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Der Statistik-Vergleich mit Hannover

Vor dem Start der Viertelfinal-Serie: Auswärtsstärke als Starbulls-Vorteil?

2019 mussten sich die Starbulls Rosenheim den Hannover Scorpions geschlagen geben. Mit Tobias Draxinger und Maxi Vollmayer waren zwei Verteidiger damals schon für die Starbulls mit dabei.
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2019 mussten sich die Starbulls Rosenheim den Hannover Scorpions geschlagen geben. Mit Tobias Draxinger und Maxi Vollmayer waren zwei Verteidiger damals schon für die Starbulls mit dabei.
  • VonManfred Eder
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„Same procedure as (nearly) every year“, heißt es für die Starbulls Rosenheim im Viertelfinale der Eishockey-Oberliga Playoffs: Wie schon in den Jahren 2018 und 2019 müssen die Bullen gegen die Hannover Scorpions ran. Die Statistiken vor dem Duell sprechen dabei leicht für den Nord-Verein.

Rosenheim/Hannover – Trotz des tapferen Widerstands, den die Black Dragons Erfurt, Achter der Eishockey-Oberliga im Norden, den Blue Devils Weiden entgegenbrachten, reichte es in Spiel fünf nicht zur Sensation eines Sieges in Weiden. Das bedeutet für die Starbulls Rosenheim in punkto Play-off: Same procedure as (nearly) every year. Denn nach einem Jahr ganz ohne (2020) und einem nur mit Süd-Playoff (2021) heißt der Gegner im Viertelfinale zum dritten Mal Hannover Scorpions. Da haben die Starbulls ja noch ein paar Rechnungen offen!

Anders als Rosenheim verlor der Nord-Zweite, als hoher Favorit in die Serie gegen Riessersee gegangen, gleich das Auftakt-Heimspiel mit 3:4 und musste daher eine Partie „nachsitzen“, ehe nach drei Siegen (3:1, 5:0 und 6:3) das Viertelfinale gesichert war.

Hannover mit Vorteilen auf beiden Seiten des Eises

Trotzdem haben die Starbulls diesmal nicht wie gegen Hamburg die Favoritenrolle inne, denn zum einen fehlt Brad Snetsinger und zum anderen sind die Scorpions schon ein anderes Kaliber als die Hamburg Crocodiles. 47 Spiele bestritten sie in der Punktrunde im Norden, von denen sie 35 gewannen und dabei 2.43 Punkte im Schnitt holten, mehr als die Starbulls (2.22). Sowohl bei der Gegentorquote (2.63:2.57) als auch beim Schnitt der geschossenen Treffer (4.70:4.61) liegen die Niedersachsen vor den Starbulls, wenn auch nur knapp. Und interessanterweise waren sie wie die Starbulls auf fremdem Eis erfolgreicher als am heimischen Pferdeturm: Vierter in der Heimbilanz (noch hinter den Crocodiles) und punkthungrigstes Team in gegnerischen Hallen, in beiden Fällen gleicher Tabellenrang wie ihr Viertelfinal-Gegner.

Das Powerplay der Scorpions war im Norden nicht sehr beeindruckend (21,3 Prozent, Rang acht), hat sich in der Serie gegen Riessersee aber gewaltig gesteigert (30,8 Prozent), was nichts Gutes für Rosenheimer Strafzeiten erwarten lässt, zählten Tölzer & Co. (70,0 Prozent) doch zu den schwächeren Unterzahlteams im Achtelfinale und gestatteten den Hamburgern immerhin drei Tore aus nur zehn Powerplays. Bei eigener Überzahl erwiesen sich Höller & Co. allerdings mit 38,5 Prozent (fünf Treffer aus 13 Überzahlphasen) wieder sehr treffsicher und könnten den Scorpions-Penalty-Killern (86,7 Prozent Erfolg) doch mehr Probleme bereiten als die Garmischer. Und Gelegenheiten für Powerplays könnte es durchaus geben, sammelten die Hannoveraner als zweitunfairstes Team mit bisher 19,5 pro Spiel fast dreimal so viele Strafzeiten wie die Starbulls, darunter auch schon zwei Fünf-Minuten- und eine Spieldauerstrafe.

Eingespielter Kern mit viel Erfahrung

Der Kader des Scorpions ist gespickt mit erfahrenen Ex-DEL- und Zweitligaspielern und im Kern sehr gut eingespielt, weil anders als bei vielen Nordklubs nicht jedes Jahr die Hälfte des Personals ausgewechselt wird. Schon im Vorjahr nur einen einzigen Sieg im Finale gegen Selb vom Zweitliga-Aufstieg entfernt, wurde das erneut als Topfavorit gehandelte Team durch namhafte Neuzugänge verstärkt, sodass bei vollem Kader drei Abwehr- und vier Sturmreihen ohne einen einzigen Mitläufer oder Lückenfüller aufgeboten werden können.

Zwei der Legionäre, Tyler Gron und Mike Hammond, kamen in der Punktrunde auf 37 beziehungsweise 30 Treffer, unterstützt von langjährigen höherklassigen Haudegen wie Robin Just, Julian Airich und Patrick Klöpper. Mehr als Vorbereiter (42 Assists) erwies sich der Ex-Rosenheimer Mario Valery-Trabucco, und auch ein weiterer ehemaliger Starbull, Christoph Koziol, schon an den früheren Playoff-Siegen gegen seinen Heimatklub maßgeblich beteiligt, hat sich seit seiner Rückkehr aus Herford während der Saison nahtlos zu den „Leitwölfen“ gesellt. Sehr interessant wird auch das Wiedersehen mit Thomas Reichel, der als Förderlizenzspieler aus Wolfsburg die erforderliche Anzahl an Spielen bei den Scorpions absolviert hat, um diese im Play-off zu verstärken.

Starbulls als leichter Außenseiter

Zehn Hannoveraner haben in den vier Begegnungen gegen den SCR bereits getroffen, weitere vier traten als Vorbereiter in Erscheinung. Torhüter Brett Jaeger, auch er mit neun Jahren DEL2-Erfahrung, kassierte im Achtelfinale nur 1.97 Tore pro Spiel und hielt 93,7 Prozent der Garmischer Schüsse, eine signifikante Steigerung gegenüber den Zahlen in der Nord-Punkterunde (2.91 Gegentore, 90 Prozent Saves).

Fazit: Die Starbulls gehen, wie eigentlich immer gegen die Hannover Scorpions, als leichter Außenseiter ins Rennen. Für Rosenheim spricht, dass beide Teams im bisherigen Saison-Verlauf auswärts erfolgreicher auftraten als zuhause, weshalb ein möglicherweise entscheidendes fünftes Match in der Fremde vielleicht nicht einmal ein Nachteil sein muss. Immerhin siegte in den 31 Achtelfinal-Begegnungen 2022 der jeweilige Gast (15-mal) fast genau so oft wie das Team mit dem Heimvorteil (16 Siege).