch drüber oder auf 1860-Tormann Alin Goia. „Im Abschluss hat die Präzision gefehlt“, stellte Buchbach-Trainer Marcel Thallinger fest. Es war aber vielmehr die Fortsetzung der rot-weißen Gruselbilanz aus der Rückrunde : Nur elf Tore in 18 Begegnungen sind an Harmlosigkeit nicht zu überbieten!

„Den Gegner die Fehler machen lassen“

Hatten die Gäste im ersten Durchgang noch Gelegenheiten, so konnten sie sich nach dem Wechsel kaum mehr effektiv durchsetzen. Zur Harmlosigkeit gesellte sich Planlosigkeit, denn selbst in Überzahl fand Buchbach kein Mittel, um sich Torchancen zu erspielen. „Wir waren sehr diszipliniert, haben die Räume gut zugemacht, den Gegner die Fehler machen lassen und eiskalt zugeschlagen“, analysierte Endres. In der Tat war es ein schnell und zielstrebig aus der eigenen Abwehr herausgespielter Angriff, der zum Rosenheimer 1:0 führte. Stephen Mensah bediente Christoph Fenninger per Lochpass, der spielte quer und Sascha Marinkovic lief mit der Kugel ins verwaiste Gehäuse (55.).

Buchbach kann keinen Druck erzeugen

Elf Minuten später musste Fenninger doch stark überzogen nach einem Foul im Mittelfeld und lautstarken Buchbacher Protesten vom Feld.

Christoph Fenninger kann es nicht fassen, als er die rote Karte gezeigt bekam.

Weil die Rosenheimer Defensive mit den davor stark arbeitenden Mittelfeldspielern (Sam Zander!) immer kompakter auftrat (Michael Wallner: „Wir konnten Buchbach gut verteidigen“) und die Gäste auch nicht mehr den Druck aus der Anfangsphase ausübten, retteten sich die Hausherren unbeschadet in die Schlussminuten, wo der eingewechselte Nico Schiedermeier bei einem Doppelpass-Versuch im Strafraum gelegt wurde – Marinkovic verwertete den Elfmeter souverän (88.). „Wir haben Geschenke verteilt und müssen uns die Niederlage selbst ankreiden“, lautete das Fazit von Buchbachs Trainer Andi Bichlmaier.

Ball in der Mangfall – Buchbach muss blechen!

Dass der eingewechselte Tobias Maus in der 90. Minute eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld zum Anschlusstreffer einköpfte, war lediglich für die Statistik. Die sieht für 1860 Rosenheim ein Ende der Negativserie in den Inn/Salzach-Duellen, für die Buchbacher allerdings weiter den letzten Platz in der Rückrundentabelle vor. Zudem mussten die Gäste noch 150 Euro aus der Mannschaftskasse an die Hausherren blechen. Denn als Marcel Spitzer frustriert abseits des Geschehens einen Ball vom Spielfeldrand aus dem Stadion in die Mangfall drosch, löste der schnell eingreifende Buchbacher Abteilungsleiter Georg Hanslmaier die Tumulte mit einer lautstarken Entschuldigung und der Ankündigung, den verschwundenen Ball zu ersetzen. Beim TSV Buchbach herrscht auf jeden Fall viel Gesprächsbedarf.

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