Waldkraiburg stärker, Klostersee Sieger

Die Löwen spielten in Klosterseegut, mussten aber eine bittere Niederlage einstecken. del Grosso
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Die Löwen spielten in Klosterseegut, mussten aber eine bittere Niederlage einstecken. del Grosso

Waldkraiburg – Ausgehend von den Vorzeichen zum Spiel war der EHC Klostersee einer der Gegner der Löwen, die es zu schlagen galt in dieser Verzahnungsrunde.

Nach diesem Spiel möchte man fragen, wo das Team vom Oktober und November hin verschwunden ist. Das Team aus der Zeit, als Pucks präzise wie in einem Uhrwerk von Spieler zu Spieler geleitet wurden, als man Gegenspieler stehen ließ oder es durch einen Trick vermochte, sich an ihnen vorbeizuschmuggeln, nur um das Ganze mit einem sicheren Tor zu krönen.

Diese blumige Beschreibung von Vergangenem bedeutet nun nicht, dass die Löwen in Grafing schlecht gespielt hätten. Im Gegenteil: Die Mannschaft hat funktioniert und war, bis auf wenige Druckphasen von Klostersee, im 5-gegen-5 zumeist überlegen und konnte die Grafinger im eigenen Drittel festsetzen. Woran es hapert, ist die Verwertung der Möglichkeiten, die man sich als Team erarbeitet. Nachdem Klostersee ein wenig rasanter ins Spiel startete und bereits nach 20 Sekunden durch Matthias Baumhackl den an diesem Abend erneut starken Kevin Yeingst prüfte, waren die Löwen auch direkt auf dem Eis und erarbeiteten sich ihrerseits Chancen. Bereits in der zweiten Minute ergab dies eine 2-auf-1-Situation von Patrick Zimmermann der nach Pass von Decker den Puck auf der rechten Seite des Tores unglücklich verpasste. Auch im weiteren Verlauf zeigten die Löwen durch Trox oder auch Wagner, dass sie heute wirklich wollen. Trotzdem war es erneut der Gegner, der das erste Tor des Abends erzielte: Philipp Quinlan auf Zuspiel von Gennaro Hördt eröffnete den Torreigen und erzielte das einzige 5-gegen-5-Tor für den EHC Klostersee an diesem Abend. Die Löwen, die mittlerweile allzu gut mit einer solchen Situation umzugehen wissen, ließen sich von diesem Treffer nicht entmutigen. Im Eishockey sind Spiele schließlich erst entschieden, wenn der Schiri zum Schlusspfiff bläst. Keine vier Minuten nach dieser 1:0-Führung, trat erneut das Duo Decker/ Zimmermann in Erscheinung. Auf Zuspiel von Patrick Zimmermann, erzielt Decker den Ausgleich zum 1:1. Auch wenn dies den Pausenstand markierte, gab es trotzdem noch den ein oder anderen „Hochkaräter“ aufseiten der Löwen zu bestaunen, doch weder Hradek noch Jeske oder Straka konnten den Führungstreffer, so verdient er auch gewesen wäre, erzielen.

