Waldkraiburger Eishockeyteam steht, aber: Der Königstransfer bleibt noch geheim

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Wolfgang Klose, 1. Vorstand der Waldkraiburger Bayernliga-Eishockeyspieler, ist zuversichtlich für die neue Saison.

Waldkraiburg – Wolfgang Klose, 1. Vorstand der Waldkraiburger Bayernliga-Eishockeyspieler, spricht im Interview mit der Sportredaktion über einen Neuzugang und sagt: „Das ist ein Königstransfer“.

Herr Klose, sowohl das Ende der letzten als auch die Vorbereitung zur neuen Saison kann man als turbulent bezeichnen. Wie äußerte sich das beim EHC Waldkraiburg?

Wolfgang Klose: Nach dem abrupten Ende der letzten Saison ging uns vor allem sehr viel Geld ab. Wir waren für die Play-offs qualifiziert und das hätte noch einmal Geld zur Planung für die neue Saison gebracht. Coronabedingt war auch die Gaststätte geschlossen, zudem durften im Frühling und Sommer keine Stockturniere stattfinden, was für die Gaststätte sehr wichtig gewesen wäre. Finanziell war es schon sehr schwierig, dass wir das Ganze einigermaßen gut über die Bühne bringen.

Sie mussten ja auch eine neue Mannschaft zusammenstellen.

Klose: Da ging alles relativ schnell, es gab keine großartigen Verhandlungen. Wir haben von Anfang an die Karten auf den Tisch gelegt und gesagt, wie es genau aussehen wird und im Prinzip hat die komplette Mannschaft für die neue Saison zugesagt. Die bekannten Abgänge sind Fabian Birk, Leon Judt, Dennis Ladigan und Thomas Nuss.

Waldkraiburg ist also bereit für die neue Saison?

Klose: Wir sind für die neue Saison bereit. Mit CCM haben wir einen neuen Ausrüster gefunden, weshalb wir auch materialtechnisch perfekt aufgestellt sind. Zusätzlich haben wir ein dreitägiges Trainingslager geplant, wobei man hier noch sehen muss wie sich die Corona-Situation entwickelt. Möglicherweise fahren wir nicht wie üblich nach Tschechien, sondern bleiben in der näheren Umgebung. Auch die Vorbereitungsspiele für dieses Jahr sind bereits ausgemacht. Die Vorbereitungspartner in diesem Jahr sind der TEV Miesbach, der EHC Klostersee und die Indians aus Memmingen.

Transfers wären noch möglich. Gibt es noch Neuzugänge?

Klose: Es hat bereits ein weiterer Transfer stattgefunden. Aus persönlichen Gründen möchte der Spieler jedoch, dass dies erst Anfang September bekannt gegeben wird und diesem Wunsch kommen wir natürlich nach. Den Fans kann ich jedoch sagen, dass es sich hierbei um einen „Königstransfer“ handelt.

Das klingt sehr vielversprechend. Darf man vielleicht die Position des neuen Spielers verraten?

Klose: Das würde vermutlich schon zu viel verraten. Nur so viel: Es ist kein Torhüter (grinst).

Ein trauriges Thema war der überraschende Tod Ihres Freundes und Vorstandskollegen Horst Pitter. Wie sehr hat dieser persönlich aber auch mit Blick auf den Verein geschmerzt?

Klose: Sowohl persönlich als auch für den Verein: Brutal. Ich bin mit Horst bereits einige Jahre zur Realschule gegangen. Nachdem wir uns dann ein wenig aus den Augen verloren haben, sahen wir uns wieder, als ich vor mehr als 20 Jahren zum Verein kam. Horst war hier bereits im Vorstand. Über die Jahre hinweg hat sich hier eine sehr dicke Freundschaft entwickelt, weshalb ich nach wie vor kaum die richtigen Worte für diesen Verlust finden kann. Im Vorstand des EHC war Horst die gute Seele. Gab es einmal Meinungsverschiedenheiten, so war Horst meist derjenige, der die Wogen wieder glätten konnte.

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Auch wenn Horst Pitter als Mensch nie ersetzt werden kann, wird der Verein versuchen seine Tatkraft durch neue Freiwillige zu kompensieren?

Klose: Auch mit Horst war der Vorstand zuvor schon dünn besetzt. Mit Thomas Höfner als Kassier, Horst Pitter als 2. Vorstand und mir als 1. Vorstand, sowie Kurt Aupperle und Heinz Vetter im erweiterten Präsidium, haben wir das Ganze zu fünft geschultert. Gerade deshalb freuen wir uns für den Verein über jede Hilfe, die wir erhalten können. Gerne sind wir auch dazu bereit, jemanden ins erweiterte Präsidium mit aufzunehmen. Es wäre einfach eine Erleichterung, wenn anfallende Arbeiten auf mehr Schultern verteilt werden können. Dies gilt auch nicht nur für die Arbeit im Präsidium, generell freuen wir uns über jeden Menschen, der sich aktiv im Verein einbringen möchte.

Gibt es bezüglich des Saisonstarts schon Neuigkeiten für die Fans?

Klose: Aktuell können wir selbst nicht zu 100 Prozent abschätzen, was hier auf uns zukommen wird. Derzeit ist es so, dass Vorbereitungs- oder Übungsspiele erlaubt sind, jedoch ohne Zuschauerbeteiligung. Wie sich all das bis Mitte September entwickelt, kann bisher nur schwer beurteilt werden. Hier ist Waldkraiburg mit seiner großen Halle und den circa 2200 Sitzplätzen in einer komfortablen Situation. Was unter normalen Umständen ebenfalls noch eine große Nachricht wäre ist, dass in Waldkraiburg dieses Jahr, am 3. Oktober, das Eröffnungsspiel der Bayernliga stattfinden wird. Es werden Vertreter aus allen Vereinen anwesend sein. Auch ein großartiges Rahmenprogramm wird für alle geboten sein. Auch aus diesem Grund hoffen wir auf eine positive Entscheidung mit Blick auf die möglichen Zuschauerzahlen.

Ihr Schlussappell an die Fans?

Klose: Ich hoffe sehr, dass alle EHC- und Eishockeybegeisterten uns dieses Jahr erneut tatkräftig unterstützen. Unseren Kartenvorverkauf werden wir seriöserweise vorerst nicht starten. Wir planen dennoch voll mit dem Start Anfang Oktober 2. Oktober und wünschen uns, dass auch alle Fans heiß auf die Saison sind. Wer den Verein unterstützen oder mithelfen will kann sich unter vorstand@ehcwaldkraiburg.com an uns wenden.

Interview Alex Ahrends

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