„Virtuelle Tournee“ soll den Skisprung-Nachwuchs beflügeln

Thomas Diethart soll dem deutschen Nachwuchs auf die Sprünge helfen.
+
Thomas Diethart soll dem deutschen Nachwuchs auf die Sprünge helfen.

Der Skisprung-Nachwuchs aus der Region III (Chiemgau und Inngau) kann sich national gut behaupten. Das zeigt sich auch an den Kaderlisten des Deutschen Skiverbands (DSV). Dafür, dass dies auch weiterhin so bleibt, soll unter anderem Axel Malcher sorgen. Er ist BSV-Schülertrainer Springen/Nordische Kombination für die gesamte Region III (Skiverbände Chiemgau und Inngau). Der Berchtesgadener, der seit zehn Jahren in Ruhpolding lebt, ist beim Bayerischen Skiverband angestellt.

Ruhpolding– Im abgelaufenen Winter gab es für seine Schützlinge im Deutschen Schülercup teils vordere Platzierungen oder sogar Siege. Zwar wurde dieser wegen der Corona-Pandemie zwei Wochen eher beendet als geplant, doch unter anderem hatten Benjamin Gräbert (WSV Oberaudorf), Julian Fussi (SC Ruhpolding) und Christina Feicht (WSV Kiefersfelden) für Siege gesorgt, Trine Göpfert (WSV Reit im Winkl) hatte in der Altersklasse der Mädchen (S15 und Jugend 16) als Siebte eine starke Gesamtplatzierung verbucht.

Seit dem 9. Mai auf den Schanzen

„Bereits ab 20. März haben wir dreimal wöchentlich in drei verschiedenen Altersgruppen per Video oder Skype Kontakt gehalten“, berichtet Malcher. Denn gerade diese Kontakte seien in der Gruppe sehr wichtig. Seit dem 9. Mai konnten seine Schützlinge mit dem Sprungtraining beginnen. Seine insgesamt 14 Sportler, die in der Altersklasse S 14/S 15 im BSV-Landeskader oder im D/C-Kader des DSV sind, bereiten sich vor allem in Berchtesgaden auf den Winter vor. „Denn wir brauchen ja die 60-Meter-Schanze“, betont er.

Trotz der Einschränkungen in der Pandemie könne man insgesamt gut arbeiten. „Wir machen viele Sprünge und können viel Material testen.“ Dass man – wie die einzelnen Vereine auch – derzeit in Kleingruppen üben müsse, habe sogar einen Vorteil: „Wir können intensiver mit manchen Sportlern arbeiten, das ist sonst logistisch eher schwierig.“

„Virtual Flight„ als neuer Wettbewerb

In den kommenden Monaten soll nun die neue Wettkampfserie „Virtual Flight“ ausgetragen werden. Der Hintergrund: „Es sind zwar seit Juni prinzipiell Wettkämpfe möglich, aber die Auflagen sind zum Teil unklar und schwer zu erfüllen.“ Daher gibt es nun eine neue Lösung mit einer Art „Mini-Vierschanzentournee“: Im Juni wird in Ruhpolding gesprungen, im Juli in Reit im Winkl, im August in Berchtesgaden und im September in Oberaudorf – jeweils auf der 40-Meter-Schanze, und das in unterschiedlichen Altersklassen. „Dabei geht es nicht um die Weite, sondern um die Technik. So werden der Absprung, der Flug selbst und die Landung aus technischer Sicht bewertet.“

Und wann springt wer? Die Schanzenbelegung müssen die Vereine mit den Ansprechpartnern der jeweiligen Anlagen ausmachen. „So kann zum Beispiel ein Verein am 10. Juni die Sprünge machen, ein oder zwei Tage später kommt der nächste Verein und so weiter. Wir gehen davon aus, dass bis Ende Juni dann ungefähr 35 Sportler auf diese Art und Weise am Start waren.“ Je zwei Sprünge pro Athlet sollen die Trainer per Video aufnehmen. Letztlich werden diese Sprünge dann von einer Jury – bestehend aus fünf Personen – bewertet. So kann jeden Monat eine Rangfolge erstellt werden, und am Ende soll es eine Gesamtwertung geben.

Tournee-Sieger bildet den Nachwuchs aus

Zu den vier Mädchen in Malchers Gruppe gehört auch Magdalena Höger vom WSV Reit im Winkl, während deren Vereinskollegin Trine Göpfert am Skigymnasium in Stams trainiert. Malcher freut sich zudem darüber, dass am Stützpunkt Oberstdorf nun in Thomas Diethart sogar ein ehemaliger Sieger der „großen“ Vierschanzentournee beim Nachwuchs das Sagen hat. Diethart hatte den Vierkampf im Winter 2014 gewonnen. Nach zwei schweren Stürzen hatte er seine Karriere 2018 offiziell beendet. Der 28-Jährige arbeitete danach schon als Landestrainer in Tirol und wechselte nun nach Deutschland. who

Kommentare