Zwei Strafen zu jeweils zwei Minuten wurden in diesem Drittel vom Schiedsrichter ausgesprochen. Beide Strafen gegen den EHC Waldkraiburg, beide Mal endeten sie im Tor des EHC Waldkraiburg. Trainer Alex Piskunov, der mit der Einstellung seiner Mannschaft in der anschließenden Pressekonferenz zu Recht zufrieden war, kommentierte das Unterzahlspiel seines Teams korrekt mit „In Unterzahl kannst Du keine Spiele gewinnen“ – was dieses zweite Spieldrittel eindrucksvoll zeigte. Erneut begann es vielversprechend für die Löwen in diesem Durchgang. Bereits in der ersten Minute hatte Lukas Wagner vor dem Tor von Dominik Gräubig die Chance, den Spielstand zu erhöhen. Nur eine Minute später tat Vogl es ihm gleich und verpasste vor dem Tor seine Möglichkeit. Hinten hielt Yeingst in den wenigen Situationen, in denen sich Klostersee befreien konnte, was es zu halten gab. Dass die Einstellung im Team und bei den Spielern zu stimmen scheint, zeigt auch eine Situation aus der neunten Spielminute. Die Löwen befanden sich in Unterzahl und Josef Straka spielte per Rückhand einen unglücklichen Pass von hinter dem eigenen Tor vor das Tor und auf den Schläger eines Gegenspielers. Straka, seines Zeichens 41 Jahre alt, sprintete zum Gegenspieler und warf, gleich was auch passieren mag, seinen gesamten Körper in einen möglichen Schuss, auch wenn dies große Schmerzen bedeuten könnte – die Situation ging gut aus. An der Einstellung des Teams lag es demnach nicht, dass es nur wenige Sekunden später 2:1 für die Hausherren stand. Vielmehr lag es am Handgelenksschuss von Philipp Quinlan, der ansatzlos auf der linken Seite des Tores einschlug und Yeingst keine Chance ließ. Auch der zweite Treffer dieses Durchgangs fiel in Grafinger Überzahl. Felix Kaller, bedient von Bob Wren und Baumhackl, erzielte diesen 3:1-Pausenstand, der aufgrund der Zahl der Möglichkeiten aus Sicht der Löwen zu hoch ausfiel.

Von Müdigkeit oder gebrochenem Willen war auch im dritten Spielabschnitt nichts zu verspüren. Bereits in der zweiten Minute durfte sich Kapitän Trox vor dem Tor an einem Treffer versuchen, bevor in der dritten Minute Judt, bedient von Jeske, seinerseits einen guten Versuch anbrachte. Nach nicht einmal zwei gespielten Minuten befand sich der EHC Klostersee in Unterzahl und die Löwen spielten, wie man das aus einer Überzahl kennt. Als der Puck am Schläger des schmerzlich vermissten Mathias Jeske landete, unterstrich dieser mit einem Hammer von der blauen Linie nochmal, wa rum er zu den punktstärksten Verteidigern der Liga gehört und traf zum 3:2. Auch in der Folge bestimmte der EHC Waldkraiburg bei ausgeglichener Spielerzahl das Spiel, auch wenn Klostersee nicht mehr so passiv war wie noch in den 20 Minuten zuvor. So musste Kevin Yeingst zweimal in der siebten Minute sehr stark reagieren, als erst Kritzenberger, dann Hördt ihn auf die Probe stellten. Auf der anderen Seite war es Waldkraiburgs Zimmermann, der nach einem schönen Alleingang in der achten Minute das rechte Lattenkreuz des Tores traf und der Puck im Anschluss hinter dem Grafinger Keeper aus dem Torraum schlingerte. In der 54. Minute ist es jedoch erneut Klostersee, dieses Mal mit zwei Mann mehr auf dem Eis, das durch den starken Philipp Quinlan den nächsten Treffer markieren konnte. 4:2 war der neue Spielstand und es waren noch sieben Minuten zu spielen. Ebenfalls in Überzahl fiel auch der erneute Anschlusstreffer des EHC Waldkraiburg. Wieder war es Mathias Jeske und wieder war es ein strammer Schuss von der blauen Linie, der die Hoffnung aufkeimen lie0. Vorlagengeber waren Thomas und Tomáš – Rott und Rousek. In der letzten Spielminute, die Löwen drückten und drängten auf den Ausgleichstreffer, der nächste Pfostentreffer des EHC Waldkraiburg, diesmal war es Hradekn dem nur Zentimeter zum Glück fehlten. Vor dem Bully nahmen die Löwen die obligatorische Auszeit und Torwart Yeingst für einen sechsten Feldspieler vom Feld. Das darauffolgende Bully gewann Klostersee. Es folgte ein langer Puck aus dem eigenen Drittel von Felix Kaller in Richtung des Tores der Löwen, der Puck passierte die Torlinie und der 5:3-Endstand war besiegelt. aha

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